Welche Erfahrungen habt Ihr?

Thema: Welche Erfahrungen habt Ihr?

  • Welche Erfahrungen habt Ihr?

    Was macht / machte Euer Arbeitgeber denn für Angebote, und welche Erfahrungen habt Ihr sammeln können?

    Hattet Ihr Mitspracherecht und wurden Eure Vorschläge aufgenommen und umgesetzt?

    Was hättet Ihr Euch vielleicht gewünscht?

    Beste Grüße!

    Harald

  • Antwort: Welche Erfahrungen habt Ihr?

    Hallo Harald!

    Also für meine Begriffe heißt Gesundheitsmanagement in einer Firma z. B., dass man eine Kultur im Unternehmen schafft, die gesunde Lebensweise erleichtert - und ungesunde Lebens- und Verhaltensweisen erschwert. Also dass eben einfach klar ist, dass der Arbeitgeber es unterstützt und fördert und das einfach das "Normale" ist/sein soll, wenn Mitarbeiter sich gesund verhalten. Und dass es andersrum auch klar ist, dass es unerwünscht ist, wenn Mitarbeiter sich ungesund verhalten.

    Bei uns gab es z. B. vor längerer Zeit die interne Diskussion zum Thema Raucher/Nichtraucher. Angestoßen durch zahlreiche Beschwerden von Nichtrauchern (mich eingeschlossen), weil in der Nähe der Raucherräume keiner lüften oder langgehen konnte, ohne eingequalmt zu werden. Also in den einzelnen Büros durfte sowieso nicht geraucht werden (schon seit 1991 nicht, da hab ich da angefangen). Aber es gab halt immer so einzelne Raucherräume drinnen und -ecken draußen. Nach dieser Diskussion (teils auch in der Mitarbeiterzeitung) wurde das dann alles abgeschafft. Jeder, der jetzt noch während der Arbeitszeit rauchen möchte, muss also das Gebäude verlassen und auch alle Fußwege drumherum und richtig woanders hingehen. Dass das nicht als Arbeitszeit zählt, ist eh selbstverständlich - also Stechkarte zücken und ausstechen. Parallel zu diesen Regeln wurden Nichtraucherkurse usw. bezuschusst, um es evtl. Aufhörwilligen etwas leichter zu machen.

    Ganz super finde ich aber z. B. auch, was ich mal von Siemens (? falls ich das jetzt nicht verwechsel) gelesen habe: Die haben den Nichtrauchern sogenannte "Apfelpausen" genehmigt. Weil ja auch bekannt ist, dass die Raucher auch viel besprechen, sich informell unterhalten usw. Und dass diese kurzen Päuschen auch gut für die Motivation und die Arbeitsergebnisse sind. Dort können also auch Nichtraucher davon profitieren - indem sie eben einen Apfel essen. Die Äpfel werden wohl in Körben oder so sogar bereitgestellt.

    Recht aktuell war bei uns nun das Thema "Per Rad ins Büro". Da gabs leider keine große Einbeziehung der Leute selbst. So dass wir zwar nun jede Menge Fahrradständer haben - aber kaum Duschmöglichkeiten. So radeln eigentlich nach wie vor nur wenige ins Büro. Also halt Leute, die es nicht so weit haben oder die nur ganz langsam radeln und eben nicht schwitzen. Ich würde auch gern radeln - müsste mich dann aber duschen und umziehen. Was (neben der Dusche) irgendwie auch das Problem des Klamottentransports stellt. Naja.

    Was die Fahrradfahrer anbetrifft, ist wohl Infineon ganz toll, mit Duschen + Spinden für die Radler. Das fände ich auch gut.

    Ja, das fällt mir jetzt "ad hoc" zum Thema ein.

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Antwort: Welche Erfahrungen habt Ihr?

    Hallo zusammen,

    schön, dass es hier eine Gruppe zum Gesundheitsmanagement gibt.

    Die Antwort von Dir, Gänseblümin finde ich sehr interessant. In der Tat haben viele Unternehmen erkannt, dass sie in ihr höchstes Gut, nämlich die Menschen, welche dort arbeiten, investieren müssen.

    Mit gutem Grund! Davon profitiert ja auch das Unternhemen mit einem entsprechenden "Return on Investment ROI". Studien zeigen, dass man durch ein nachhhaltiges Gesundheitsmanagement (keine Inselmaßnahmen wie reine "Aktivitätsprogramme") bei einem investierten €uro bis zu 20 €uro zurück erhält.

    Hier ist es jeoch entscheidend, was Du, Harald, geschrieben hast!

    Gerade bei Raucherentwöhnungskursen bspw. ist es sehr wichtig für die einzelnen Stadien, in welchen sich die "Raucher" befinden separate Programme anzubieten:

    Es ist eigentlich klar, dass man einem "überzeugten" Raucher erst einmal sein gesundheitliches Risiko nahe bringen sollte, um ihn in die richtige Richtung zu leiten.

    Jemand, der aber schon ernsthaft darüber nachdenkt, aufzuhören, muss Unterstützung und Motivation erhalten.

    Und wieder anderen, welche es bereits geschafft haben, aufzuhören, muss man Strategien mit geben, wie sie weiterhin am Ball bleiben können, ohne Rückfälle zu erleiden.

    Ich denke, dass an diesem Beispiel schon klar wird, dass der Erfolg eines nachhaltiges Gesundheitsmangements v.a. von den Akteuren und ihren Qualifikationen abhängig ist!

    Wie gesagt, gibt es viele Anbieter für Aktivitäten, welche auch berechtigt sind und von Gymnastiklehrern meist gut umgesetzt werden. Aber sobald eine unternehmensspezifische innovative Lösung her muss, stoßen diese Personen an ihre Grenzen. Wie sollen sie auch wissen, wie komplex die Änderung von Gesundheitsverhalten funktioniert, und wie stark hier die Verhaltenspsychologie mit hineinspielt.

    Dies ist nicht aus Vorwurf zu verstehen, dafür wurden Sie ja nie ausgebildet!

    Somit kann man sagen, dass das Fundament eines nachhaltigen Gesundheitsmangement (und auch der Unternehmenskultur dazu) in den Stukturen und Arbeitsweisen der Verantwortlichen verankert ist. Ist hier das nötige Wissen über gesundheitspsychologische Grundlagen vorhanden, dann entstehen sowohl für die Menschen im Unternehmen, als auch für das Unternehmen selbst eine win-win Situation!



    Steffen

  • Antwort: Welche Erfahrungen habt Ihr?

    Hallo Steffen,

    ja genau, andere Motivieren, und sie auf dem Weg zu ihren eigenen Gesundheitszielen zu unterstützen, das ist ein sehr guter Ansatz!

    Leider findet man dies im Gesundheitsmangement viel zu selten.

    Gesundheit und Fitness heißen die Zauberworte. Mit dem Aktionsplan
    „Fit statt fett“ will die Regierung das Bewegungs- und Ernährungsverhalten verbessern. Ein gesunder Lebensstil wird propagiert, von den heilenden Kräften des Sports bis zu den wertvollen Inhaltsstoffen von Obst und Gemüse. Kein Wunder, dass sich auch
    in den Personalabteilungen deutscher Unternehmen einiges bewegt, oder besser gesagt, bewegen sollte. Doch wie sieht es in deutschen Unternehmen aus? Weitverbreitet sind Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel Rückenkurse oder Gesundheitstage. Ein durchdachtes und nachhaltig wirkungsvolles Konzept ist damit meistens nicht verbunden, ein in die Unternehmenskultur integriertes Gesundheitsmanagement nur vereinzelt
    entstanden. Feste Verankerung des Themas Gesundheit wird aber nur erreicht werden, wenn der ökonomische Nutzen des betrieblichen Gesundheitsmanagements belegt wird.

    Da denke ich sind Deine Ausführungen ein innovativer Lösungsansatz!

    Grüße

    Harald

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