Meine beiden Sternenmädchen ...

Thema: Meine beiden Sternenmädchen ...

  • Meine beiden Sternenmädchen ...

    Hallo Leute!

    Ja, auch ich habe Sternenkinder. Ob es wirklich beides Mädchen sind, weiß ich nicht so genau - aber ich wollte ihnen unbedingt einen Namen geben.

    Mit dem ersten war ich 1997 schwanger - doch in der 10. Woche hörte das kleine Herz offenbar einfach zu schlagen auf, jedenfalls war mein Baby plötzlich tot. Und ich irgendwie auch. Ich war unendlich unglücklich - doch niemand wollte davon etwas hören. Immer nur Sprüche á la: "Das war doch eh noch kein richtiges Baby." oder "Sei doch froh, dass es so kam - was hättest Du jetzt mit einem Bay anfangen wollen?" oder "Mach halt ein neues, wenn es Dir so wichtig ist." oder ähnlich blöde Kommentare. Ich habe viel geschrieben und gemalt damals. Und natürlich forderte mein Sohn (damals 4) auch meine Aufmerksamkeit und sein Recht.

    2001 war ich wieder schwanger - und (scheinbar?) glücklich liiert. Doch ich bekam eine quälende Lungenentzündung - und starke Medikamente. Und eine Woche später bekam ich (in der 9. Woche) entsetzliche Schmerzen und dann eine Fehlgeburt. In der Dusche daheim. Ich weiß noch, dass ich eine Weile brauchte um wirklich zu Begreifen, was passiert war ... dass ich schrie und weinte wie eine Irre ... und einfach völlig am Ende war. Niemand durfte meinen Bauch anfassen - weil ich mir einredete, dass mein Baby noch darin sei und ihm niemand weh tun darf. Nur unter starken Beruhigungsmitteln konnten die nötigen Untersuchungen und so stattfinden.

    Und dann wieder nach Hause. Noch Monate später hatte ich manchmal, wenn ich in der Dusche stand, plötzlich das Gefühl, dass alles voller Blut wäre. Dann brach ich weinend zusammen und fühlte mich nur noch leer und unendlich traurig. Die Beziehung war bald darauf beendet - auch er konnte nicht begreifen, was daran nun so schrecklich sei. Es habe doch noch nicht einmal gelebt ...

    Wir haben damals eine Abschiedsfeier gemacht - ganz privat. Unser Abschiedsritual. Mit vielen bunten Luftballons. An manche haben wir Blumen gebunden - oder kleine Zettel mit Worten, die wir dem Baby gern gesagt oder was wir gern mit ihm gemacht hätten usw. Und mit vielen, vielen Tränen. Aber mir hat es dennoch sehr geholfen. Diese Wiese auf diesem Berg ist mein Platz an den ich hingehen kann, wenn ich meine Sternenmädchen besuchen möchte. Ein Grab gibt es ja nicht. Dass ich sie (auf meinen Wunsch hin) auch hätte beerdigen können, erfuhr ich erst später. Im Krankenhaus teilte mir das niemand mit. Es war sowieso alles so schrecklich dort.

    Es tut noch immer oft weh - aber der Schmerz ist nicht mehr so alles überrollend und unerträglich. Es sind Wellen, die heranrollen - aber auch wieder loslassen. Mir haben übrigens damals zwei Geschichten sehr geholfen. Eine von Linde von Keyserlingk und eine andere.

    Und heute? Heute stellen wir manchmal zu den Kerzen mit ihren Daten eine weiße Rose für jedes Mädchen hin. Wenn einer von uns Geburtstag feiert z. B. ... oder an Weihnachten und Ostern oder so ... oder wenn uns einfach so mal so ist ... das ist unsere Einladung an sie ... und dann ist es ein bisschen, als wären sie da und könnten mit uns feiern und glücklich sein.

    Und ich freue mich sehr, wenn meine beste Freundin mir an ihren Todestagen eine Karte schickt. Irgendwie werden meine beiden Sternenmädchen dann realer, wirklicher. Weil auch jemand anderes sie als Lebewesen wahrnimmt. Oder wenn ich jemanden von ihnen erzählen darf.

    Und natürlich denke ich oft an sie ... wie alt/groß sie jetzt wohl wären ... was sie gerade lernen/tun würden ... oder was auch immer ...

    Ich liebe sie und weiß, dass es ihnen gut geht - und das lässt mich den Schmerz ertragen.

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Antwort: Meine beiden Sternenmädchen ...

    Hallo Gänseblümchen,

    ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich hatte damals sogar Schuldgefühle, dass ich es Schuld sei, dass mein Kind nicht leben konnte.

    Es geht Dir wieder gut, oder? Ich habe es überwunden, es ist noch da, aber nicht mehr so stark

    Ich wünsche Dir viel viel Kraft! Deine kleine Träne

  • Antwort: Meine beiden Sternenmädchen ...

    Hallo kleine Träne!

    Ja, Du, das mit den Schuldgefühlen geht uns (glaube ich) sicher allen so. Zumindest vorübergehend.

    Und dann war ich sauer - auf mich, meinen Körper (der offenbar selbst zu doof war, ein Kind wachsen zu lassen), die Ärzte (die zu doof sind, mir zu helfen - und zudem so unsensibel sind), alle Umstehenden (die nur doofe Sprüche klopfen können - weil sie sich eigentlich lieber nicht mit Themen wie Tod und Sterben konfrontieren lassen möchten), ... eigentlich auf alles und jeden!

    Und ich denke, diese Phase der Wut ist wichtig. Ebenso wichtig wie alle anderen Phasen davor und danach. Man darf sich nur nicht davon zerfressen lassen. Dann wird man unfrei.

    Schön, dass Du es grds. geschafft hast! Und ja, ich auch - grds. jedenfalls. Und so absolut und für immer und ewig und immer gleich ist sowas wohl auch nicht zu bewältigen. Oder?

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Sternenmädchen

    Ich habe 3 von ihnen auch Namen gegeben!

    Obwohl ich nicht sicher weiß, ob es wirklich 3 Jungs und ein Mädchen waren.

    Ich nannte sie Stephan, Mason & Hannah, für das eine Krümmelchen habe ich keinen, da es mir gleich seine Schwester Leona schickte...

    Und meine Tochter Elisabeth heißt mit zweiten Namen Hannah...

    GLG Winterhexe72



  • Antwort: Sternenmädchen

    hat euch das sehr geholfen euren sternen kindern namen zu geben ?

    ich weiß leider auch nicht was es geworden wäre ....es quält mich ...

  • Antwort: Sternenmädchen

    Hallo sunny!

    Ja, mir war es sehr wichtig und hat es auch sehr geholfen, dass ich ihnen Namen gab.

    Ich will von meinem Baby erzählen können, über es reden können, es nicht einfach vergessen, sondern genauso, wie meinen Sohn lieben. Jedenfalls soweit es halt geht. Und ich wünsche mir und weiß es zu schätzen, wenn/dass auch andere sie thematisieren - und ihre Existenz nicht betreten verschweigen oder so. Und dazu ist für mich ein Name unabdingbar. Ein unpersönliches "das Baby" oder gar ein dauerhaft schmerzhaftes "die Fehlgeburt" kommt da für mich einfach als Anrede nicht in Frage.

    Und was die Frage betrifft, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist: Ich habe damals ein paar entspannende Atemübungen gemacht ... versucht, Verbindung zu dem Baby aufzunehmen ... und dann ganz tief in mich hineingehorcht ... und überhaupt aufmerksam wahrgenommen, welche Bilder und Gedanken und so da aufsteigen. Und dann "wusste" ich, dass es ein Mädchen geworden wäre.

    Da gehts ja nicht um wissenschaftliche, korrekte Ergebnisse oder so - sondern einfach um ein Gefühl, eine Verbindung oder so ... dass ich einfach irgendwann mal aufhören konnte, diese bohrende Frage zu stellen. Mir geht es gut damit. Und sollte es doch falsch gewesen sein - wem schadet das schon?

    Ich wünsche Dir viel Kraft!

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Antwort: Sternenmädchen

    hallo gänseblümin

    danke für deine antwort ...

    ich glaube sie hilft mir weiter zu kommen .. damit mein baby auch endlich gehen darf ..ich halte es noch fest will es nicht warhaben das es nicht mehr beschützt in meinem bauch liegt .......

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen