Leider kann man nicht immer durch Hormontherapie beim Klinefelter Syndrom (KS) der Osteoporose vorbeugen. Es gibt viele "Patienten", die viele Jahre ihres Lebens mit Hormonen behandelt wurden, mit der Hoffnung auf stabile Knochen und dennoch an Osteoporose erkrankt sind. Das Syndrom umfaßt viele Bereiche des Lebens und wirkt sich immer wieder sehr individuell aus. Oft auch in schwerer Niedergeschlagenheit, z.B. durch die Unfruchtbarkeit, dann auch durch Fettleibigkeit, zum Teil auch verursacht durch die Hormonbehandlung, Schwerhörigkeit, schnelles Ermüden und vor allem auch eine angeschlagene Gesundheit nach schwereren Erkrankungen, wie z.B. einem Burn-Out oder Diabetes usw. Weitere Aspekte sind an Autismus grenzende Befindlichkeiten, die jedoch nicht direkt zum Autismus gezählt werden können. Dazu gehört zum Beispiel eine Unsicherheit in Bezug zum sozialen Leben, eine gewisse Ängstlichkeit, sich in Gruppen zu bewegen, Ängstlichkeit, sich auszudrücken, sei dies verbal oder auch non-verbal. Ebenso ist oft festzustellen, das KS'ler häufig Problemen gegenüberstehen, Mimik und Gesichtsausdrücke von anderen Menschen nicht wirklich deuten zu können. Es sind Überempfindlichkeiten festzustellen beim Reagieren und Verarbeiten von inneren und äußeren Einwirkungen, z.B. Geräuschen, Licht, Berührungen. Aber vor allem auch das Vermögen, sich auf andere zu richten, und das eigene Verhalten in sozialen Situationen gut zu erkennen und zu erlernen. Motorische Probleme gehen dabei einher, wie z.B. sich schnell entscheiden zu können bzw. schnelle Reaktionen, wie z.B. in Tests, abzuliefern. Bestimmte Sinneseindrücke werden oft nicht erkannt, nicht verstanden. Durch diese sog. Behinderungen ziehen sich Menschen mit dem Klinefelter Syndrom oft zurück, werden vorsichtiger und ängstlicher im Umgang mit anderen Menschen und anderen Situationen, machen nur schwer neue Erfahrungen, können wenig einfach nur "ausprobieren", sind oft Einzelgänger und dies "bei vollem Bewußtsein". Was bedeutet, das sie diese Zustände erleiden, oft, ohne zu wissen, was das denn eigentlich soll oder zu bedeuten hat. Denn diese KS Menschen, wie eben auch die "normalen", kommen mit Ideen auf die Welt, wie sie ein Leben einrichten und leben möchten. Oft jedoch wird beim KS beobachtet, das diese "Betroffenen" wie gegen unsichtbare Barrieren laufen, das ihr Leben einfach nicht gelingen will, obwohl sie doch alles erdenkliche dafür tun, ihren Vorstellungen und Wünschen entsprechend zu leben. Dieses Erleiden wird oft nicht erkannt, Depressionen oder Suizidverhalten nicht wirklich gedeutet und behandelt. Und somit werden Betroffene oft als Versager und Nichtsnutze bezeichnet, Menschen die ohne solch ein Wollen (ein Versager sein zu wollen) irre geleitet werden und oft ohne Beistand bleiben, statt das ihnen mit längerer fachgerechter Betreuung wirklich geholfen und ihr Leben gestützt wird. Gerade bei Kindern werden oft auch Lernbehinderungen bzw. Lernschwierigkeiten beobachtet, die jedoch häufig nicht dem KS zugeordnet werden, da oft nicht in diese Richtung geschaut wird. Daraus entwickelt sich dann oft wiederum ein Fehlverhalten, wie z. B. Stottern und/oder Lernschwierigkeiten, die oft dann dem Autismus, dem ADHD etc. zugeordnet werden, auch den Depressionen. Wie sich diese "Behinderungen" ohne im Vorfeld erkannt und betreut zu werden bis ins Erwachsenenalter hinein fortentwickeln können, kann sich jeder wahrscheinlich selbst ausmalen. Oder nicht? LG, Bernard
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