Erfahrungsbericht: Mein Weg mit dem Prostatakrebs

Thema: Krebs
Was ist zuerst passiert?
Ich war bei einer Routineuntersuchung
Wann ist es passiert?
Im Jahr 2000
Was ist sonst passiert?
Ich wurde operiert
Wie endete es?
Ich gelte momentan als geheilt

In der heutigen Zeit haben viele Menschen Vorurteile, sie bilden sich Meinungen über Themen, von denen sie meist keine Ahnung haben.. teilweise werden Wörter mit Dingen, in diesem Fall Krankheiten assoziiert, für die man sich nie interessiert hat. So war es auch bei mir..

Ich wusste immer was Krebs ist und ich wusste, dass man daran stirbt! Woher ich es wusste? Nun, man hört ja genug in den Nachrichten wie immer wieder Menschen nach einem langen, schmerzhaften Krebsleiden sterben.

Als ich die Diagnose Krebs erhielt, fühlte ich mich total leer.

Krebs = Tod,

dass ist die Gleichung die mich danach beschäftigt und begleitet hat. Heute weiß ich, dass die Erkrankung Krebs tödlich sein kann, es gibt allerdings auch Wege dazwischen, ein Leben mit dem Krebs und natürlich die für mich immer absurdeste Lösung, eine Heilung.

Im Jahr 2000, im Alter von 53 Jahren, erkrankte ich an Krebs. Das häufigste Krebsleiden bei Männern, der Prostatakrebs, sollte mein Kampf werden.

Zu meiner Vorgeschichte kann ich nicht viel sagen... keiner meiner Verwandten erkrankte soweit ich es weiß an Krebs. Ich lebte 53 Jahre gesund, rauchte nie, trank nur sehr wenig Alkohol, hielt mich einigermaßen altersgerecht fit. Ich hatte zwar stets viel Stress im Beruf, gönnte mir allerdings auch Erholung. Was die Ursache für meinen Prostatakrebs war, kann ich bis heute nicht genau sagen.

Einziger Punkt, der in meiner Entwicklung und meinem Leben als Erwachsener auffällig war ist, dass ich immer etwas frühreif war. Ich wuchs schneller als meine Freunde, kam schneller in die Pubertät, hatte schneller einen Bartwuchs.. interessierte mich schneller für Frauen.

Ich erfuhr das eventuell ein erhöhter, angeborender Testosteronspiegel Prostatakrebs begünstigen könnte.

Der Krebs wurde bei einer Routineuntersuchung beim Urologen festgestellt. Auf Drängen meiner Frau, unterzog ich mich alle 2 Jahre dieser Prozedur. Unangenehm, ekelhaft und peinlich.. so emfpand ich die Untersuchung. Vielleicht war es mein Stolz vielleicht der Glaube daran, dass ja gerade mich so etwas wie Krebs nicht erreichen würde.

Als der Arzt mich untersuchte, war es mir wieder einmal unheimlich peinlich. Während der Untersuchung druckste er die ganze Zeit rum und ich beobachtete eine Falte auf seiner Stirn. Es kam mir vor wie Stunden...

Danach erklärte er mir mit ruhigen Worten, dass er etwas ungewöhnliches ertastet hätte, er war sich aber nicht sicher, was es wäre, eventuell wäre meine Prostata geschwollen.

Zur Sicherheit meldete er mich zu einer Sonographie an, um alle Eventualitäten auszuschließen.

Ich dachte mir nichts dabei, da ich von einem Kollegen wusste, dass die Prostata sich vereinzelt im Alter vergrößert, was allerdings nicht schlimm sei.

Nach der Sonographie kam die Ernüchterung, Diagnose: Prostatakrebs.

Ich fiel aus allen Wolken.

Einerseits da ich mir wie gesagt nie vorstellen konnte, dass ich an Krebs erkranken würde. Andererseits hatte mein Kollege genau das gleiche durchgemacht, Routineuntersuchung, Prostata vergrößert, Sonographie im Krankenhaus... alles okay!

Als ich das Wort Krebs hörte, war immer das Wort Tod dabei. Diese zwei Wörter waren für mich untrennbar miteinander verknüpft. Als ich zuhause war und die Diagnose meiner Frau erzählte, liefen mir zum ersten Mal seit Jahren Tränen aus den Augen.
Ich war nicht traurig oder deprimiert, ich weinte nicht, die Tränen liefen einfach so automatisch.

Mein Glück war damals, dass der Krebs in einem extrem frühen Stadium entdeckt wurde. Er war nicht gestreut und noch relativ klein. Das habe ich nur meinem Arzt zu verdanken und obwohl viele Menschen immer auf Ärzte schimpfen, machen die meisten einfach einen grandiosen Job.

Mir wurden zwei Alternativen zur Auswahl gestellt, zum einen die Strahlentherapie, zum anderen eine Operation.

Beide Möglichkeiten waren im Bereich des Möglichen, da ich noch nicht zu alt und der Tumor wie gesagt begrenzt war.
Ich entschied mich letztendlich für eine Operation, da ich den Fremdkörper „Tumor“ so schnell wie möglich aus meinem Körper haben wollte und auch die Sicherheit brauchte, dass der Krebs danach weg ist. Die Strahlentherapie war in diesem Fall zu unsicher für mich.

Nach der Operation kam es zu weiteren unangenehmen Nebeneffekten der Operation. Ich litt gut neun Monate an einer sogenannten Harninkontinenz und konnte das „Wasserlassen“ nicht richtig kontrollieren.

Nach knapp einem Jahr stellte sich allerdings die Normalität wieder ein und ich konnte langsam wieder beginnen normal zu leben. Die Inkontinenz war nur temporär und es ist soweit alles wieder einigermaßen normal.

Um weitere Begleiterscheinungen wie eine drohende Impotenz, kam ich glücklicherweise herum.

Ich musste nach der Operation halbjährig zur Nachsorgeuntersuchung, ab dem 2. Jahr jährlich. Diesen Zustand behalte ich bis heute bei, einfach um sicher zu gehen.

Mir geht es gut, ich genieße mein Leben. Das sich mein Leben komplett verändert hat, kann ich nicht sagen, ich lebte eigentlich immer bewusst.

Ich bin nicht sonderlich gläubig, ich bin nur dankbar, dass ich einen Schutzengel hatte und mein Krebs rechtzeitig erkannt wurde. Ich weiß, das Glück dazu gehört, jedoch auch, regelmäßig zu den Routineuntersuchungen zu gehen.

Meine Sichtweise auf Krebs hat sich nicht verändert und auch wenn dieser Bericht positiv geschrieben ist und eventuell den Anschein erweckt, dass die Zeit zwar schwer aber auszuhalten war, trübt das. Ohne meine Frau hätte ich es nicht überstanden und wäre mit Sicherheit heute nicht mehr hier. Dennoch sollte man sich immer Wünsche und Träume bewahren, auch oder gerade im Alter. Wenn man diesen Lebenswillen hat, in sich trägt und regelmäßig zu Untersuchungen geht, macht man alles richtig.

Stichworte (Tags): Arzt, Behandlung, krebs, Krebsleiden, Operation, prostata, prostatakrebs, Therapie, tumor

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • Danke Hannes....

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