Geraucht weil sie nichts wusste..

Thema: Geraucht weil sie nichts wusste..

  • Antwort: Geraucht weil sie nichts wusste..

    Da man es nicht oft genug sagen kann, hier auch noch was zu den Folgeschäden bei Rauchen in der Schwangerschaft:

    Ungeborene Passivraucher

    "Das für mich verachtenswerteste, unverzeilchste Ergebnis des passiven Rauchens ist der Schaden, der damit Kindern zugefügt wird." ... "Abgesehen davon, daß der Fötus zu wenig Luft bekommt, wird durch das Rauchen das Geburtsgewicht um bis zu 10% reduziert. Der Sauerstoffmangel kann zu Gehirnschäden führen." *1

    "Nach LUCK und LAU (1984) erreicht die Nikotinkonzentration im Serum der Ungeborenen rauchender Schwangerer sogar höhere Werte als im Blut der Raucherinnen selbst." ...

    "Selbst wenn wir von den zahlreichen anderen Giften absehen, genügt bereits der hohe CO-Gehalt im Tabakrauch zur Schädigung des Embryos." ... "Durch das Rauchen wird nicht nur die Transportfunktion des mütterlichen Hämoglobins durch CO-Teilblockade herabgesetzt, sondern noch stärker die des Embryos. Dementsprechend macht sich schon das Rauchen einer einzigen Zigarette durch eine Beschleunigung der Herzaktion des Embryos um zehn bis fünfzehn Schläge bemerkbar, die man mit einem Stethoskop leicht nachprüfen kann. Der Embryo versucht demnach, sein Sauerstoffdefizit zunächst durch beschleunigte Herzaktion auszugleichen. Es liegt auf der Hand, daß ihm das unter den gegebenen Umständen auf die Dauer nicht gelingen kann. Besonders sollte man dabei nicht vergessen, daß z.B. der wichtigste Teil der Gehirnentwicklung schon in der Embryonalphase abläuft. Gerade das Gehirn ist aber das gegen Sauerstoff empfindlichste Organ überhaupt; im Gegensatz zu anderen Organen reicht z.B. für das Gehirn schon die Unterbindung der Sauerstoffzufuhr für nur 5 Minuten aus, um bleibende Schäden zu hinterlassen." *2

    "Da die Früh- und Totgeburtenrate bei rauchenden Schwangeren wesentlich erhöht, das Geburtsgewicht des Neugeborenen vermindert und ihre körperliche und geistige Entwicklung verzögert ist, erfüllt Rauchen während der Schwangerschaft den Tatbestand der Körperverletzung." *3

    (Quelle: Frank Wöckel: Nichtraucherrechte - Passivrauchopfer in Deutschland, Kampagne für die Rechte der Nichtraucher, Postfach 08 03 03, 10003 Berlin; aus: *1. Diamond: Fit fürs Leben 2, S, 128f; *2. Schmidt: Raucherentwöhnung, S. 20-21; *3. Daunderer: Passivrauchen, S. 5-6)

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    Passivrauchschäden bei Kindern vor der Geburt

    Als Folge der durch das Zigarettenrauchen gestörten Durchblutung des kindlichen Organismus kommt es zu einer Mangelernährung. Deshalb liegen die Geburtsgewichte im Durchschnitt um 100 - 300 Gramm unter denen der Kinder von Nichtraucherinnen.

    Die Zahl der Totgeburten ist bei Raucherinnen fast doppelt so hoch wie bei Nichtraucherinnen. In den USA zählt man rund 4.600 Totgeburten pro Jahr, die allein darauf zurückgeführt werden, daß diese Mütter rauchten.

    Auch die Zahl der Frühgeburten (Geburtsgewicht unter 2.500 g) ist bei starken Raucherinnen zwei- bis dreimal so groß. Sie steigt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten.

    Möglicherweise steht auch die erhöhte Zahl angeborener Herzfehler in einem ursächlichen Zusammenhang mit den Rauchgewohnheiten.

    ( Quelle: "15 Sekunden zum Nachdenken", herausgegeben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, Erstauflage: 1984)

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    "Raucherbein" bei Neugeborenen

    Ein dem "Raucherbein" ähnlicher Defekt droht auch dem Neugeborenen, wenn die werdende Mutter während der Schwangerschaft raucht.

    In einer ungarischen Fallstudie gaben 32,5 Prozent der 537 befragten Mütter von Kindern mit angeborenen Defekten an den Gliedmaßen in einem Fragebogen an, in der Schwangerschaft geraucht zu haben. In einer Kontrollgruppe mit gesunden Kindern rauchten dagegen nur 19,9 Prozent der Mütter.

    Nach Ansicht der Wissenschaftler ist es möglich, daß die amputationsartigen Stumpfbildungen an Armen oder Beinen durch einen Mechanismus zustandekommen, der ähnlich der Entstehung von "Raucherbeinen" bei Erwachsenen ist: Die stark gefäßverengende Wirkung von Nikotin kann auch bei Embryos zu Gefäßkrämpfen und -verschluß bis hin zum Gewebstod führen, so daß die betroffenen Glieder im Mutterleib nicht fertig entwickelt werden.

    (Quelle: Nichtraucher-Info Nr. 18 - II/95, herausgegeben von der Nichtraucherinitiative Deutschland e.V. (NID) aus: Ärztliche Praxis 77/94)

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    Tabakrauch oft Schuld an plötzlichem Kindstod

    Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 1.000 Babys am plötzlichen Kindstod, der als häufigste Todesursache im Säuglingsalter gilt. Die Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) Werner Kleemann (Rechtsmedizin), Martin Schland (Sozialmedizin) und Christian Poets (Kinderarzt) haben für ihre seit 1986 laufende Studie eine Quelle ausgewertet, aus der sich deutliche Anhaltspunkte auf mögliche Risikofaktoren ergeben: die "Niedersächsische Perinatalerhebung". Dabei werden Frauen kurz nach der Geburt ihres Kindes zu verschiedenen Bereichen befragt, u.a. auch zum Zigarettenkonsum.

    So konnten die Wissenschaftler bei 190 Säuglingen, die zwischen 1985 und 1991 am plötzlichen Kindstod starben und an der MHH abduziert wurden, die Auskünfte der betroffenen Mütter auswerten. Da die Frauen diese Aussagen zu einem früheren Zeitpunkt gemacht hatten, als sie noch nicht durch den Tod ihres Kindes belastet waren, halten die Mediziner diese Angaben für besonders verläßlich.

    Aus der Perinatalerhebung ergab sich: Rauchen ist ein außerordentlich gravierender, bislang jedoch stark unterschätzter Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Bereits bei geringem Zigarettenkonsum sei eine deutliche Gefährdung auszumachen, so Christian Poets. Doch rauche die werdende Mutter mehr als 20 Zigaretten täglich, so steige das Risiko rapide an: "Es ist dann mindestens siebenmal höher als bei nichtrauchenden Schwangeren.

    Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangten auch Wissenschaftler um Hillary S. Klonoff-Cohen von der Universitätsstadt San Diego. Die Autoren verglichen die Umgebung von 200 Säuglingen, die zwischen 1989 und 1992 in Südkalifornien dem plötzlichen Tod in der Krippe erlegen waren mit der von 200 gesunden Kindern.

    Danach sind Säuglinge von rauchenden Eltern dreieinhalbmal so stark gefährdet wie der Nachwuchs von Nichtrauchern. Wenn Betreuer im gleichen Zimmer rauchten, in dem der Säugling schlief, stieg das Risiko auf das Fünffache. Das 23fache Risiko errechnete sich, wenn täglich 21 oder mehr Zigaretten in Gegenwart eines Säuglings geraucht wurden.

    Das britische Scientific Committee on Tobacco and Health stellte fest, daß der plötzliche Kindstod in einem von fünf Fällen darauf zurückgeführt werden kann, daß die Mutter stark rauche.

    (Quelle: Nichtraucher-Info Nr. 18 - II/95, Nr. 32 - IV/98 herausgegeben von der Nichtraucherinitiative Deutschland e.V. (NID) ausStuttgarter Zeitung vom 26.11.94 und Dithmarsche Landeszeitung vom 09.03.95)

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    Verzögerte körperliche und geistige Entwicklung

    "Zwanzig Minuten nach dem Zigarettenkonsum wurden beim Fetus die gleichen Nikotinwerte gemessen wie bei der Mutter. Die Giftwirkung ist beträchtlich höher, weil der Abbau in der noch unterentwickelten Leber noch sehr langsam ist.

    Auffällig ist eine häufigere Retardierung bei Kindern von Raucherinnen: Die Kinder bleiben im Wachstum und in der geistigen Entwicklung zurück, was sich in Sprach- und Lesestörungen äußern kann, die bis zum 11. Lebensjahr beobachtet wurden - eine körperlich und geistig-sozial belastete Kindesentwicklung." *1

    "Butler konnte die verzögerte körperliche und geistige Entwicklung der Neugeborenen rauchender Schwangerer an etwa 17.000 Schwangerschaften teilweise noch im Alter von 11 Jahren nachweisen. *2

    (Quelle: 1. Procházka: Nichtraucher rauchen mit, S. 6; 2. Gynäkol. Prax. 10, 1986, S. 606: Fruchtbarkeit und Schwangerschaft bei Raucherinnen, von F. Schmidt)


    Rauchen in der Schwangerschaft verzögert Spracherwerb

    Wenn Frauen während der Schwangerschaft rauchen, müssen sie später länger warten, bis ihr Kind "Mama" oder "Papa" ruft. Denn Säuglinge, die vor der Geburt passiv "mitrauchen" mußten, haben häufug Konzentrationsschwächen und Sprachstörungen.

    Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie am Zentralhospital im schwedischen Skovde, wie die Fachzeitschrift Ärztliche Praxis berichtet. Bei der Erhebung wurden 113 Sechsjährige untersucht, unter ihnen 62 Kinder mit Konzentrationsschwäche, Hyperaktivität und Koordinationsstörungen. Kinder, deren Mütter als Schwangere geraucht hatten, trugen ein doppelt so hohes Risiko für Konzentrationsstörungen. Zwei Drittel des Nachwuchses von Raucherinnen litten an Sprachstörungen, dagegen nur sechzehn Prozent der Kinder von Nichtraucherinnen.

    (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26.10.90

  • Antwort: Geraucht weil sie nichts wusste..

    Die Beiträge hier, wo ihr schreibt, ihr denkt, man solle dem Kind keine Entzugserscheinungen zumuten, lassen die wissenschaftliche Begründung vermissen. Das sind doch alles nur Annahmen, die sich durch mündliche Meinungsäußerung verbreitet haben. Mythen?

    Dass Passivrauchen für das Kind schädlich ist, zeigen o.g. Studien. Wenn hier jemand auf eine erst zu nehmende Studie verweist, die belegt, dass (vermindert) Weiterrauchen besser wäre als Aufhören, überdenke ich meine Auffassung noch mal. Bis dahin würde ich auf alle Fälle dazu raten, sofort mit dem Rauchen und Passivrauchen aufzuhören.

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