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Erfahrungsbericht: Mein Leben mit einer Ersatzblase
- Was ist zuerst passiert?
- Blasenkrebs
- Wann ist es passiert?
- vor zwei Jahren
- Was ist sonst passiert?
- Strahlentherapie, Chemo, OP
- Wie endete es?
- zum Jammer
Mein Leben mit einer Ersatzblase
Ich musste mit meinem 55 Jahren in Sachen Krankheiten schon jede Menge durchmachen. Darum habe ich mich entschlossen, mal einen Erfahrungsbericht zu schreiben und der Nachwelt so zu zeigen, wie es mir ergangen ist. Ich will das auch einfach mal loswerden und Freunde haben mir geraten, ich soll mir das von der Seele schreiben. Ich hoffe, ich langweile euch nicht zu sehr mit meiner Lebensgeschichte.
Vor zwei Jahren wurde bei mir Blasenkrebs festgestellt. Das war natürlich ein riesiger Schock für mich. Krebs haben doch nur die anderen. Mich kann es nicht treffen waren immer meine Gedanken. Aber dann war doch ich an der Reihe. Habe dann alles durchgemacht. OP, Chemo, Strahlentherapie und so. Das war ein Horrortrip!
Zum Glück konnte das Blasentumorgewebe zwar entfernt werden, aber weil der Krebs schon tief saß, musste die Blase komplett entfernt werden. Nebenbei wurden mir auch noch die Prostata und die Samenblasen rausgenommen. Ich war ja als Kind schon immer sehr krank und oft im Krankenhaus. Das hat sich mein gesamtes Leben über hingezogen. Es ist zum Heulen. Ich konnte mein Leben eigentlich nie richtig genießen, wenn ich mir das jetzt im Rückblick mal vor Augen führe. Und dann auch noch Krebs und eine Ersatzblase.
Die Ärzte sagten mir gleich von Anfang an, dass es sich um einen extrem aufwendigen Eingriff handele und vieles schief gehen könnte. Natürlich wollten sie von mir eine Unterschrift haben, dass sie für keine Eventualitäten aufkommen würden. Wollte erst nicht signieren, aber als sie mir dann die OP verweigern wollten, habe ich nachgegeben. Zum Glück verlief alles paletti und am Ende hatte ich eine Ersatzblase aus meinem eigenen Darm.
Nun will ich mal kurz beschreiben, wie ich damit klar komme. Mir wurde gesagt, dass mich keine großen Änderungen erwarten würden. Aber das empfinde ich nicht so. Immerhin muss ich die Blase jetzt anders entleeren. Ich muss mich jetzt hinsetzen, früher habe ich ja immer im Stehen uriniert. Und dann muss ich auf meinen Bauch drücken. Das nennt sich Bauchpresse und ist recht unangenehm. Und es dauert auch um einiges länger als das normale Wasserlassen. Ich sitze immer rund 15 Minuten auf dem Topf. Aber es ist wohl wichtig meinten die Ärzte zu mir, weil ich sonst eine Entzündung bekommen könnte, was gar nicht so gut wäre. Nervig ist wirklich, dass ich die Blase anfangs alle drei Stunden entleeren musste. Auch in der Nacht. In die Hose ging anfangs auch einiges, was mich richtig fertig gemacht hat. Inkontinenz ist doch nur für alte Leute da. Über mein Sexleben will ich mich mal nicht so auslassen. Da gäbe es eh nicht viel zu berichten. Angeblich würde da jetzt wohl auch nichts mehr gehen. Also so Kinder.
Ins Schwimmbad und in die Sauna kann ich ganz normal gehen. Wenn ich das denn machen würde. Ich habe so was auch vorher nicht gemacht, da werde ich jetzt mit einer Ersatzblase bestimmt nicht damit anfangen. Essen kann ich ganz normal, aber viel Obst und Gemüse und weniger Fast-Food ist gut, sagten die Doktoren zu mir. Und wenig Alkohol und Zigaretten. :-(
Zum Arzt muss ich wirklich regelmäßig gehen, um möglichen Komplikationen vozubeugen. Das könnte sonst mit einer Blasenentzündung und irgendwie mit einer Überdehnung enden.
Ist da nicht alles zum Jammern? Habe ich so etwas verdient? Ich wollte das einfach mal loswerden.
Harry
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Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
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