Antwort: Genmanipuliertes Essen
Noch ist es so, daß Bio auch die Gewähr gibt, daß so gut wie keine GVO (gentechnisch veränderte Organismen) enthalten sind ... 100% ausschließen kann man es jedoch nicht mehr, man bedenke, daß schätzungsweise 80% der Anbaufläche in den USA mit GVO bestückt werden und die Nicht-GVO-Landwirte das Problem haben, daß sie sich weder vor GVO noch vor Klagen seitens Monsanto schützen können.
Zur Erklärung:
Monsanto hat mehrfach Gene aus ihrem Saatgut auf Feldern von Landwirten nachgewiesen, welche kein GVO anbauen. Daraufhin wurden diese Landwirte daraufhin verklagt, das "geklaute" und eigentlich unerwünschte Gene in deren Pflanzen doch bitteschön zu bezahlen! Bisher haben die US-amerikanischen Gerichte Monsanto recht gegeben mit katastrophalen Folgen für die nicht-GVO-anpflanzenden Landwirte. Diese konnten ihre Produkte nicht mehr als etwas Besonderes, weil GVO-frei, verkaufen, weil sie ja GVO-kontaminiert waren und mußten ihre Produkte zu Schleuderpreisen verhökern und sie mußten Monsanto für den Dienst bezahlen, ihre Produkte unbrauchbar gemacht zu haben!
Weiterhin ist es ein Gerücht, daß Pflanzenschutz, GVO oder ähnliches von der Industrie gelieferte Zeugs tatsächlich den Hunger in der Welt eindämmen könnte! Ganz im Gegenteil, GVO, industrielle Dünger und Pflanzenschutzmittel schaffen Hunger!
Erklärung:
Die großen Firmen, die sich mit der Herstellung synthetischer Dünger, synthetischer Pflanzenschutzmittel, industrielle Pflanzenzüchtung und Herstellung von GVO beschäftigen, wollen Geld verdienen. Das meiste Geld verdient ein Konzern, wenn er keine Konkurrenz hat und jeder bei ihm einkaufen muß - ob er will oder nicht ... also werden Landwirte weltweit mit Werbeversprechen und kurzfristig ertragsreichen Pflanzensorten, die sich nicht mehr vermehren lassen und nach Möglichkeit nur mit den passenden Düngern und Pflanzenschutzmitteln der herstellenden Firmen behandelt werden können, abhängig gemacht. Ist dies geschehen, stehen nun Pflanzen auf den Feldern, die nicht an die lokalen Gegebenheiten angepaßt sein können, weil es faktisch Pflanzen von der Stange sind ... hergestellt für die große Masse.
Nun wird versucht, die verdrängten und seit Jahrhunderten an ihre Standorte angepaßte Kulturpflanzen wieder mithilfe der Gentechnik nachzubauen - bisher mit mäßigem Erfolg, es konnte weder ein Reis nachgebaut werden, der innerhalb seines Stärkekörpers den Carotin- und Mineralstoffgehalt aufweist, wie eine alte Reissorte in ihrem Keim und direkt unter der Schale aufweist, noch konnte ein Ersatz für die alten Hirsesorten geschaffen werden, die selbst in der Sahelzone noch bei absolutem Wassermangel prima gedeihen ...
Und nun zum letzten Myth, der hier im Thread auftauchte:
Soja würde weniger Platz brauchen wie eine Kuh und mehr Menschen ernähren ...ist ganz klar Kappes!
Erklärung:
Eine Kuh alter Zuchtrichtung, wie es zum Beispiel Hinterwälder Rinder oder Allgäuer Grauvieh darstellt, gedeiht auch noch auf einer Weide, die nicht umgebrochen werden und zu Ackerland gemacht werden kann, weil eben das Land zu unwirtlich ist (zuviele Steine im Boden, Hanglage etc). Auf Streuobstwiesen haben diese Rinder sogar genau wie anderes Weidevieh einen positiven Effekt auf die Obstbäume, weil sie den Boden düngen ... man kann also auf dem gleichen Land, auf dem die Milch und zudem noch Fleisch wächst (das Kalb der Kuh, welches notwendig ist, daß die Kuh überhaupt Milch gibt), Obst und Holz ernten ... eine Mehrfachnutzung, die mit GVO-Soja gar nicht möglich und mit normalen Soja kaum möglich ist.
Gerade die alten Rinderrassen sind derartig genügsam, daß sie ganzjährig nur von artenreicher Wiese leben. Sie brauchen weder mit Silage noch mit Getreidekörnern noch mit Soja hochgepäppelt und am Leben gehalten werden, sie brauchen lediglich im Winter Heu, welches man von den gleichen Weiden ernten kann, wie die Rinder weiden ... also den Streuobstwiesen und dem kargen Land, auf dem eh kein Getreide mehr wachsen würde ...
Weiterhin müssen Felder, welche intensiv zum Anbau von Pflanzen genutzt werden, auch mal ruhen - das nennt sich Brache. Rinder eignen sich zur Endbeweidung einer Brache, werden davon prima satt und düngen den Boden auf natürliche Art und Weise.
Gleiches gilt für eine ganze Reihe weiterer Weidetiere ...
Eine artenreiche Wiese ist genau das, was viele unserer Wildtiere brauchen: Schmetterlinge, Kaninchen, Hasen, Rehe, Käfer und vieles mehr sind angewiesen auf artenreiche Wiesen.
Soja lohnt nur, wenn man ihn in Monokultur - das gilt auch für Biosoja! Tja ... und in einer Sojamonokultur wächst (fast) nur Soja, da werden nicht mal die genügsamen Kaninchen satt - im Gegenteil, sie verhungern, wenn viel Soja angebaut wird!
Weiterhin bringen alte Sojasorten nicht mal ein Zehntel dessen, was moderne Sojasorten bringen - aber die modernen Sojasorten wollen gehegt und gepflegt und gespritzt und gedüngt werden. Selbst im Bioanbau bedeutet das eine erhebliche Belastung des Grundwassers und der offenen Wasserflächen um Sojafeldern drumherum.
Eine Kuh alter Zuchtrichtung dagegen bringt im Jahr nur mit artenreicher Wiese als Futter 2000 - 4000kg Milch im Jahr und alle zwei Jahre noch zusätzlich 200 - 400kg Fleisch, eine moderne Turbokuh dagegen bringt es mit erheblicher Zufütterung gerade mal auf das doppelte bis fünffache des Ertrages ... ein lausiges Mißverhältnis!
Ach ja ... den Myth mit dem gesünderen Soja hätte ich ja fast vergessen ...
Soja ist für Menschen eine Giftpflanze, die erst mit erheblichen Aufwand (meist Fermentation) für den Menschen genießbar gemacht werden kann. Die traditionellen Methoden, Soja genießbar zu machen, dauern sehr lange ... man bedient sich hier moderner, industrieller, schneller Methoden, welche viele der Inhaltsstoffe eines traditionell fermentierten Tofus nicht erzeugen können ... dafür bleibt jedoch ein zwar nicht mehr giftiges, aber immer noch schwer verdauliches Produkt über, welches bestenfalls als Zusatznahrungsmittel taugt, aber ganz bestimmt nicht als Hauptnahrungsmittel!
Milch läßt sich selbst auf traditionellem Wege in weitaus kürzerer Zeit von einem problematischen Lebensmittel zu ungiftigen, sehr nahrhaften Produkten weiterverarbeiten, da sie vor der Fermentation nicht erst wie Soja aufgeschlossen werden muß. Die entstandenen Produkte sind zudem auch noch so leicht verdaulich, daß sie als Krankenkost geeignet sind (Joghurt, Quark!). Im Gegensatz zu Sojaprodukten besitzen viele dieser Produkte ein weitaus ausgeglicheneres Nährstoffverhältnis.
Soja kann kein Ersatz sein für Milchprodukte, es kann nur Zubrot sein!