Antwort: Sprachtherapie
Ja, das stimmt. Ich könnte bei diesem Thema auch immer ein bisschen "heftig reagieren"....weiß auch nicht... Ich habe auch die Wirkung des vielen "Geschichtenerzählen und Vorlesen" beim Unfall meiner Tochter ( als sie 5 war) festgestellt. Sie war 4 Wochen bewußtlos. Als ich auf der ITS ihr die Geschichten vorlas, die sie schon kannte, waren deutliche Reaktionen ( Bewegung der Augenlider und heftigere Atmung ) zu erkennen. Wenn ich aufhörte, hörten auch die Reaktionen auf. Allerdings klappte das auch bei Liedern, die ich ihr vorsang und die sie schon kannte.
Das hat mich dann später sehr beeinflusst. Deshalb bin ich auch dem Verein beigetreten, der sich damit beschäftigt, Kindern die Bücher wieder näher zu bringen. Man merkt aber, dass es nur da leicht ist, wenn die Kinder eben auch sonst sich mit Büchern beschäftigen. Ansonsten dauert es....
In der Schule , auch am Gymnasium, habe ich bei meiner Tochter auch festgestellt, dass dort die Literatur recht stiefmütterlich behandelt wurde. Habe mich da stellvertretend immer über einen Aufsatz lustig gemacht, der da im Deutschunterricht geschrieben wurde. Der hieß: "Das Ende eines Joghurtdeckels". ( hätte vielleicht eher in ein anderes Fach gepasst) Aber Bücherlesen, Nacherzählungen, Verwendung von Sekundärliteratur u.s.w. fand nicht statt. Nur 1x Steven King: "Friedhof der Kuscheltiere" am Gymnasium.
....den richtigen Pfad zu finden....als schaffendes Volk...: ja aber wenn mehrere Bezugspersonen für das Kind vorhanden sind, findet sich doch sicher immer einer, der mal Zeit zum Lesen oder zum Geschichten-Erzählen hat. Und als Elternteil muss man dann vielleicht Prioritäten setzen...Mein Mann und ich haben beide studiert ( allerdings nacheinander) und es ging auch. gaensebluemin als alleinerz. Mutter schafft es auch...und es gibt bestimmt noch mehr Beispiele hier...
Das Motto meines Vereins lautet: "Überall ist Platz für eine Geschichte"
und wenn ich mir Alltagssituationen vorstelle, glaube ich das auch: im Auto bei längeren Autofahrten, im Wartezimmer, als Ritual vorm Zubettgehen, beim Spazierengehen, im Lokal, wenn man aufs Essen warten muss, beim "Badengehen" im Bad oder am Strand u.s.w. (allerdings muss man die Geschichten dann wenigstens vorher selbst gelesen haben, wenn man sie erzählen will ;-) ) Denke allerdings auch, dass das -einfach nur Erzählen- in den Familien überhaupt ein Problem ist, da immer weniger Zeit zu bleiben scheint. Aber: woher sollen es die Kinder denn sonst lernen, richtig zu reden. Habe mal den Vortrag eines Neurologen aus Freiburg gehört. Der hat eine größere Arbeit zu diesem Thema vorgetragen. Seinen Untersuchungen zufolge, sind zu über 80 % die Eltern an diesem "Dillemma" schuld.
Also können wir uns alle nur MÜHE GEBEN !
-Du meine Güte, und das zum frühen Morgen ! So viele Worte, wo ich doch ein Morgenmuffel bin...
Schönen Wochenanfang!