Johaniskraut -Hypericum perforatum
Botanischer Steckbrief:
Das Johanniskraut (Familie der Hypericaceae) wird bis zu 1 m hoch.Die aufrechten zweikantigen Stängel sind rötlich überzogen,die ovalen Blätter durchscheinend punktiert und mit schwarzen Drüsen bedeckt.Hält man die Blätter gegen das Licht,so erkennt man kleine Punkte,die den Eindruck erwecken,die Pflanze sei durchlöchert.Die goldgelben Blüten stehen in Dolden.Blütezeit ist ab Mitte Juni.
Verwendete Teile und Inhaltsstoffe:
Arzneiliche Verwendung finden das während der Blütezeit gesammelte Kraut.
Wichtige phamakologisch wirksame Inhaltsstoffe sind die Anthracenderivate Hypericin und Pseudohypericin,das Acylphlorogluciol Hyperforin,Flavonoide,Xanthone,Gerbstoffe,Kaffeesäurederivate und ätherisches Öl.
Verwendung:
Innerlich: bei Wurmbefall,Bronchitis,Asthma,Gallenblasenerkrankungen,nächtlichem Harndrang,Bettnässen,Gastritis,Durchfall,Gicht,Rheuma
Äußerlich: bei Muskelschmerzen,Sonnenbrand,Wundheilmittel.Das Johanniskraut wird als Hautpflegemittel bei unreiner,aber auch bei trockener,schuppiger Haut sehr gelobt.
Darreichungsformen und Dosierung:
Für die innerliche Anwendung steht eine große Zahl von Fertigarneimittel auf der Basis alkoholischer Extrakte zur Auswahl (Dragees,Kapseln,Filmtabletten,Saft ).Es können auch die verdünnte Tinktur oder loses Johanniskraut als Tee verwendet werden,jedoch reichen die mit dem Tee aufgenommenen Wirkstoffmengen zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen nicht aus.
Empfohlen werden Tagesdosen von 450 - 1050 mg Extrakt (abhängig von der Konzentration) oder 3,0 - 4,5 ml Tinktur.
Für die äußerliche Anwendung ist Öl zum Einreiben gebräuchlich.
Teezubereitung: 2 TL Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5-10 Min. ziehen lassen;morgens und abends je 1-2 Tassen.
Bei der Behandlung von Depressionen kann es 3-4 Wochen dauern,bis die Wirkung einsetzt.
!!! Anwendungsbeschränkungen:
Zur Anwendung während der Schwangerschaft oder Stillzeit liegen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.
Nach einer Organtransplantation oder wenn man Medikamente zur Behandlung einer HIV-Infektion einnimmt (Proteasehemmer),darf Johanniskraut nicht verwendet werden.
Wenn man Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnimmt (Antikoagulanzien),sollte man vorher den Arzt befragen.
Nebenwirkungen:
Johanniskraut kann zu erhöhter Lichtempfindlichkeit führen.Gelegentlich wurden Magen-Darm-Bescherden,Unruhezustände,Müdigkeit,Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen beobachtet.
ACHTUNG:Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva,Immunsuppressiva,Proteasehemmern,Antikoagulanzien,Theopyllin und Digoxin sind Wechselwirkungen möglich.