Wie bekommt man Herpes?

Thema: Wie bekommt man Herpes?

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    Unter Herpes versteht man umgangssprachlich eine Gruppe von Virusinfektionen, deren Erreger zur Familie der Herpesviren (Herpesviridae = Herpetoviridae) gehören. Der Ausdruck Herpes stammt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich nur „Kriechen“.

    Herpesviren sind bei Wirbeltieren und beim Menschen weit verbreitet. Virologen gehen davon aus, dass etwa 85 % (50–95 %) der Bevölkerung weltweit mit HSV-1 und 25 % (5–50 %) mit HSV-2 infiziert sind, gesicherte Zahlen gibt es jedoch weder für Deutschland noch weltweit. Etwa 30 % der Infizierten haben rekurrente Infektionen und ca. 1 % der Virusträger erleiden häufig, d. h. 1x pro Monat eine Reaktivierung der latenten Herpesinfektion.

    Alpha-Herpesviren infizieren in der Regel zuerst Epithelzellen (z. B. Haut- oder Schleimzellen). Hier kommt es zu einer starken Virusvermehrung und zum Absterben der infizierten Zellen. Bevor das Immunsystem die Infektion unter Kontrolle gebracht hat, infizieren die Viren auch bestimmte Nervenzellen. Im Zellkern dieser Neuronen wird die virale DNA neben der Neuronen-DNA als episomale DNA abgelegt (die im Kern angelangte, virale DNA schließt sich zu einem Ring). In dieser Form verhält sich das Virus dann still und ist für das Immunsystem nicht zu entdecken (latente Infektion) [1]. Durch bestimmte Einflüsse (z. B. Immunsuppression, Stress, Krankheit, Hormonschwankungen, UV-Strahlung) wird das Virus wieder aktiv, zerstört die Nervenzelle und befällt dann erneut Epithelzellen, so dass eine akute Herpeserkrankung auftritt.

    Zu den Herpeserkrankungen werden im allgemeinen Sprachgebrauch nur die durch die Herpes-simplex-Viren HSV-1 und HSV-2 ausgelösten Erkrankungen gezählt, nämlich der Herpes simplex.

    Herpes Simplex tritt in verschiedenen (nach dem Erscheinungsort der Bläschen benannten) Unterformen auf:

    • Herpes labialis, auch als Fieberbläschen bezeichnet, einer Herpesinfektion im Bereich der Lippen (meistens durch HSV-1 ausgelöst).
    • Herpes nasalis, ähnlich Herpes labialis, jedoch im Bereich der Nase.
    • Herpes perianalis und Herpes glutealis im Bereich des Anus und Perineums bzw. des Gesäßes.
    • Keratoconjunctivitis herpetica in der Augenbindehaut.
    • Stomatitis herpetica, eine Infektion der Mundschleimhaut.
    • Herpes facialis und Herpes buccalis im Gesicht bzw. an den Wangen.

    Die Herpes-Simplex-Viren können durch Ansteckung im frühen Kindesalter, z. B. durch die Mutter übertragen werden. Diese Übertragung geschieht in erster Linie durch Tröpfcheninfektion oder durch direkten Austausch von Körperflüssigkeit wie beispielsweise bei einem Kuss, oder in fortgeschrittenem Lebensalter beim Sexualkontakt. Auch eine Schmierinfektion beziehungsweise Kontaktinfektion kann nicht ausgeschlossen werden, denn es ist auch der Übertragungsweg über die Benutzung von unsauberen Gläsern nachgewiesen. Die meisten Menschen dürften sich schon im Kindesalter angesteckt haben.

    Daneben gibt es noch andere Erkrankungen, die von Laien nicht mit Herpesviren in Zusammenhang gebracht werden, wie

    Für die Behandlung des leichten, wiederkehrenden (rezidivierenden) Lippenherpes ist eine örtliche Behandlung ausreichend. Moderne Medikamente bringen überprüfbar gute Ergebnisse. In Deutschland zur Behandlung zugelassen sind Stoffe wie Aciclovir (z. B. in Zovirax®, Activir®, Acic®), Valaciclovir (z. B. in Valtrex®), Melissenextrakt (z. B. Lomaherpan®), Penciclovir (z. B. Vectavir®, Fenistil Pencivir®) und Zinksulfat, auch in Kombination mit Heparin. Cremes oder Salben mit diesen Wirkstoffen sind auch rezeptfrei erhältlich.

    Durch den weit verbreiteten Einsatz von Aciclovir für diese leichte Symptomatik wird die Häufigkeit von Aciclovir-resistenten Herpes simplex Viren gesteigert. Es gibt jedoch mittlerweile einige andere Virustatika.

    Kinder, Schwangere und Personen mit schweren Verläufen sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen.

    Bei häufigen Ausbrüchen, etwa mehrmals im Jahr, wird von einigen Betroffenen behauptet, das frühzeitige Aufstechen der Bläschen beschleunige den Heilungsverlauf und vermindere die Ansteckungsgefahr durch das geringere Volumen der auslaufenden Flüssigkeit. Tatsächlich erhöht sich durch das Aufstechen jedoch das Risiko, zusätzlich an einer bakteriellen Infektion des Gebiets, einer sog. Superinfektion, zu erkranken. Da die Flüssigkeit in den Bläschen nur ein Symptom und nicht die Ursache der Erkrankung ist, tritt die Heilung durch das Aufstechen auch keineswegs schneller ein, das Risiko andere Menschen zu infizieren wird durch das dauerhafte Aussickern der Flüssigkeit aus dem Wundgebiet jedoch erhöht.

    Eine vollständige und dauerhafte Heilung ist bisher nicht möglich, denn die Einwirkung auf infizierte Stellen der Hauteffloreszenz erreicht nicht die Viren, die sich im Körperinneren in Nervenganglien aufhalten.

    Die Wirksamkeit von Hausmitteln konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Zu diesen Methoden gehört das Betupfen mit Zahnpasta, mit heißem, frisch abgekochtem Wasser oder das Einreiben mit fein gemahlenem schwarzen Pfeffer. Berichte einiger Patienten mit immer wiederkehrendem Lippenherpes über erfolgreiche Behandlungen mit einer oder mehreren dieser Methoden werden mit einem eventuellen Placeboeffekt erklärt.

    Das Betupfen mit Knoblauch oder Teebaumöl kann nicht empfohlen werden, da die Erforschung der antiviralen Wirksamkeit noch keine Hinweise auf eine Wirkung am Menschen erbracht hat. Reagenzglas-Studien konnten jedoch mögliches Potential andeuten, so dass weitere Forschungsergebnisse abzuwarten bleiben.

    Neuen Untersuchungen zufolge scheint Honig eine ernstzunehmende Alternative zu Aciclovir zu sein [2], [3]. Die Dauer einer unbehandelten Herpesattacke von durchschnittlich 7-12 Tagen minderte sich bei Anwendung von Aciclovir bzw. Honig auf im Mittel 5,5 bzw. 2,5 Tage, wobei der Unterschied statistisch signifikant war. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind jedoch noch nicht endgültig überprüft.

    Nach einigen medizinischen Fachartikeln, die vorwiegend aus den 1980er Jahren stammen, kann das Antioxidationsmittel Butylhydroxitoluol (BHT) die Dauer der Bläschenbildung von durchschnittlich 2.4 auf 2.0 Tage verkürzen [4]. Die Häufigkeit und Schwere des Auftretens von Herpeserkrankungen wurde jedoch nicht verkürzt. Zusätzlich wurden bei systemischer Einnahme des BHT Vergiftungserscheinungen und Pseudoallergien beobachtet [5], so dass von dieser Behandlung abgeraten werden muss.

    Bei der Behandlung von Aciclovir-resistenten Infektionen wird in der Regel der Wirkstoff Foscarnet (Foscavir® oder Triapten ®) eingesetzt.

  • Re: Wie bekommt man Herpes?

    huch! das war lang, aber der gesamte artikel ist so interessant! hoffe euch geholfen zu haben!

  • Re: Wie bekommt man Herpes?

    Ja, und zwar so sehr, dass du allen die Infos weggenommen hast. Dabei hätte ich ja sooo viel posten können!

  • Antwort: Wie bekommt man Herpes?

    oh, war schon lang nemmer hier. ja, vielleicht habe ich doch sehr viel vorweg genommen, tut mir leid

  • Antwort: Wie bekommt man Herpes?

    Ich glaube nicht, dass man ihn nur durch Geschlechtsverkehr bekommen kann. Ich denke es ist auch gut möglich ihn sich über Toiletten zu holen.

  • Antwort: Wie bekommt man Herpes?

    Eine Ansteckung über Geschlechtsverkehr ist möglich. Eine Infektion auf der Toilette nicht. Viren überleben nicht auf totem Material. Sie benötigen immer Wirtszellen, die sie mit dem nötigsten "versorgen".

  • Antwort: Wie bekommt man Herpes?

    Ich habe noch eine Frage zur Therapie. Ist Famciclovir (Famvir) zur Hepatitis-Therapie in Deutschland auch zugelassen? Ich höre immer nur was von Aciclovir.

  • Antwort: Wie bekommt man Herpes?

    Hallo Teodulo, meinten Sie wirklich Hepatitis?

    Famciclovir ist zur Therapie von Herpes auch zugelassen.

  • Antwort: Wie bekommt man Herpes?

    Nee, Herpes natürlich...kleiner Verschreiber...

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