Erfahrungsbericht: Schuppenflechte durch Stress

Was ist zuerst passiert?
Umzug, Stress in der Schule
Wann ist es passiert?
das ist 10 Jahre her
Was ist sonst passiert?
Schuppenflechte / Psoriasis
Wie endete es?
Vereinsamung, immer noch Schuppenflechte

Weil ich seit ein paar Jahren von der Schuppenflechte geplagt werde, schon vieles probiert habe und leider nichts gefunden habe, was mir hilft will ich mal diesen Erfahrungsreport hier reinstellen. Vielleicht kennt sich ja jemand mit der Krankheit aus, kann sich das durchlesen und mir sagen, was ich noch ausprobieren kann. Ich hoffe, hier Hilfe zu finden.

Angefangen hat alles vor genau 10 Jahren. Ich war noch ein Schüler im Gymnasium und hatte ziemlich viel Schulstress. Es war nämmlich so, dass meine Eltern umgezogen sind und ich dadurch die Schule wechseln musste. Ich bin von Mecklenburg-Vorpommern nach Bayern gezogen. Der Unterschied in den Gymnasien dort ist wirklich riesig. Ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt. Obwohl ich in MeckPomm immer zu den guten Schülern gehört habe. Die Systeme sind einfach zu verschieden.

Eigentlich hatte ich in fast allen Fächern Probleme, besonders Mathe, Chemie, Bio, Physik und Französisch hatte es mir angetan. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute dort um Jahre voraus waren. Ein Jahr zurückgehen wollte ich auch nicht. Ich würde mal sagen, dazu war ich zu stolz. Das ist ja auch noch immer sehr negativ angesehen, wenn man ein Schuljahr nicht schafft.

Wie auch immer. Ich hatte jedenfalls im ersten Jahr mit massiven Problemem zu kämpfen, die ich anfangs auch durch intensiven Nachhilfeunterricht nicht in den Griff bekam. Ich wurde total depressiv, hatte keinerlei Freude mehr am Leben. Und dann kam auch bald diese eklige Schuppenflechte oder Psoriasis wie es im Medizindeutsch heißt. Anfangs dachte ich nur, dass es lediglich temporär sei, ging zum Arzt, der mir erst mal eine Pflegecreme mit Urea empfahl. Davon wurde es nicht besser. Dann gingen wir zu einer Art brauner Suppe über (ich glaube das war Dithranol oder so ähnlich), die alles bräunlich gefärbt hat. Das verschafft mir zwar vorübergehend etwas Besserung aber die war nicht von langer Dauer. Die Psoriasis kam wieder und machte sich an weiteren Körperteilen breit. Anfangs hatte ich das ja nur an den Ellenbogen und am Kopf. Aber nun machte sich das auch weiter breit. Und das obwohl ich schulisch in der Zwischenzeit etwas besser dastand. Das war so nach zwei Jahren.

Und nun kamen auch noch psychische Folgen dazu. Ich hatte eine erste Freundin, mit der ich intim wurde. Als wir dann eines abends so weit waren (ihr wisst schon, was ich meine) und sie meine Schuppenflechte sah, war sie total abgeturnt. Sie meinte, sie will sich nicht ansteckend, was ja völliger Quatsch ist. Schuppenflechte ist ja überhaupt nicht ansteckend, weil es eine Autoimmunkrankheit ist. Aber das war ihr egal. Na, das war es dann auch. Ich fiel in ein tiefes Loch und suchte Hilfe bei einem Psychologen. Die meinte, dass das natürlich alles irgendwie zusammenhängen würde und wir darüber sprechen müssten. Sie schlug eine Psychoanalyse vor, worauf ich einwilligte. So richtig was rausgekommen ist dabei nichts. Gut ich weiß jetzt mehr über mich und warum ich in bestimmten Situationen so und so handle. Aber die Schuppenflechte ist noch immer da.

Der Hautarzt verschrieb mir dann Cortison. Aber das darf ja nicht großflächig angewandt werden, weswegen ich immer nur kleine Areale einsalben konnte. Und wenn ich dann mit einer anderen Stelle anfing, kam eine alte wieder. Hoffnungslos!

In der Zwischenzeit plage ich mich schon 10 Jahre mit dem Problem rum und bin sozial eher ein Außenseiter geworden. Ich bin mir des Prozesses sehr bewusst, kann aber nichts tun. Ich bin machtlos und fühle mich sehr handlungsunfähig. Ich weiß, ich weiß, anderen Leuten geht es noch viel schlechter und die kommen auch irgendwie mit ihrer Situation klar. Aber es ist ja auch nicht jeder gleich. Ich bin halt ein „Softy“.

Kann mir irgendjemand aus der großen imedo Gemeinschaft helfen? Geht es vielleicht anderen Leute ähnlich? Habt ihr gehört, wie man mit der Schuppenflechte fertig werden kann? Freue mich über Tipps und Ratschläge.

So das war mein Bericht. Hoffe, ich habe euch nicht zu arg gelangweilt.



Stichworte (Tags): Autoimmunkrankheit, cortison, depressiv, Dithranol, Ellenbogen, Erfahrungsbericht, Erfahrungsreport, hautarzt, Kopf, Krankheit, nicht ansteckend, Psoriasis, Psychoanalyse, Psychologen, Schulstress, Schuppenflechte, Stress, Urea

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

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Kommentare

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  • Schuppenflechte durch Stress

    natürlich beeiflusst der Stress die Psoriasis negativ, ist aber nicht die Ursache. Diese ist ein Gendefekt in dem das Immunsystem die eigene Haut als Fremdkörper angreift.

    Dafür gibt es in manchen Fällen systemische Therapien mit s.g. Immunsupressiva wie z.B. Metothrexat, Enbrel (wird aber eigentlich nur bei Gelenkbeteiligung (Pso. Arthtritis) verschrieben), die alle aber mehr oder weniger schwere Nebenwirkungen haben und besonders die Leber stark belasten.

    Ich hab den Sch... nun schon fast 35 Jahre und ich kann Dir nur sagen, sozial abgrenzen solltest Du Dich nicht. Ich geh noch genauso mit Freunden weg. Habe vor zwei Jahren mit einigen Freunden einen Verein gegründet der in der Zwischenzeit sehr erfolgreich ist und wenn jemand Fragen stellt, kriegt er eben eine erklärende Antwort, die mehr Nähe schafft, als Du Dir denkst. Das Einzige was ein wenig nervt, sind die allseits bekannten "GUTEN RATSCHLÄGE" von ahnungslosen Mitmenschen. Die muss man dann eben einfach abwürgen.

    Außerdem: Kortisonhaltige Salben kann man sehr wohl großflächig anwenden. Man sollte dabei nur darauf achten, dass man dies nicht zu lange tut und das ganze ein wenig aufteilen. Z.B. Heute Oberkörper mit Psorcutan Beta und Unterkörper mit Calcipotriol (Daivobeth) und morgen umgekehrt. Nach 1 1/2 Wochen für einige Tage pausieren. Das kannst Du dann monatelang fortsetzen.

    Ich hoffe das hilft Dir ein wenig.

  • Hilfestellung zum Thema

    Ich möchte hier mal was zum Thema beitragen. Mir sind mehrere Menschen bekannt, die zum Teil über Jahrzehnte dagegen angekämpt haben, auch mit Cortison und so weiter und nichts hat angeschlagen. Bis Sie dann Ihre Ernährung auf GESUNDE NAHRUNG umgestellt haben, und siehe da nach wenigen Monaten waren alle Symptome beseitigt. Man beachte, daß mehr als 70 % aller Krankheiten Ernährnugsbedingt sind. bei Fragen zum Thema Gesundheit, einfach mal melden. Es ist nicht so aussichtslos wie es scheint.

    Schönen Gruß Volker

  • Habe auch schuppenflechte...

    ...aber "zum Glück" nur am Kopf, hab bisher nicht viel probiert dagegen. Bei mir war bisher nur eine Friseurin etwas angeekelt und fragte mich auch ob das ansteckend ist, war mir sehr unangenehm...

    Vor über 10 Jahren war ich mal beim Hautarzt welcher mir eine ziemlich fettigecreme verschrieben hat welche ich täglich auftragen sollte. Letztendlich war es aber schwirieger das Zeug wieder aus den Haaren zu bekommen, als das es Linderung verschafft hätte. Bis jetzt benutzte ich nur so ein paar Haumittelchen, wenn es mal wieder schlimmer wird z.B. Jogurt (mit ner spritze ohne nadel aus der Apotheke kriegt man es ganz gut auf die Kopfhaut), Naturöle ( sind ja auch sonst ganz nett für die haare) und Kamillentee. Spektakulär war die wirkung bei mir bisher nicht, hab aber auch noch nichts davon regelmäßig angewand. Da es aber zur Zeit wieder etwas schlimmer geworden ist werd ich jetzt mal nach dem waschen immer mit Kamillentee nachspülen mla gucken wie das wird. Erstatte gerne Bericht!



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