Antwort: Erfahrungen mit Interferontherapie
Ich habe die Therapie mit pegyliertem Interferon alpha und Ribavirin gemacht. Das erste ist ein Medikament, das auch in der Chemotherapie bei Krebs eingesetzt wird, allerdings in anderen Dosierungen. Es ist eine Depotspritze, die man sich einnmal in der Woche subkutan (unter die Haut z.B. am Oberschenkel oder in den Bauch) spritzt. Ich habe danach immer erstmal 2 Tage total flachgelegen (erkältungsähnlich), danach ging es dann langsam wieder bergauf, bis zum nächsten Mal. Aber allgemein hat das Zeug schon böse Nebenwirkungen, ich war ein Jahr lang als Zombie unterwegs. Soweit ich weiß, wird inzwischen auch I. beta eingesetzt, dass soll wohl ein wenig besser verträglich sein und auch besser wirken. Das zweite Medikament sind Tabletten. Diese haben direkt keine Nebenwirkungen, verändern aber das Blutbild, z. B. Eisenmangel und zu wenig weiße Blutkörperchen, was dann auch nicht gerade zum Wohlbefinden beiträgt. Zwischenzeitig war das Blutbild bei mir so schlecht, dass ich fast abbrechen musste, aber dann ging es doch. Das ganze läuft über einen festen Zeitraum von 1 Jahr. Ob es dann was gebracht hat, kann man so schnell nicht sagen, die Erfolgsquote liegt bei etwa 50% (auch abhängig vom Virustyp, ich hatte HCV II, das ist der hartnäckigste). Im Anschluss muss man regelmäßig Blutuntersuchungen machen lassen, wo gekuckt wird, ob die Viren noch da sind. Es gibt eine Nachweisgrenze, d.h. wenn nur noch sehr wenige Viren im Blut sind können diese nicht mehr nachgewiesen werden, aber irgendwann bricht die Krankheit dann wieder aus. Dies passiert i.d.R. in den ersten 3-6 Monaten nach Therapieende. Wenn innerhalb der ersten 2 Jahren nach T.ende kein Virus mehr nachgewiesen werden kann, kann man langsam anfangen, sich zu entspannen, dann sind die Chancen gut, dass man es tatsächlich geschafft hat.
Ich denke, dass man schon einen starken Willen braucht, um das alles durchzuhalten und wirklich gesund werden will, damit die T. Erfolg hat. Es ist auch wichtig, dass das Umfeld stimmt, dass man praktische Hilfe und seelische Unterstützung in der Familie und / oder im Freundeskreis hat. Und auch, dass ansonsten alles geregelt ist, dass man sich nicht zusätzlich mit belastenden Dingen herumschlagen muss. Wichtig ist z.B., dass man sich darauf einstellt, dass man evtl. nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten kann und das dann geklärt ist, dass man, wenn das passiert, nicht seinen Arbeitsplatz verliert und woher der Lebensunterhalt kommt (ich habe damals Sozialhilfe bezogen). Aber wie schlimm das ganze wird, hängt wohl auch von jedem einzelnen ab, der eine kann mehr wegstecken, als der andere. Ich bin da eher sensibel...
Ich kann dazu auch die Seite hepatitis-c.de empfehlen. Dort gibt es reichlich Infos und Erfahrungsberichte.
Mut und viel Erfolg wünsche ich allen Betroffenen!