Thema: Makuladegeneration

  • Makuladegeneration

    Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung des Netzhautzentrums (Ort des schärfsten Sehens), die meist zu Störungen des zentralen Sehens führt. Bei der trockenen Form der (senilen) Makuladegeneration steht der Untergang des Pigmentepithels (Zellschicht zur Ernährung des Auges) und der sensorischen Netzhaut(Beginn der Nervenfasern) im Vorgergrund. Das ist der häufigste Grund für Sehverschlechterungen bei älteren Menschen. Bei der feuchten Form kann man Laserbehandlung und auch eine Reihe von Medikamenten verwenden. Bei der trockenen Form kommt neben Operationen die Rheophorese zum Einsatz, die ähnlich einer Dialyse funktioniert. Es werden Eiweißstoffe aus dem Blut gefiltert, die die Krankheit negativ beeinflussen.

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  • Sauerstoff-Therapie für die Augen, besseres Sehen

    Über die Beeinflussung visueller Funktionen durch Sauerstoff-Mehrschritt-Applikation</font></font>Von H.W. Schlote1, Iris Wolter 1, Astrid Schlote ², H. Lindner 1, und Hannelore Beyer³</font></font> </font>Zusammenfassung:</font></font> </font>Es wird über eine prospektive Pilotstudie von 23 Männern im Alter von 50 -59 Jahren berichtet, die der O2-Mehrschritt-Applikation (GK 2-1 nach M. v. Ardenne) unterzogen wurden. Eine Erhöhung des kapillaren pO2 bei Senkung des venösen pO2 für mindestens ½ Jahr wurde registriert. Das Ergebnis war statistisch nicht signifikant, was in der Zusammensetzung der Probandengruppe begründet sein kann. Statistisch signifikante Verbesserungen wurden im Bereich des Dämmerungssehens, der Sofort- und Daueradaptation sowie der Blendung gefunden. Als Ursache dafür wird eine Verbesserung der chorioidalen Mikrozirkulation mit konsekutiver Verbesserung der Sehfarbstoffe vermutet.</font></font> </font>Schlüsselwörter:</font></font> </font>Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Dämmerungssehen, Blendung, Resynthese des Sehfarbstoffes.</font></font> </font> </font>Die Sauerstoff-Mehrschritt-Applikation ist in der wissenschaftlichen Medizin umstritten und wird überwiegend kritisch beurteilt (3, 4). V. Ardenne (1, 2), der diese Methode als O2-Mehrschritt-Therapie (O2-MT) propagiert, glaubt hingegen ein Verfahren gefunden zu haben, dass auf eine Vielzahl von Krankheiten und Funktionen des menschlichen Körpers einen positiven Einfluss ausüben kann. Grundlage seiner Überlegungen ist die auch von Physiologen und Klinikern umstrittene Tatsache, dass der kapillare Sauerstoffpartialdruck (kap. pO2) mit zunehmendem Lebensalter sinkt (Abb. 1). Wenn es gelingt, den pO2 dauerhaft auf Werte jüngerer Menschen zu heben, wäre eine Verbesserung des Energiehaushaltes zu erwarten, was wiederum Leistungsfähigkeit, Abwehrkraft, Überwindung von Krankheiten usw. fördern würde. Ein gesteigerter kapillarer pO2 würde am venösen Ende der Kapillare, wo die O2-Versorgung naturgemäß am schlechtesten ist, einen „Schaltmechanismus“ auslösen, in dem Sinne, dass ein höheres O2-Angebot durch Verbesserung der Energiebereitstellung zur Entquellung von Endothelzellen führen würde mit konsekutiver Besserung der Mikrozirkulation (Abb.2).</font></font> </font>V. Ardenne definiert seine O2-Mehrschritt-Therapie als eine „Maßnahmenkombination am Menschen mit dem Ziel einer lang anhaltenden Anhebung der Ruhe-O2-Aufnahme bzw. des arteriellen Ruhe-pO2 und/oder Senkung des venösen Ruhe-pO2“.</font></font> </font>Am Auge seien sowohl Krankheiten zu verhindern bzw. zu verbessern und andererseits funktionelle Einschränkungen zu vermindern, die überwiegend als altersbedingt anzusehen sind. Wir stellten uns der Aufgabe, in einer prospektiven Studie den Wert einer Variante der O2-MT in Bezug auf visuelle Funktionen zu untersuchen.</font></font> </font>Methodik:</font></font> </font>Eine Gruppe von 23 Männern im Alter von 50 – 59 Jahren wurde der Variante Gk 2-1 der O2-MT nach v. Ardenne unterzogen (Tab. 1). Vor der O2-MT, unmittelbar danach, nach 14 Tagen und ½ Jahr wurden zahlreiche paraklinische Parameter bestimmt, die ergometrische Leistungsfähigkeit ermittelt, der kapillare und venöse pO2 und pCO2 aus der arterialisierten Fingerbeere bzw. aus der Cubitalvene bestimmt. Die Messgenauigkeit betrug beim pCO2 +/- 0,2 kPa und beim pO2 +/- 0,5 kPa. Zahlreiche physiologisch-optische Untersuchungen wurden durchgeführt und mit mathematisch-statistischen Methoden analysiert. Die statistische Bewertung der Ergebnisse erfolgte mit dem verteilungsunabhängigen Test von Friedmann bzw. Wilcox-Wilcoxon. Eine signifikante Abhängigkeit der Messwerte von der O2-Einwirkung wurde postuliert, wenn sich eine Irrtumswahrscheinlichkeit >0,05 ergab.</font></font>In den Diagrammen wurde als mittlerer Messwert der Median und als Streubereiche die Quartile eingezeichnet. Im folgenden berichten wir über die Ergebnisse bezüglich des O2-Status sowie der für Ophthalmologen relevanten physiologisch-optischen Parameter. Die Auswahl der Altersgruppe von 50-59 Jahren erfolgte, weil in diesem Alter physiologisch eine Minderung einzelner Funktionen zu erwarten und eine Besserung also messbar sein müsste.</font></font> </font>Ergebnisse und Diskussion:</font></font> </font>Der O2- und CO2-Partialdruck wurde zu den oben angegebenen Zeitpunkten bestimmt (Abb. 3 und 4). Dabei zeigte sich eine dauerhafte Anhebung des pO2 im Kapillarblut, die aber statistisch nicht signifikant war. Im venösen Blut beobachteten wir eine Senkung des Sauerstoffpartialdruckes. Die Vergrößerung der Differenz zwischen pO2 arteriell und pCO2 arteriell kann als bessere O2-Ausnutzung und Hinweis auf eine gesteigerte Stoffwechselaktivität angesehen werden.</font></font> </font>Die Verbesserung des O2-Status soll, was ja auch einleuchtet, besonders in jenen Fällen erreichbar sein, in denen das Ausgangsniveau relativ niedrig ist. In unserer Untersuchungsgruppe befanden sich zur Hälfte (11 von 23 Probanden) gut trainierte Männer, bei denen bei hohem Ausgangsniveau keine Verbesserung eintrat.</font></font> </font>Trägt man über dem Ausgangswert die erzielte Anhebung des pO2 auf, zeigt sich, dass gerade jene Fälle mit schlechter pO2-Ausgangslage die deutlichste Verbesserung aufweisen (Abb. 5). Da ein Großteil unserer Patientin in der täglichen Praxis mit Störungen der retinalen Mikrozirkulation und degenerativen Netzhaut-Aderhaut-Veränderungen dem höheren Lebensalter angehörten, konnte bei ihnen der Einsatz der O2-MT sinnvoll sein. Angesichts unbefriedigender medikamtenöser Behandlungsversuche, etwa bei Makuladegeneration, oder dem Einsatz der Laserbehandlung, bei der iatrogene Defekte in Kauf genommen werden, um die zentrale Sehschärfe zeitweilig zu erhalten, könnte die O2-MT als wenig belastende Therapievariante erwogen werden.</font></font> </font> </font>Besonders interessant sind jedoch die statistisch-signifikanten Veränderungen, die im Bereich des Dämmerungssehens (Mesoptometer nach Aulhorn), der Sofortadaption und Blendung (Nyktometer der Fa. Carl Zeiss Jena) und der Dunkeladaptation (Adatometer der Fa. Carl Zeiss Jena) erzielt wurden.</font></font> </font>Am Mesoptometer wurde eine Verbesserung der Kontrastempfindlichkeit bei Adaptationsleuchtdichten von 0,1 asb und 0,32 asb sowie eine Verminderung der Readaptionszeit nach 10 s Blendung mit einer Blendbeleuchtungsstärke von 3,5 1x bei der Adaptationsleuchtdichte von 0,32 asb und einem Kontrast von 0,19 gefunden. In der Abb. 7 ist das Untersuchungsergebnis wegen der besseren Übersichtlichkeit von der für das Mesoptometer üblichen Stufenangabe auf Kontrastempfindlichkeit umgerechnet worden. Sofortadaptation und Blendung sind in der Abb. 8 dargestellt. Es fällt im Besonderen die deutliche Verringerung der Blendempfindlichkeit auf, die in einer Steigerung des Visus unter Blendung auf das Achtfache des Wertes vor der Therapie zum Ausdruck kommt.</font></font> </font>Die Dunkeladaptation liegt altersgemäß unterhalb der Normalkurve, zeigt jedoch eine signifikante Anhebung gegenüber dem jeweiligen Ausgangswert. Vor allem in den ersten Minuten, die ja im Wesentlichen der Zapfenadaption zugeschrieben werden, ist die Steigerung sehr bemerkenswert (Abb. 9).</font></font>Die Untersuchungsergebnisse legen die Vermutung nahe, dass eine Verbesserung der Mikrozirkulation im Bereich der Aderhaut erzielt wurde, dadurch wäre eine bessere Resynthese der Sehfarbstoffe denkbar, die ihren Ausdruck vor allem im Bereich des Dämmerungssehens und der Dunkelanpassung fände.</font></font> </font>Trotz dieser Einschränkungen, deren wir uns wohl bewusst sind, scheint uns der Einsatz der O2-MT z. B. bei der Behandlung der senilen Makuladegeneration gerechtfertigt, weil überzeugende Alternativen aus dem Bereich der wissenschaftlichen Medizin nicht zur Verfügung zu stehen.</font></font> </font>In einer weiteren Untersuchungsreihe sollen unsere Ergebnisse an Patienten mit einer senilen Makuladegeneration überprüft werden, da eine Verbesserung des O2-Status im Retina- und Chorioideastromgebiet den degenerativen Abbau eventuell stoppen oder verzögern kann.</font></font> </font>Literatur</font></font> </font>v. Ardenne, M: Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie -- Physiologische und technische Grundlagen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York 1987.</font></font> </font>v. Ardenne, M: Wo hilft die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie? BI – Wissenschaftsverlag, Mannheim, Wien, Zürich 1989.</font></font> </font>Bestvater, G., E. Elzold, R. Hacke, A. Hendrik: Untersuchungen zur Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nach M. v. Ardenne. Dt. Gesundheitswesen 39 (1984), Heft 14, 544</font></font> </font>Schmidt, R.F., G. Tews (Hrsg.): Physiologie des Menschen. 23, völlig neu bearb. Aufl. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, London, Paris, Tokyo 1987.</font></font> </font>Tiburtius, H.: Über die Erholungszeit des menschlichen Auges nach zentraler Blendung. Fortschr. Med. 87 (1967) 173-174.</font></font> </font>Tiburtius, H.: Untersuchungen über die Readaptationsdauer bei Aphaken. Klein. Mbl. Augenheilk. 151 (1967) 900-905</font></font> </font>Korrespondenzadresse:</font></font>Prof. Dr. sc. Med. H.-W. Schlote, Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Medizinischen Akademie Magdeburg, Leipziger Str. 44, O-3090 Magdeburg</font></font> </font>

    Auszug</font></font>

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