Antwort: Neurodermitis vererbbar?
Hallo!
Also als Neurodermitis vor etwa 10-14 Jahren auch mein Thema war (weils mein Sohn hatte) - war der Stand der Wissenschaft noch so: Es vererbt sich nicht direkt die Neurodermitis - sondern die Neigung, an einer Erkrankung des atopischen Formenkreises zu erkranken (hat wohl irgendwas mit dem IgE-Spiegel im Blut zu tun). Dazu gehören 3 Krankheiten: Neurodermitis, Heuschnupfen + allergisches Asthma.
Wenn nun ein Elternteil eines davon hat - ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch das Kind irgendwann an einer dieser Krankheiten erkrankt. Wenn zwei Elternteile eine solche Krankheit haben - ist die Wahrscheinlichkeit noch sehr viel höher (nicht nur doppelt so groß). Und wenn auch die Großeltern-Generation darunter leidet - ist die Wahrscheinlichkeit nochmal etwas größer.
Wenn es also ein solches Risiko in der Familie gibt - ist es besonders wichtig, das Kind möglichst lange (mind. 6 Monate voll) zu stillen. Das ist der beste Schutz davor. Und dann eben bissel achtsam sein, bekannte Allergene + ein Zuviel an Chemie eher meiden - aber auch nicht ALLES wegräumen + desinfizieren oder so.
Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass diese drei Krankheiten nicht "für die Ewigkeit" sind - sondern ineinander übergehen ... oder ganz verschwinden ... oder plötzlich auftauchen KÖNNEN (nicht müssen!). Vor allem können sich zu den großen Umstellungszeiten im Leben eines Menschen solche Änderungen ergeben.
Also z. B. hatte mein Sohn als Baby Neurodermitis ... so im Alter um die 5-6 Jahre verschwand sie dann fast spurlos ... und als die Pubertät anfing - fing auch sein Heuschnupfen an. Nun kann es sein, dieser verschwindet - vielleicht so im Alter von um die 20/22 Jahre, bei der nächsten Umstellung ... oder auch erst später ... oder es wird ein Asthma draus ... oder wie auch immer.
Ich habe meinen Sohn reichlich 6 Monate voll gestillt (wegen der möglichen Vererbung des Allergierisikos) - und dann noch bis zum 12. Monat teilweise. Obs nun daran lag oder ob wir Glück hatten - seine Neurodermitis war im Vergleich zu anderen Babys nicht ganz furchtbar. Und auch sein Heuschnupfen hält sich bisher sehr in Grenzen. Ich hoffe, das bleibt so. ;-)
Bei uns ist der Erb-Hintergrund übrigens so: Meine Mutter + meine ältere Schwester haben Heuschnupfen (sehr schlimm) ... als ich 20 war, wurde mein Sohn geboren ... ich selbst bekam mit etwa 21 ein allergisches Asthma ... und mit etwa 28 dann noch den Heuschnupfen dazu.
Sonnige Grüße von der Gänseblümin.