Erfahrungsbericht: Hört es irgendwann auf?

Was ist zuerst passiert?
13 Jahre Gewalt in der Ehe
Wann ist es passiert?
von 1986 bis 1999
Was ist sonst passiert?
Mit 14 Verlust der Mutter
Wie endete es?
Trennung und Tod des Mannes

Obwohl es schon lange vorbei ist, kommen die Erinnerungen immer wieder hoch. Immer noch werde ich mehrmals im Monat durch meine Alpträume wach. Noch immer habe Angst vor oder bei Auseinandersetzungen.

Aber vielleicht erstmal meine Geschichte. Nachdem meine erste kurze Ehe gescheitert war, wir waren beide viel zu jung und unreif, stand ich mit meinem Baby allein da. Ich nahm einen Ortswechsel vor, wollte völlig neu beginnen. Aber so ganz allein, keine erwachsene Person mit derich reden konnte, begann ich zu vereinsamen. Deshalb hatte H. dann leichtes Spiel, über meinen Sohn gewann er mein Vertrauen, wir verbrachten viel Zeit zusammen. Seine Eifersucht amüsierte mich, zeigte sie mir doch wieviel ich ihm wert war. Nachdem unsere Tochter geboren war, heirateten wir. Mein größter Fehler im Leben. Schon der Hochzeitstag hinterließ eine bleibende Erinnerung. Er viel zu viel getrunken, forderte sein Recht. Meine Weigerung überging er, ich hätte die Pflicht als Ehefrau, und er nahm sich sein Recht. Am nächsten Morgen dann große Entschuldigung, und das Versprechen es passiert nie wieder. Ich dumme Kuh habe ihm geglaubt, anstatt ganz schnell weg zu laufen. In den folgenden 12 Jahren immer wieder Prügel und pysische wie psychische Gewalt. Recht schnell hatte er mich völlig isoliert. Ich war seinen Übergriffen hilflos ausgeliefert. Nach ungefähr sieben Jahren versuchte ich ein Flucht. Doch ich geriet an ein Frauenhaus, welches mir nicht helfen sondern mich noch mehr verletzen wollte. Die verlangten allen Ernstes das ich meine Kinder in Heim gebe damit sie mir helfen können, sie wären nicht auf soviele Kinder eingerichtet. Ich bin dann völlig verzweifelt zurück, das letzte was ich wollte war meine Kinder weg geben. Den Absprung schaffte ich nachdem er mich so schwer verletzt hatte das ich ärztlich Hilfe brauchte. Per einstweiliger Verfügung hatte ich halbwegs Ruhe, denn vor der Polizei hatte er Respekt, seitdem ermal eine Nacht zur Ausnüchterung dort war.

Am schlimmsten ist die mangelnde Akzeptanz von anderen. Immer wieder zu hören stell dich nicht so an. Oder so schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein.

Bemerkungen wie man bist du wieder launisch, lach doch mal, ich weiß gar nicht warum du sagst es geht dir nicht gut tun weh.

Ich möchte so gerne wieder unbefangen auf Menschen zu gehen können, möchte so gern wieder Vertrauen können. Es gibt nur zwei Menschen denen ich blind vertraue, dies sind mein heutiger Mann und eine Freundin. Selbst bei meinen Kindern bin ich misstrauisch. Kontakt zu Eltern oder Familie überhaupt habe ich keinen, sie können mit mir und meinen Problemen nicht umgehen.

In der Reha habe ich zwar gelernt mit Triggern besser um zu gehen, doch sie ziehen mich trotzdem nach wie vor immer wieder runter.

Wie ergeht es Euch? Habt ihr Menschen die hinter Euch stehen, die ich so akzeptieren wie ihr seid?

Stichworte (Tags): alkohol, ehe, Gewalt, Isolation, Vergewaltigung

Vor etwa 1 Jahr erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • hört das denn nie auf

    hallo acgarebe

    ich habe niemanden der hinter mir steht meine sm hat allerhand mit ihrer tochter und der enkelin zu tun meine mutter wenn man sie so nennen kann hat keinerlei interesse an meinen Problemen. Die interessiert es gar nicht wie es mir geht ich muss mir immer ihre scheisse anhören. Ich habe freunde bin nicht allein aber fühle mich sehr einsam. Durch meine Schwangerschaft und die geburt sind alle wünsche die ich habe und vertrengen konnte hochgekommen. Habe mir hilfe geholt. kann in 3 bis 4 wochen eine terapie machen wegen meiner ängste. Ich wünsche dir viel kraft und den nötigen halt und die geborgenheit die du so dringend brauchst.

    lg anja

  • hört das denn nie auf

    Hallo, finds gut, daß einmal einer darüber schreibt, was ich mir immer denke. Ich kenne emotionalen und körperlichen Missbrauch zur genüge, denn ich hatte bisher auch kaum glückliche Beziehungen.

    Ich wurde als Kind so erzogen, daß ich nur meinen Mund halten sollte und das tun sollte, was andere von mir verlangen. Wenn ich dagegen rebellierte, war ich immer der Teufel in Menschengestalt.

    Vielleicht liegts an meiner Kindheit, daß meine Beziehungen nie glücklich verlaufen.

  • Hallo acgarebe!

    Hab mir grad all deine Erfahrungsberichte durchgelesen. Ich musste oft schlucken, wenn ich las. Ich selbst bin zwar keine Mutter, aber ich kann es verstehen, dass du deine Kinder nicht einem Heim überlassen wolltest. Das zeigt mir, dass du eine sehr gute Mutter bist, der die Kinder wichtiger sind, als alles andere.

    Ich selbst habe ja Gewalt und Missbrauch durch meinen "Erzeuger" erfahren.

    Ja und auch das kenne ich nur zu gut, die ach so "lieben" anderen Menschen. Da gibt es keine Akzeptanz. Man bekommt immer an den Kopf geknallt: warum bist du denn so launisch heute, lach doch wieder, was hast du, ist doch alles nicht so schlimm usw. usf. Boah, das steht einem mit der Zeit beim Halse raus. Das war bei mir damals so, als ich noch nen Job hatten. Es waren meine Arbeitskolleginnen und "Freundinnen". Die akzeptierten mich nur, wenn ich wieder ein lustiges Gesicht machte und zu allen Späßen bereit war. Ja, es tut weh.

    Ich habe leider niemanden, der hinter mir steht oder mich so akzeptiert wie ich bin. Ja, hab meine Therapeuten und meine Psychiaterin, aber das ist ja wohl was anderes.

    Ich danke dir für deinen Bericht. Es zeigt wieder einmal, dass es anderen genauso ergeht.

    Ich möchte dir auch alle Liebe und Gute wünsche und du weißt hoffentlich, wenn du jemanden zum Reden brauchst, dann findest du mich ja hier.

    Ich schicke dir ein Schutzengelchen, dass dich stets auf deinem Weg begleiten soll und auch dich achtgeben soll.

    Lass dich ganz lieb von mir drücken, Charmi

  • Hallo acgarebe,

    ich weiß wovon du redest, auch ich habe über Jahre Gewalt durch meinen Partner erfahren. Bei mir hat er die Isolation, von der auch du sprichst, dermaßen perfektioniert, dass ich heute keinen einzigen Menschen mehr an meiner Seite habe. Durch seinen psychischen und physischen Missbrauch an mir, reagiere ich fremden Menschen gegenüber (teilweise aber auch Bekannten wenn sie mir zu nahe kommen) abweisend und agressiv, was mir neue Kontakte im Moment unmöglich machen. Ich hoffe durch meine Therapie den Weg zurück zu finden.

    Danke für deinen Bericht, der zeigt, dass man nicht alleine damit ist.

    Liebe Grüße

    Marie-Juana

  • hallo acgarebe,

    auch ich kenne diese alpträume und trigger zur genüge. mir steht aber meine beste freundin k. tag und nacht zur seite, wenn ich sie brauche. auch habe ich bekannte, die sich um mich sorgen, wenn ich mich nicht einmal in der woche melde. meine ärztin ist auch immer für mich da. ich kann sie jederzeit anrufen und sie hilft mir wo sie nur kann. sie geht sogar in ihrer freizeit mit mir spazieren und dann reden wir über gott und die welt.

    menschen, die mich unterstützen und mich so nehmen wie ich eben bin sind mir sehr wichtig geworden. ich möchte sie aber auch nie wieder enttäuschen oder verletzen!

    ich wünsche dir alles liebe und gute! und wenn du dich mal ausquatschen willst, dann meld dich bei mir!

    liebe grüße sonnenschein

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