Meine kleine Schwester hatte einen Schlaganfall
Hallo alle zusammen,
vor einer Woche hatte meine kleine Schwester einen Schlaganfall. Sie ist erst 21! Rechter Arm und rechtes Bein sind gelähmt. Zudem kann sie sich nicht ausdrücken. Nur "Ja" und "Nein". 3-Wort-Sätze kann sie mit großer Anstrengung nachsprechen. Es ist furchtbar sie so liegen zu sehen und sich nicht anmerken zu lassen, wie schwer es einen trifft, weil man weiß, das es wirklich das letzte ist, was sie braucht: ein betroffenes, mitleidiges Gesicht. Es tut weh, wenn sie sich unbedingt ausdrücken möchte, aber es nicht schafft.
Das Schlimmste ist, dass ich 700 km weit weg wohne und auch wieder zurück musste, weil das Semester wieder angefangen hat. Ich fühle mich so hilflos. Alles was ich will, ist, ihr Gutes zu tun und ihr ein gutes Gefühl zu geben. Ich erhoffe mir in dieser Gruppe vor allem Rat von Betroffenen. Denn ich kann ja nicht einmal ansatzweise nachempfinden, wie sie sich grad fühlen muss. Wie war das bei euch? Was ist ein absolutes No-Go im Umgang mit ihr und was tut ihr gut? In zwei Wochen werde ich wieder hinfahren. Dann ist sie auch schon in der Reha.
Inwiefern ist ihr bewusst, was ihr passiert ist. Wie war das bei euch? Sollte ich da lieber aufpassen, was ich sage? Ich schreibe ihr jeden Morgen eine sms. Nur kurze Wörter, höchstens 3 Wörter pro Absatz. Ist das ok? Oder setze ich sie unter Druck, wenn ich ihr jeden morgen eine sms schreibe? Ich möchte sie auf keinen Fall überanstrengen oder sie frustrieren. Es verhält sich nämlich so, dass sie einzelne Wörter lesen kann aber bei Sätzen Probleme hat, den Sinn herauszulesen.
Ihr seht, ich bin ein wenig überfordert. Deswegen bin ich hier gelandet. Ich war überrascht, dass man hier erst mal suchen muss, bis man eine Gruppe mit Thema Schlaganfall findet.
Wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr eine genaue Diagonose hattet bezüglich der zerstörten Hirnfunktionen?
Ganz liebe Grüße
femme