Was ist Münchhauser Stellvertreter Syndrom?
Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (engl. MBP Munchausen Syndrom by Proxy, Munchausen by Proxy Syndrom oder FDP Factitious Disorder by Proxy) ist eine Form der Kindesmisshandlung, bei der Erwachsene bei Kindern Krankheiten vortäuschen und bewusst herbeiführen, um anschließend eine medizinische Behandlung zu verlangen. Es kann hierbei auch zum Tod des Kindes kommen.
Gründe
Man vertritt im Allgemeinen die Ansicht, dass dieses Verhalten zur Erregung von Aufmerksamkeit im sozialen Umfeld dient. Es soll der Eindruck der aufopferungsvollen Mutter erweckt werden, die mit Hingabe gegen die Krankheiten ihres Kindes ankämpft.
Diagnose
Zu den vorgetäuschten Krankheiten gehören häufig in der ärztlichen Praxis nicht beobachtbare Symptome wie z. B. Anfälle. Es kommt aber auch vor, dass Mütter Kinder bewusst vergiften, um bestimmte Symptome hervorzurufen. Viele der betroffenen Frauen haben ein relativ gutes medizinisches Fachwissen, sind gehäuft Angehörige einer medizinischen Berufsgruppe und können zu der erfundenen Krankheit auch auf Befragung die dazugehörigen Anzeichen nennen, so dass der Charakter der „Krankheit“ nicht auffällt und nur die Häufung der Arztbesuche und die Beharrlichkeit, mit der eine Behandlung eingefordert wird, schließlich zu Misstrauen führt.
Ein Beispiel:
Zum Beispiel meinte eine Mutter bei ihrem Kind unter anderem folgende Krankheiten und Auffälligkeiten entdeckt zu haben (man beachte, dass die Liste hier nicht vollständig wiedergegeben ist):
- Legasthenie
- Schizophrenie
- Haarausfall
- Bulimie
- Hirntumore
- bösartige Muttermale
- unterschiedlich lange Beine
- Sprachstörungen
- psychische Störungen
- pubertäre Störungen
- zu kurze Bänder
- Meniskusanrisse
- Lernbehinderung
- Internet-Sucht
- zu große Pupillen
- „toter Blick“
- Epilepsie
Die Mutter offenbart nicht selten dem Kind ihre Suizidgedanken und setzt das wehrlose Kind damit unter Druck, dass es der einzige Mensch sei, der sie davon abbringen könne. Sollte das Kind es doch irgendwann schaffen, aus dem engen und durch solche Drohungen belasteten Mutter-Kind-Verhältnis auszubrechen, fällt die Mutter in tiefe Depression.
Berühmte Beispiele:
Seinen Angaben zufolge litt die Mutter des Rappers Marshalls Mathers (Eminem ) am Münchhausen-by-proxy-Syndrom, was dazu führte, dass er in seiner Kindheit oft im Krankenhaus war.
weiter Links unter:
http://www.spiegel.de/sptv/special/0,1518,187552,00.html

