Erfahrungsbericht: Furunkel tun verdammt weh ...

Was ist zuerst passiert?
Ich bekam einen großen schmerzenden Pickel am Kinn
Wann ist es passiert?
vor zwei Jahren
Was ist sonst passiert?
Ich hatte ein Jahr lang viele Furunkel
Wie endete es?
mit happy end - nie wieder Furunkel

.. das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Nachdem ich fast ein Jahr lang mit lästigen Furunkel zu kämpfen hatte (vor ungefähr zwei Jahren), mehrere Behandlungsmethoden durchlaufen bin und mir einiges an Wissen angeeignet habe, dachte ich, wird es mal Zeit für einen Erfahrungsbericht, in dem ich meinen Leidensweg schildere. Vielleicht hilft meine Geschichte ja anderen Betroffenen einen schnelleren Ausweg aus der schmerzlichen und misslichen Lage zu finden.

Angefangen hatte es mit einem großen und schmerzenden Pickel (zu dem Zeitpunkt wusste ich von Furunkeln noch nichts), der sich auf der rechten Seite meines Kinns zwischen meinem kleinen Bärtchen gebildet hatte. Erst dachte ich, es sei nur ein größerer aber harmloser Pickel, der schon wieder weggehen wird. Von Zeit zu Zeit passiert ja so etwas. Auch wenn man eigentlich aus der Pubertät raus ist (bin jetzt 26 und hatte in meiner Teenagerzeit eigentlich nur normale Akne, also es hielt sich in Grenzen). Schon als Teenager habe ich Pickel eher selten ausgedrückt, weil ich mal gehört hatte, dass es nicht so gut sei.

Also ließ ich auch diesen großen Pickel sprießen und dachte mir nichts weiter dabei. Er wurde größer und größer und schmerzhafter und schmerzhafter. Nach fast einer Woche hielt ich es nicht mehr aus und rückte dem Ding zu Leibe. Ich drücke ihn aus, wodurch ich mir Linderung der Schmerzen erhoffte. Langsam klang der Schmerz ab, doch nach zwei oder drei Tagen wuchs das nächste Teil an ähnlicher Stelle. Der wurde sofort riesig und schmerzte so sehr, dass ich an einem Samstagnachmittag ins Krankenhaus ging, um eine Ärztin drüber schauen zu lassen. Sie drückte den Furunkel aus und verschrieb mir Antibiotika. Damit sollte es sich erledigen, war mein Gedanke. Furunkel werden ja vorrangig von Bakterien mit dem Namen Staphylokokken (Staphylococcus aureus) ausgelöst. Daher erschien mir die Antibiotika-Therapie sinnvoll zu sein und willigte ein. Ich muss dazu sagen, dass ich Antibiotika gern vermeide und sie wirklich nur nehme, wenn es denn sein muss. Aber weitere dieser höllischen Schmerzen wollte ich um jeden Preis vermeiden.

Nachdem ich die Schachtel eingenommen hatte, war auch eine oder zwei Wochen lang Ruhe im Karton und ich freute mich schon, die Furunkel besiegt zu haben. Doch Pustekuchen! Es kam noch viel schlimmer. Ich bekam wieder Furunkel im Gesicht, einen unter der Achsel, einen am Ohr (alles mit ein paar Wochen Abstand) und wusste wirklich nicht mehr weiter. In der Zeit las ich mich auch intensiv in das Thema Furunkel ein; Foren im Internet sind eine wirklich tolle Erfindung! :-)

So las ich z.B., dass Furunkel am Kopf gar nicht so ungefährlich sind. Die Bakterien können schnelle übers Blut ins Gehirn getragen werden, was dann unter Umständen zu einer Hirnvenenthrombose (Sinusthrombose) oder einer Hirnhautentzündung führen kann. Ich bekam es mit der Angst zu tun.

Ich probierte eine Teemischung aus, um meinen Körper zu reinigen, ich nahm weitere Antibiotika, die mir mein Hautarzt verschrieben hatte, probierte wirklich viele Sachen aus. Es half alles nichts. Die Furunkel kamen immer wieder und nervten anständig. Teilweise war es sogar so schlimm, dass ich nachts vor Schmerzen nicht einschlafen konnte. Dann verschafften mir Schmerztabletten etwas Abhilfe. Die aber waren ja nur gedacht, um den Schmerz erträglich werden zu lassen. Mir war natürlich klar, dass ich damit nicht die eigentliche Ursache bekämpfen könnte.

Auf einer eher esoterisch angehauchten Internetseite las ich, dass Furunkel ein Ausdruck von Ärger sein können. Da ich zu der Zeit massive Probleme auf der Arbeit hatte (immer intensiver werdender Stress mit meinem Chef) ergab das auch irgendwie Sinn. Ich bin auch eher der Typ, der Ärger in sich hineinfrisst und nicht so wirklich Dampf ablässt. Und laut dieser Webseite wären Furunkel dann eben eine Reaktion des Körpers darauf. Also versuchte ich, meinen Ärger besser zu verarbeiten. Ich ließ meinen Ärger raus, begann Sport zu treiben – der Erfolg blieb aus. Ich bekam alle paar Wochen so ein fieses Teil irgendwo am Körper (betroffen waren nun auch Arme, Beine, Achseln aber vor allem das Gesicht). Ganz schmerzlich waren aber die Gerstenkörner. Das sind Furunkel, die sich direkt am Auge bilden. Das sieht nicht nur extrem unschön aus, sondern tut gleich noch mal doppelt so doll weh.

Nach fast einem Jahr hatte ich drei verschiedene Ärzte ausprobiert, (viel zu) viele Antibiotika geschluckt und etliche kleine Narben im Gesicht, die mich ständig an die Furunkel erinnerten. Zum Glück wurde nie einer aufgeschnitten, was, wie ich im Internet gelesen habe, noch schlimmere Narben hinterlassen soll. Ich war echt verzweifelt, wusste nicht weiter. Dann hörte ich von der Mutter einer guten Freundin, dass ihr eine Eigenbluttherapie gut geholfen hätte. Das hätte wohl eine ähnliche Wirkung wie eine Autovakzine (umstrittene Methode, die mit einer Impfung zu vergleichen ist aber keinen wirklichen Impfschutz herbeiruft) und soll den Körper gegen den Krankheitserreger immun machen. Ich ging zu einem vierten Hautarzt, dem ich meinen Leidensweg schilderte und von meinem Vorhaben, eine Eigenbluttherapie machen zu wollen, erzählte. Er meinte, dass dies möglich sei, er jedoch vorher noch gern eine ganz andere, viel einfachere Methode

ausprobieren wolle: nämlich ZINKTABLETTEN, ein simples Nahrungsergänzungsmittel, das hilft, das Immunsystem zu stärken (neben Vitamin C ist Zink eine weitere ganz wichtige Komponente eines starken Immunsystems) und so die Staphylokokken besiegt. Der Hautarzt erklärte mir, dass Furunkel ein Ausdruck eines schwachen Immunsystems seien (in einigen Fällen auch auf Diabetes hinweisen können, was bei mir durch einen Bluttest schon ausgeschlossen wurde) und man zuerst die Körper eigene Abwehr stärken solle.

Etwas widerwillig stimmte ich der Behandlung zu, da ich mich auf die Eigenbluttherapie eingestimmt hatte. Auf der anderen Seite hätte ich die auch selbst bezahlen müssen (das übernimmt die Kasse nicht, weil diese alternative Methode nicht anerkannt ist), und so entschied ich mich erstmal für die Zinktabletten. Und oh Wunder: Sie wirkten ganz wunderbar. Ich sollte sie insgesamt sechs Wochen lang einnehmen und hatte über diese Zeit tatsächlichen keinen einzigen Furunkel. Auch danach war Ruhe.

Nun, ungefähr zwei Jahre nach meinem „Furunkeljahr“, ist es so, dass ich ganz, ganz selten einen etwas größeren Pickel bekomme, der etwas größer als ein normaler ist und etwas mehr drückt als normal. Aber so heftige Furunkel wie damals habe ich nie wieder gehabt. Zum Glück, denn die Schmerzen sind echt höllisch.

So, ich hoffe, euch hat mein kleiner Erfahrungsbericht in Sachen Furunkel geholfen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Vielleicht hilft euch die Therapie mit Zink ja auch. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, denke ich.

Viele Grüße
Michael



Stichworte (Tags): Antibiotika, Ärger, Autovakzine, Behandungsmethoden, Eigenbluttherapie, furunkel, gehirn, Gerstenkörner, Gesicht, Hirnvenenthrombose, Immunsystem, Pickel, Schmerzen, Staphylococcus aureus, Staphylokokken, Tee, Therapie, Zink, Zinktabletten

Vor etwa 1 Jahr erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • interessant

    Ein aufschlussreicher Bericht, Michael! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, den zu verfassen. Ich denke schon, dass Dir eine Menge Leute für die Tipps dankbar sein werden.

    Viel Spaß noch hier in der Community!

    P.S.: Dein Nickname ist ... nun ... lustig!

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