Thema: Asthma und Sport

  • Asthma und Sport

    Hallo Leute!

    Ja, Asthma und Sport - das ist ja immer mal wieder ein Dauer-Streitpunkt. Früher wurden Kinder mit Asthma ja sogar immer vom Schulsport ferngehalten. Schlimm!

    Ich jedenfalls möchte hier bissel von meinen Erfahrungen mit Sport berichten - und bin auch sehr an euren interessiert! Vielleicht hilft es ja sogar dem einen oder anderen? Wer weiß ... ;-)

    Ich selbst war früher (also als Kind + Jugendliche) eher ziemlich unsportlich. Die Schulsport-Note versaute mir regelmäßig mein sonst gutes Zeugnis - mehr als ne 3 war da nicht drin. Und da ich (aus Gründen, die jetzt hier zu weit führen würden) auch nie draußen war - gabs also auch kaum Bewegung.

    Dann war ich volljährig und die Wende kam ... und ich hatte alle Hände voll zu tun, um für meinen Lebensunterhalt zu sorgen und irgendwie zu überleben. Also auch wieder nix mit Sport. Fehlte mir auch nicht sonderlich - ich kannte es ja eh nicht anders.

    Tja, und dann stand ich irgendwann (1992? ich weiß es nicht mehr so genau *schäm*) mit der Diagnose "Asthma" da. Und schwanger war ich auch noch. Die letzten 6 Monate der Schwangerschaft habe ich dabei fast vollständig im Krankenhausbett erlebt. Und danach mit Kinderwagen oder Babytrage oder so war Bewegung auch nicht gerade das erste, wonach ich mich sehnte. Und ich begann mit der Zeit noch schneller zu japsen, sobald ich mal zur Straßenbahn flitzte oder so. Und da ich auch noch psychisch krank war/bin - hatte ich damit bereits mehr als genug zu tun und ohnehin zu viele grenzen, wegen derer Sport schwer gewesen wäre.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Erst so gegen 2001 begann ich, regelmäßig Sport zu machen - und zwar ging ich schwimmen. Weil sich das wegen des Schwimmbades direkt neben der Arbeitsstelle so anbot und ich eh eine Wasserratte bin. und weil Schwimmen auch super ging - fast immer ohne Luftprobleme. Doch das war eher Genuss-Sport - aber kein regelmäßiges, konsequentes Training.

    Damit habe ich erst so gegen 2004 begonnen - und zwar mit Walken. Zu diesem Zeitpunkt betrug mein "Einsekundenanteil" (also die Luftmenge, die innerhalb einer Sekunde ausgeatmet werden kann) an der Vitalkapazität (also die Luftmenge, die insgesamt ausgeatmet werden kann bzw. die die Lunge eben nutzbar fasst) etwa 55 % - im Normalzustand bei den Routineuntersuchungen. Was echt nicht grad berühmt war.

    Der Arzt meinte, daran könnte man auch wenig verändern - nur eine weitere Verschlechterung könnte ich verhindern. Nun gut, wenigstens das wollte ich. Und überhaupt irren sich Ärzte ja auch oft genug mit ihren Prognosen - und mir machte meine Waldrunde ja auch einfach großen Spaß! Also drehte ich etwa 3-4mal wöchentlich mind. meine kleine Waldrunde (etwa 6 km - also ca. 45 min) und hin und wieder auch meine große Waldrunde (etwa 20 km). Manchmal (bei Glatteis, strömendem Regen oder so) zog ich stattdessen auch etwa 50 min meine Bahnen im Schwimmbad und schaffte dabei etwa 2 km. Jeweils nie zu schnell - sondern stets so, dass ich nebenbei noch singen oder erzählen konnte. In der Ebene oder bergab eben etwas schneller als bergauf - aber immer so schnell, dass es gerade so nicht zu schnell war.

    Und was soll ich euch sagen: Als ich das letzte Mal zur Untersuchung war, staunte mein Doc nicht schlecht - und kontrollierte noch zweimal nach, weil er meinte, dass das nicht stimmen könnte. Denn der benannte Anteil betrug "plötzlich" gigantische 72 %! Also fast gesund!!! (Bei Gesunden liegt er wohl bei 75 %.)

    Außerdem (aber das habe ich meinem Doc noch nicht gebeichtet *schäm*) nehme ich nur noch im Sommerhalbjahr mein Dauermedikament - und auch da meist nur mit der halben Dosis. Und der Doc ist glücklich und zufrieden, dass seine tolle Therapie so prima anschlägt. *ggg*

    Und: Ich bin mind. ebenso zufrieden + glücklich! Ich fühle mich fit und super! Ich bin sogar schon bei vielen Läufen mitgelaufen (Halbmarathon). Und ich brauche erheblich weniger vom Dauermedikament - und auch meinen Notfallspray nur ganz selten (höchstens 4-6mal jährlich).

    Das Einzige, was ich nach wie vor merke: Sobald es irgendwo aufwärts geht (treppauf, bergauf oder so), fange ich nach wie vor sehr schnell an zu japsen und zu röcheln. Und richtig joggen kann ich nach wie vor auch noch nicht. Obwohl auch mein nutzbares Lungenvolumen an sich sich vergrößert hat. Warum auch immer ... *grübel*

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Antwort: Asthma und Sport

    Nun ja, mein Bruder hat Asthma. Er tut gerne Rad fahren, doch er merkt, das ihm das nicht immer möglich ist.

    Es kommt darauf an, welche Art von Sport man betreibt.

    Zum Beispiel: schwimmen und spazieren gehen lassen sich mit Asthma leichter vereinbaren.

    Man sollte dies aber immer mit einem Arzt abklären!



  • Antwort: Asthma und Sport

    Da will ich mal eine bestätigende Antwort geben. Gut



    Ich hab als Kind auch nie Sport gemacht. Mit allergischem Asthma, das von einem unfähigen Arzt miserabel therapiert wurde, macht das auch keinen Spass. Ich habe mich einfach von Hausstaub fern gehalten und dann ging erstmal alles gut. Das Asthma zeigte sich nicht mehr und ich kam zum Bund.

    Infantrieausbildung. Immer in Bewegung, mindestens einen 10-Kilo Rucksack und Kampfstiuefel, meistens noch diverse Kilos an Waffen dabei. Die ersten Wochen und Monate waren blanke Qualen, aber ich wollte mich nicht unterkriegen lassen.

    Irgendwann kam der Punkt, an dem solche Belastungen normal waren. Und auf einmal war es normal, locker 5 Kilometer zu Freunden zu joggen oder schwere Kisten tragen zu können. Auf einmal war da ein merkwürdiges Gefühl der Befriedigung, 30 Kilometer marschieren zu können. Ich wollte zwar nicht - aber ich könnte! Gut

    Den Spass an der Bewegung habe ich mir erhalten,
    aber so richtig Sport habe ich dann während des Studiums nicht mehr getrieben. Die Zeit fehlte irgendwie. Und mit dem Job in einer anderen Stadt wurde ohnehin alles hektischer. Und noch weniger Zeit. Ich wurde träge und nahm kräftig zu.

    Und das Asthma kam wieder. Diesmal nicht nur als Allergie - diesmal irgendwie immer. Und keine Medikamente halfen dauerhaft.

    Aus einer Reihe von Gründen habe ich dann angefangen, zu laufen. Inspiration war, neben anderen Dingen, die Von-Null-auf-42 Reportage des SWR.

    Der Einstieg war zäh und mühselig. Mit vielen Zwischenstopps und einigen Cortison-Hämmerchen, um mal auf ein Level zu kommen, an dem ich halbwegs atmen kann. Aber schon nach 3 Monaten konnte ich an einem 5km-Stadtlauf teilnehmen, und 5 Monate später lief ich meinen ersten Halbmarathon. Gut

    Schon nach wenigen Monaten brauchte ich nur noch einen Bruchteil meiner alten Medikamente und meine Lungenkapazität ist von 70% auf 110% gestiegen! Ich fühle mich besser, mir fällt alles leichter ... und ich habe sogar genug Selbstvertrauen in meine Leistungsfähigkeit bekommen, um jetzt mit American Football anzufangen! Gut

  • An urgelwurgel

    IIch muß Ihre Kraft und Ihren Charakter bewundern, glaube aber, daß es viel leichter und ohne (im Prinzip) Medikamente ginge

    Die Japaner schwören auf etwas wie eine Konzentration der Energie im Bauchraum und diese wurde im Bestseller "Hara - Erdmitte des Menschen" vo Graf Dürckheim theoretisch und philosophisch beschrieben. Dies muß man beachten und irgendwie umsetzen. Leider sind viele fernöstliche Atemmethoden hier im Angebot zu esoterisch und, was das Asthma angeht, ohne Biß.

    Andererseits im Werk „Das große Buch vom richtigem Atem“ von Dr. med. T Nakamura wird eine Atemtherapie auf Basis der Steigerung des Drucks im Bauchraum erläutert, wobei eher der Blutkreislauf als die Atmung selber günstig beeinflußt wird. Der Bauch wird in die Zange genommen nach dem Motto „hart in der Sache und angenehm in der Methode“ und die Brustkorb wird locker gehalten. Dann kommt die Atmung viel entspannter und ohne Krampf der Atemwege.


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  • Antwort: Asthma und Sport

    naja, wahrscheinlich klingt die frage dumm, aber sport und asthma: dann wohl nur "lungensport", sprich ausdauersport, oder?

    ausdauersport mochte ich persönlich leider noch NIE und meine muskulatur ist auch eher für die kurze, konzentrierte sportart...

    bringt eigentlich auch schon muskeltrainig was? ich mein, ist ja im allgemeinen auch sportliche betätigung...

  • Antwort: Asthma und Sport

    Nein chrisi, man kann an jeden Sport heute teilnehmen aber vorher sollte man dies zur eigenen Sicherheit mit seinem Arzt abklären. Mein Sohn nimmt am allgemeinem Sportunterricht auch teil, weil wir dies wollten und weil er die körperliche Betätigung brauch auch wegen seiner Lunge. Das Einzigste was er vor dem Sport tun sollte (ob er es wirklich tut, kann ich leider nicht kontrollieren) eine 1/4 Std. vorher sein Notfallspray benutzen damit die Bronchien erweitert werden. Auch steht er den Ausdauerlauf durch.

  • Antwort: Asthma und Sport

    das ist auch ganz gut, so fühlt er sich nicht ausgegrenzt und kann an allen Unternehmungen teilnehmen!
    Denkst du etwa dass er sein Spray nicht so regelmäßig verwendet?

    @ chrisi, wie sieht es jetzt eigentlich bei dir aus? verwendesz du noch dein asthmaspray?

  • Antwort: Asthma und Sport

    Ja, ich denke schon das er es selber vergißt. Ich merke jeden früh wie als das Symbicort zu nehmen vergißt aber ich oder ein anderes Fam.-mitglied erinnert ihn jeden früh dran. Er ist doch jetzt in der Pubertät und mein *Alzheimerpatient* (so nenne ich ihn schon liebevoll wegen seiner Vergeßlichkeit) aber auch das vergeht wiederGut Aber auch auf den Sportlehrer verlass ich mich da nicht sonderlich, da er sich nicht alles über jeden einzelnen Schüler merken kann auch wenn es ärztlich angeordnet wurde .

  • Antwort: Asthma und Sport

    na ja.. dann seid ihr also diesbezüglich ein eingespieltes Team zuhause!
    Wie macht ihr das denn dann wegen dem Sportunterricht? Ich nehm mal an das Freudne auch bescheid wissen, und falls nötig wissen was zu tun ist, oder?

  • Antwort: Asthma und Sport

    Das hier niedergeschriebene kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen - meinen Notfallspray müsste ich eben suchen, und wenn nicht dieser scheussliche weiße Auswurf am Morgen und diese vorangehenden Hustenanfälle wären...ich glaubte gar nicht an die Diagnose Asthma! Werde auf jeden Fall weiter meine täglichen 3-6 km walken, schwimmen, Badminton spielen und Radfahren - bis mir halt irgendwann mal die Luft ganz wegbleibt!

    Treibt Sport in Maßen -

    dann habt ihr gut spaßen!

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