Erfahrungsbericht: Leberkrebs aus der Sicht einer Angehörigen

Thema: Krebs
Was ist zuerst passiert?
Appetitlosigkeit
Wann ist es passiert?
Januar
Was ist sonst passiert?
Gelbsucht
Wie endete es?
bis jetzt gut..

Alles begann damit dass mein Mann zunehmend weniger Appetit hatte. Auch wenn ich ihm sein Lieblings Gericht zubereitet hatte, hatte er kaum Lust es zu essen. Er war müde und abgeschlagen. Ich machte mir schon ernsthaft Gedanken.
Aber da mein Mann ein Ärztemuffel war, half auch gutes zureden nichts. Er wollte partout nicht zu einem Arzt gehen!
Irgendwann fiel mir auf, dass das weiß seiner Augen irgendwie gelblich wirkte.
Es wurde innerhalb einer Woche immer schlimmer. Er wirkte irgendwann ganz fahl und gelb, spätestens da war mir eigentlich klar, dass es sich um etwas Ernsteres handelte.
Als ich ihm klar machte dass es sich etwas mit der Leber war, da er ja so gelb war konnte ich ihn schließlich umstimmen. Er ging endlich zu einem Arzt!

Ich erinnere mich noch gut an diesen Tag! Es war ein Freitagmorgen. Das Wetter war für diese Jahreszeit ungewöhnlich mild. Es war Januar.
An diesem Tag musste ich ein wenig später ins Büro, also nahm ich ihn mit und ließ ihn auf dem Weg, beim Arzt raus.
Ich war richtig erleichtert, und ich dachte nicht, dass es so schlimm kommen würde! Zwei Stunden nach dem ich ihn beim Arzt abgeliefert hatte, schrieb er mir eine SMS, dass ich bitte kommen sollte!

Oh Gott, was war wohl los? Was war passiert? Ich war total panisch und aufgedreht! Bevor ich los fuhr musste ich erst mal eine rauchen, obwohl ich vor 2 Jahren aufgehört hatte.
Als ich endlich bei ihm ankam, saß er wie ein Häufchen Elend am Straßenrand! Er sagte mir gleich frei raus, dass der Arzt ihn ins Krankenhaus schicke weil er den starken Verdacht hat dass es Leberkrebs sein könnte. Daher dann auch die Gelbsucht!

Die Ärzte machten uns keine große Hoffnung, da er schon Gelbsucht hatte, das bedeutete, dass die Leber sehr beschädigt sein müsste!
Am Abend kam ein total aufgeregter Arzt. Es waren nicht mehrer kleine Tumore in der Leber, sondern ein großer, der sich genau vor den Gängen zur Galle befand und so den Weg dorthin blockierte wodurch das Hämoglobin nicht richtig abgebaut werden kann und somit der Abbauschritt Bilirubin ins Blut gegeben wird, der gelb ist, daher die Gelbsucht!
Der Tumor war also operabel!
Der Termin für die Operation war am Dienstag, so konnten wir noch mal nachhause gehen über das Wochenende.
Der Tag kam mir vor wie in Zeitlupe, ich wollte das er endlich endete.
Er war total geknickt, ich konnte ihm überhaupt nicht helfen! Ich hab versucht ihn zu verwöhnen, die paar Tage vor der Op. Ich merkte aber dass er wirklich Angst hatte. Er laß die ganzen Horrorberichte im Internet, und war total verunsichert!
Ich war froh als endlich Montag war, da musste er zurück ins Krankenhaus, für die Vorbereitungen.
Die Operation verlief wie geplant! Er wachte etwas matt auf, aber ich war überglücklich! Ihm ging es aber noch schlecht!
Die Chemo kam gleich im Anschluss. Beim ersten Zyklus ging es ihm richtig schlecht, er musste sich ständig übergeben, und war total am Ende.
Ich war so hilflos, ich hätte ihm am liebsten irgendwie geholfen, aber das ging leider nicht! Ich konnte nur für ihn da sein, an seiner Seite. Ich wollte aber mehr für ihn tun…. Nur was?
Die weiteren Zyklen ging es ihm immer besser. Sein Appetit kam wieder, er nahm auch wieder zu! Ich war so froh, denn so dünn habe ich ihn noch nie erlebt!
Mittlerweile geht es ihm ganz gut. Seine Leberwerte sind in Ordnung und die Gelbsucht ist weg.
Ich hoffe sehr dass der Krebs nicht wieder kommt…. Ich bete jeden Tag dafür

Stichworte (Tags): gelbsucht, Ikterus, Leber krebs, Leberkrebs

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • bewegender Bericht

    Ein ganz bewegender Bericht, Golla!

    Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit den anderen imedo-Usern teilst. Das kann ja ziemlich entlastend und helfend zugleich sein. Ich habe Deinen Bericht gern gelesen (auch weil er gut ausgeht, denn wahre Tragödien gibts schon genug).

    Ich wünsche euch beiden alles gute und ganz viel Gesundheit in der Zukunft!

    Grüße
    Günter

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