AD(H)S bei Erwachsenen

Thema: AD(H)S bei Erwachsenen

  • Ein Hallo von dem Neuen

    Hy, ich finde euer Thema extrem spannend. Ich glaube bei mir wirkt sich ADS besonders durch Schussligkeit aus. Ich vergesse viel, wenn ich es nicht aufschreibe. Außerdem rede ich viel zu viel und nicht immer sehr weise Dinge. Ich bin leicht reizbar und unkoordiniert. Und auch ich bin tatsächlich oft unmotiviert, fange Dinge an und bringe sie nicht zu Ende oder so ähnlich.

    Grundsätzlich gilt, dass dies alles vor allem dann auftritt, wenn ich nicht genügend Schlaf habe. Ich fand heraus, dass ich mit 7 - 7,5 Stunden voll auskomme. Jede Stunde weniger führt zu einer Verschlechterung meiner Situation durch oben Beschriebenes.

    Was mir total hilft ist ein Freund von mir. Ich bin Christ und als solcher in einer Gemeinde, die ein sogenanntes "Mentoring" anbietet. Kurz um, eigentlich geht es darum, dass wir uns als Christen gegenseitig unterstützen. In meinem Fall habe ich schon sehr früh angefangen diesen besagten Freund zu bitten (ja, ich! und es war freiwillig - wir reden nicht von einer Sekte) mit mir über Strukturen zu reden. Ich brauche Freunde, die wissen, wie es mir geht. Klar, die meisten verstehen wenig. Aber ein paar schon. Darunter dieser Freund von mir. Gemeinsam haben wir Lebensbereiche und Verantwortungen in meinem Leben aufgearbeitet und herausgestellt, was meine Ziele und meine Probleme in diesen Bereichen sind. Dann haben wir erarbeitet, wo es notwendig wird Strategien, Strukturen und Pläne zu erstellen. Immer, wenn ich mal wieder keinen Bock habe, dann rufe ich ihn an und wir gehen die Ziele durch, die ich für mein Leben bestimmt habe. Er fragt einfach nur nach: "Wolltest du nicht das erreichen? und das? ...

    Das hilft. Klar, ich kann nicht ohne Pläne leben und nicht ohne Strategien und da das leider ja nicht zu den Stärken eines ADSlers gehört ist es oft schwer. Aber ich habe eine Menge Verantwortung (Frau, Kind, Beruf, Pastor einer kleinen freien Gemeinde ...). Ich habe keine Lust mein Leben nur von meinen Stimmungsschwankunen regieren zu lassen. Allerdings: Das schreibe ich heute - an ruhigen Tag. Morgen kann es schon wieder Kampf sein, so zu denken.

    In diesem Sinne.



    Liebe Grüße,



    Heiko



  • Antwort: AD(H)S bei Erwachsenen

    ja ja heiko, morgen kann es schon wieder anders sein! das ist wohl der satz den jeder ads`ler auf der stirn tragen sollte, grins.

    aber es ist gut das du einen weg gefunden hast, zumindest für den moment. verseum nur nicht dir einen neuen zu suchen wenn der mal nicht mehr passt!

    ich wünsch dir viel erfolg und nimm kleinere schwächen doch ruhig auch mal hin, denn schwächen die machen uns doch soooooooo sympathisch!

    liebe grüsse sabine

  • Antwort: AD(H)S bei Erwachsenen

    Hallo, Sabine, Heiko und alle anderen!

    Sabine, hör' ich da bei "nimm deine Schwächen mal so hin" ein bischen Ironie des Schicksals raus?

    Also, ich finde, wenn ich meine Schwächen auslebe, dann macht mich das meinst recht unsympathisch. Ich kann mich dann selber nicht mehr leiden, wenn ich gereizte Überreaktionen bringe. Das kommt vor, allerdings... Leider. Keiner mag das gerne, wenn jemand zornesentbrannt und lautstark über die ungerechte Welt lamentiert.

    Drum will ich ja an mir arbeiten.

    Mit meiner Beziehung bin ich, wie immer, nicht zufrieden ;-)Wann könnte man mit einer Beziehung je vollauf zufrieden sein? Ich glaube, die große Liebe, die bestehen bleibt, ist ein Märchen. Mein Partner versteht mich auch nicht so recht. D.h., z.B. zum Thema unstrukturiert sein, meint er, er hätte das gleiche Problem. Er ist mit seinem Leben auch nicht immer so zufrieden. Wahrscheinlich ist das in der heutigen Zeit relativ normal. Zumindest für Menschen, die nicht gerade morgens ihr bischen Hirn mit dem Morgenurin im Klo runterspülen.

    Habe auch schon in meinem Leben ein paar Beziehungen gehabt und wieder aufgelöst. Es war jedesmal ein Drama - für mich zumindest sehr stark. Aber jedesmal ging der Schmerz vorbei. Alleinsein ist aber auch für mich schlimm. Da gibt es nur ein Mittel: mit aller Kraft und nach aller Möglichkeit nach Gesellschaft mit netten Menschen streben. Verein, Volkshochschule, Frauengruppe, irgendwas. Bloß soziale Kontakte suchen.

    Gut, das ersetzt alles den vertrauten Menschen zuhause nicht und ich halte seit ein paar Jahren an dem einen Menschen, der mit mir zumindest eine WG bildet, fest. Und was mir in der Auseinandersetzung oft hilft, ist (widersinnigerweise?) eine Weile auf Abstand zu gehen. Wieso muss er mich verstehen? Ich muss mich erst mal selber verstehen. Schließlich ist er kein Therapeut und das wäre von ihm auch zuviel verlangt. Er soll nur dableiben und mich nicht verlassen. Das ist schon ganz schön viel geleistet, wirklich. Denn ich bin kein einfacher Mensch. Ganz und gar nicht. Aber wenn er nicht bei mir bleiben wollte, dann wäre er auch nicht der Richtige für mich zum Leben. Wie könnte man jemanden dazu zwingen, auf eine Weise zu leben oder mit einer Persönlichkeit zusammenzuleben, mit der er einfach nicht zurechtzukommen versteht? Der Wille und die Zuneigung sollten grundsätzlich da sein, dann sollte das Verständnis sich auch mit der Zeit einstellen und vertiefen. Humor soll dabei sehr hilfreich sein. Sagen viele. Manchmal gelingt mir das. In dem Maße, glaube ich, wie ich es schaffe, mich in positiver Weise über das Thema auseinanderzusetzten. Wie hier zum Beispiel.

    Drum möchte ich euch allen danke sagen, dass ihr hier schreibt.

    Viele liebe Grüße

    Nicky

  • Antwort: AD(H)S bei Erwachsenen

    Hallo, Sabine,

    ...da war doch noch was... Wie meinst du das, "im Kreis drehen" und nicht anfangen zu müssen?

    Also, bin jetzt nicht sicher, ob das die richtige Antwort für dich wäre, aber für ADSler sol ja schlichtweg strukturieren helfen. Wenn du eine umfangreiche Aufgabe bzw. Ziel vor Augen hast, das dich angesichts dessen Größe abschreckt, damit anzufangen, solltest du es in kleinere Unteraufgaben unterteilen. Also, kleines Beispiel, mir hilft das, wenn ich hier bei Imedo ein Ziel einstelle: Buch lesen bis dann und dann. Dann gebe ich jeden Tag ein, auf welcher Seite ich grade bin und sehe den Fortschritt. Jeden Tag 10 Seiten ist für mich greifbarer als in 6 Wochen fertig sein. Ich finde zumindest, das ist sehr hilfreich.

    Aber möglicherweise geht es dir, wie einer Frau, über die ich kürzlich gelesen habe (gilt das auch?). Sie hatte sich ein Ziel gesetzt und schon Jahre vor sich hergeschoben, das nicht wirklich ihrer eigenen Neigung entsprungen war. Sie hatte mal studiert und inzwischen eine Familie und jeden Morgen sagte sie sich: ich muss meine Doktorarbeit schreiben. Eigentlich war das nicht mehr wirklich ihr Wunsch. Und nachdem sie dieses für sie inzwischen sinnfreie Vorhaben endgültig zu den Akten gelegt hatte und sich ein passenderes Ziel gesetzt hatte, ging es ihr wieder besser.

    Musst du dir überlegen, was für dich zutrifft. Weiß ja nicht, womit du jetzt genau anfangen möchtest. Vielleicht sind kleine Schritte richtig für dich, vielleicht musst du dein Vorhaben überdenken? Vielleicht brauchst du eine "Trainer", der dich an deine Vorhaben erinnert? Vielleicht findest du hier bei imedo einen Trainer.

    Jedenfalls wünsche ich dir, dass du das hinbekommst. Viel Glück und viele liebe Grüße

    Nicky

    Ursprüngliche Nachricht von einfachsabine

    hallo ihr lieben, auch mir tut es gut zu wissen das es anderen genauso geht wie mir. ich nehme keine medikamente, ich vertraue darauf das es die tage an denen ich kraft habe ausmachen wieder mal etwas zu bewegen. an depressionen leide ich zum glück nur zeitweise und nehm sie dann hin. ich mach irgend was schönes oder lache mit freunden oder meiner tochter( die mit mir zusammen wohnt). sie ist auch die die mich versteht und ich glaube fast das sie es auch hat, weil sie es so gut versteht!

    zur partnerschaft möchte ich sagen das ich immer dachte ich bin einfach nicht fähig wirklich zu lieben, aber es scheint doch eher so zu sein das ich es vielleicht zu sehr tue. ich glaube es ist einfach manchmal zuviel das ich gebe und aber auch erwarte. ich nehm auch alles ernst was man mir sagt und ich weigere mich einfach zuzugeben das die meisten es nicht so meinen. im moment habe ich eine fernbezihung 200km trennen uns, wir sehen uns nur an den wochenenden. unter der woche fühle ich mich aber so einsam das es mich fast lähmt. oder ist es wiedermal nur ein vorwand um nicht anfangen zu müssen. ich finde das schlimmste ist es sich ständig im kreis zu drehn und nicht voran zu kommen.

    hat jemand von euch einen weg gefunden wie man da raus kommen kann? mit dem selbst in den hintern treten hab ichs nicht so, fällt mir doch mächtig schwer, grins!

    aber ich find es auch schön das ihr hier seid und man sein kann wie man eben ist! danke euch dafür!



  • AD(H)S endet nicht mit dem Kindesalter ...

    ADHS, unbehandelt geht nie weg, da die Ursache nicht beseitigt wird.

    ADHS kann in jedem Lebensalter auftreten.

    Es hilft nur eins: Beseitigung der Ursache



    Dies hier gilt für Kinder sowie für Erwachsene ... -> http://www.imedo.de/practice/conditions/show/959-adhs-bei-kindern

  • Antwort: Ein Hallo von dem Neuen

    DER HEIKO HAT HIERUNS AUS DER SEELE GESchrieben hahahaha Gut

  • Antwort: AD(H)S bei Erwachsenen

    Also, das mit den Schwächen war eigentlich nicht ironisch gemeint, Nicky. Aber ich bin da von mir ausgegangen, ich neigen nicht zu Zorn oder Wutausbrüchen. Ich bin eher der harmoniesüchtige Typ, Gut

    Im Moment bin ich so sehr mit meinem Neuen Job beschäftigt, das wenig Zeit bleibt über irgend etwas anderes nachzudenken oder zu strukturieren! Puh, zum glück, sag ich da bloß. Da hat jeder verständnis und nimmt einem alles gerne ab. Ich bin froh das ich so viele liebe Menschen um mich hab.

    Das wünsch ich Euch auch!

    Na ich muss ja aber auch sagen, ich erwecke schon immer wieder den Beschützerinstinkt in den anderen, ich weiss das und nutze das auch manchmal aus, grins. Finde ich auch nicht schlimm.

  • Antwort: AD(H)S bei Erwachsenen

    Hallo einfachsabine,dass du mit dieser Möglichkeit eine Lösung für manche Probleme im Alltag gefunden hast, finde ich gut aber auch gefährlich, was meine Erfahrungen betrifft.In meinem Beruf habe ich festgestellt, vor allem wenn man mit Frauen zusammenarbeitet, dass kleine schwächen sehr schnell zu großen Schwächen ausgelegt werden. Ich habe für meine Arbeit eine völlig neue Konzeption geschrieben, mit viel Anerkennung und das Konzept meiner Dienst älteren vorgelegt. Da ich nicht korrekturlesen lasse, hatten sich ein paar Fehler eingeschlichen. Die Frage kam, hast du das mit Absicht gemacht oder die Fehler nicht sehen wollen?das ist eine Frage die mich persönlich kleiner macht und ich versuche mich zu rechtfertigen, aber mich gleich danach wieder schlecht dabei fühle. was bleibt ist ein ungutes Gefühl.ich denke es kommt ein wenig auf das Auftreten der Person an, wie man gesehen wird.Ich komme sehr selbstbewusst rüber, bin aber nicht so wie andere mich sehen.

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