Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

Thema: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

  • Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Ist es unbedingt notwendig im Krankenhaus beobachtet zu werden wenn der Verdacht einer Gehirnerschütterung besteht?

    Da ich Kleinkinder zu Hause habe würde es mich interessieren was für symptome auf eine Gehirnerschütterung hinweisen und ob eine leichte Gehirnerschütterung unbedingt eine Behandlung im Krankenhaus erfordert oder ob ich mein Kind selbst behandeln kann?

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Soviel ich weiß deuten Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und Erbrechen sowie Gleichgewichtsstörungen auf eine Gehirnerschütterung hin. Oft sind Platzwunden oder Beulen am Kopf, manchmal sieht man aber auch gar nichts.

    Ich würde zur Sicherheit immer zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen, vor allem mit Kindern. Schließlich weiß man nie wie stark die Verletzung ist.

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Im Wesentlichen können folgende Symptome auf eine Gehirnerschütterung hindeuten:

    • Übelkeit, Erbrechen
    • Erinnerungslücke
    • Kopf- und ggf. Nackenschmerzen
    • Gleichgewichtsstörungen
    • Wesens-/Verhaltensveränderungen
    • sichtbare Verletzungen am Kopf (Beule, Platzwunde)
    • Unfallgeschehen (Sturz aus großer Höhe oder bei hoher Geschwindigkeit)

    Wie üblich können einzelne Anzeichen oder eine beliebige Kombination auftreten.

    Gefahren:
    da es bei einer Gehirnerschütterung zu inneren Blutungen kommen kann, die sich im Verlauf mehrerer Stunden entwickeln und ggf. erst nach längerer Zeit Auswrikungen haben, ist eine engmaschige Überwachung sinnvoll. Ein initiales Röntgen kann zwar einen ersten Anhaltspunkt geben, jedoch können langsame Blutungen erst nach 24 Stunden sicher ausgeschlossen werden.

    mögliche Folgen:
    eine raumfordernde Blutung im Gehirn kann zu Quetschungen von Gehirnteilen führen und damit lebenswichtige Funktionen beinträchtigen, z.B. das Atemzentrum. Dies kann somit im schlimmsten Fall bis zum Tod führen.

    Persönliche Einschätzung:
    da es vor allem bei Kindern sehr häufig passiert, dass sie sich den Kopf anschlagen, ist es sicherlich nicht praktikabel, jedes mal zur Überwachung ins Krankenhaus zu gehen. Eltern sind jedoch häufig sehr gut in der Lage einzuschätzen, ob das Kind sich massiv anders verhält als vor dem Ereignis - als ein sehr lebhaftes Kind zunehmend ruhig bis apathisch wird - und ob sich sonstige Anzeichen in Kombination zeigen. Ich persönlich würde daher erst bei Verdacht auf eine massive Comotio cerebri einen Arzt aufsuchen.
    Wenn man sich dafür entscheider, nicht zum Arzt zu gehen, sollte man den Patienten min. 24 Stunden genau beobachten, was ggf. ein regelmäßiges Wecken nachts einschließt.

    Sollten sich zeitnah nach dem Ereignis schwere Gesundheitsbeschwerden zeigen, würde ich jedoch anstelle eines Privattransportes des Patienten eindeutig die Alarmierung des Rettungsdienstes empfehlen, da ein Erbrechen des Kindes auf einem Autorücksitz schwere Folgen bis zum Ersticken haben kann.

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Hallo!

    Also ich persönlich hatte schon ein paarmal eine Gehirnerschütterung. Und ich war meist im Krankenhaus - aber nicht immer. Wenn ich daheim blieb, musste ich unterschreiben, dass ich das auf eigene Verantwortung tue. Und ich habe mir genau vom Arzt erklären lassen, worauf ich achten soll.

    Die nächsten 24-36 Stunden sollte man dann keinesfalls alleine sein. Spätere Anzeichen können sein (wie mscheur ja auch schon sagte):

    • Erbrechen
    • Kopfschmerzen
    • fehlender Licht-Reflex bei den Pupillen oder auch verschiedene Pupillen-Größe (also auch nachts wecken und regelmäßig prüfen!)
    • Verwirrtheit (auch dafür braucht man einen Beobachter)
    • veränderte/fehlende Ansprechbarkeit (also regelmäßig testen lassen)
    • ...

    Übrigens: Beschwerden wie Kopfschmerzen, Blutungen o. ä. können auch an der Gegenseite des eigentlichen Aufpralls oder so auftreten - nicht nur dort, wo man wirklich aufgekommen ist!

    Ich persönlich habe mich daheim also auch nachts alle 1-2 Stunden wecken und mir ins Auge schauen lassen (mein damaliger Freund war Arzt). Doch ich war erwachsen und es war nicht meine erste Gehirnerschütterung. Ich kannte also einiges schon und wusste ungefähr, was los und zu tun ist.

    Ein Kind würde ich persönlich nur dann daheim lassen, wenn ich wirklich gewährleisten könnte, dass rund um die Uhr wirklich einer wach ist und es "im Auge behält". Also immer mal anspricht, ins Auge schaut usw. Und dass dieser jemand auch Erfahrung genug hat und kompetent genug ist, kleine Veränderungen oder auch Unterschiede in der Größe der Pupillen wirklich zu bemerken.

    Sonst wäre mir das zu gefährlich. Weil Kinder ja (je nach Alter + Verständigkeit + Ausdrucksmöglichkeiten usw.) von selbst auch nicht immer alles sagen, nicht alles verstehen usw. Und weil ich da wohl zu sicherheitsbedürftig wäre.

    Und rein vom Unfallgeschehen her kann man auch nicht immer auf die Folgen schließen. Ich bin z. B. einmal von der regennassen Bordsteinkante abgerutscht und beim Fallen mit dem Hinterkopf auf die Motorhaube eines dort parkenden Autos geknallt. Also mit eher geringer Fallhöhe (etwa 75 cm oder so?). Bis auf das angeschlagene Knie gings mir gut - und so bin ich dann ganz normal ins Büro gefahren. Doch vormittags wurde mir dann plötzlich schlecht. Es folgten Krampfanfälle, üble Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen usw. - einige Stunden später! Der Arztbesuch (auf Drängen der Kollegen) ergab: Schädel-Hirn-Trauma II. Grades und ein längerer Krankenhausaufenthalt.

    Also: Man sollte da also echt nicht zu leichtfertig sein - und auch nicht zu sicher, nur weil der Aufprall vielleicht nicht so dolle war oder so.

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Auszug aus einer Unfallstatistik über Kinder

    Hallo nochmal!

    Hier noch ein Nachtrag - hab ich grad im Netz gefunden:

    Unfälle sind immer noch die häufigste Todesursache von Kindern in Deutschland. Von der Gesamtzahl der Unfallkinder sind ca. 15 % lebensgefährlich mehrfach verletzt. Dabei sind 90% Kinder mit einem Straßenverkehrsunfall. Der Altersgipfel liegt durch die Gefahren der Verkehrsteilnahme zum Schulanfang bei den 7-Jährigen.

    Als unmittelbare Todesursache ist nur zu 20% der so genannte hämorrhagische Schock (Blutungsschock) zu nennen, aber 80% dieser Kinder sterben an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma (SHT). Neben den tödlichen Unfallfolgen tragen etwa 20 % dieser Kinder Dauerschäden unterschiedlichen Schweregrades davon.

    Eine besondere Risikogruppe in der Akutversorgung sind Kinder mit mittelschweren SHT, die zunächst scheinbar wenig beeinträchtigt sind, sogar schreien und sprechen können. Dann verfallen sie sehr rasch in ein Koma und können versterben („Talk and die“ - Kinder).

  • Antwort: Auszug aus einer Unfallstatistik über Kinder

    Die Gehirnerschütterung bei Kindern kommt recht häufig vor und es ist sicher notwendig, dass das ärztlich abgeklärt wird, aber ich wollte alle Mütter beruhigen: Die Gehirnershütterng heilt bei Kindern auch ganz gut wieder ab, das kindliche Gehirn ist relativ widerstandsfähig.

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Meine Kleinen hatten auch schon des "öfteren" eine Gehirnerschütterung, allerdings bin ich "mittlerweile" nicht mehr sooo vorsichtig, dass ich sage, dass ich auf jedenfall im Krankenhaus bleiben - kommt natürlich auch darauf an, wie hart der Unfall war, aber bei einer Kleinen weiß ich mittlerweile selber ganz gut, was zu tun ist!

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Naja, also bei Kindern wäre ich da wirklich vorsichtig. Schließlich kann man da auch mal was falsch machen, und was ist dann?

    Gibt es eigentlich extreme Folgeschäden nach einer Gehirnerschütterung?

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Natürlich bin ich bei meinen Kindern vorsichtig, ist ja immernoch eine Gehirnerschütterung!!! Allerdings, wenn es nur ein harmloser Sturz war, dann lasse ich sie erstmal ein paar Stunden ruhiger angehen, um zu sehen, ob sich was zeigt. Sollte ich merken, dass es schlimmer wird, würde ich so oder so ins KH gehen - keine Angst also Gut

    Denke schon, dass es extreme Folgeschäden gibt, da muss man sich nur die normalen Schäden angucken und dann weiterdenken - würde ich jetzt mal sagen.

  • Antwort: Krankenhausaufenthalt bei Gehirnerschütterung?

    Na, dann ist ja gut Gut

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