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Genuss und Mißbrauch
Thema: Genuss und Mißbrauch
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geschrieben von keinkonsum vor mehr als 4 Jahren (21.02.2008 21:21)Stichworte (Tags):
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geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (23.02.2008 21:39)Hallo!
Vorweg erstmal: Nein, ich nehme keine Drogen - und habs auch bislang nicht (und habs auch nicht vor). Mich reizt aber diese Frage hier - und deshalb bin ich jetzt beigetreten. Zumal ich von mir weiß, dass ich ein eher großes Suchtpotenzial habe - und deshalb sehr aufpassen will/muss, damit ich keine Sucht (wieder)entwickle. Wenn das dem Ziel + der Selbstwahrnehmung dieser Gruppe hier widersprechen oder ich aus anderen Gründen hier nicht reinpassen sollte, ist es aber auch okay, dass ich mich wieder abmelde, wenn ihr das so wollt.
Hmmm, was unterscheidet also Genuss von Missbrauch? Wo fängt Genuss an ... wo hört er auf ... und wo fängt Missbrauch an? *nachdenk*
Irgendwie sind die Grenzen sicher teils klar - und teils eher schwammig, fürchte ich.
Klar ist für mich: Genuss geht nicht nebenbei. Wenn ich z. B. mal ein Glas Rotwein oder Weinbrand genieße - dann genieße ich es wirklich ... den Duft, die Farbe, den Geschmack ... ich nehme mir Zeit dafür ... machs mir gemütlich ... erfreue mich daran ... und mehr nicht.
Von manchen Menschen aber weiß ich, dass z. B. Alkohol. da eher eine "Aufgabe" oder "Funktion" zu erfüllen hat - er soll eben etwas bewirken ... sie kommen z. B. heim - und "brauchen" erstmal einen Drink, zum Entspannen, zum "Runterkommen", was weiß ich ... oder es ist Party - und sie "brauchen" erstmal was Alkoholisches, um mehr Spaß zu haben, sich besser amüsieren zu können, einfacher Kontakt zu finden oder sonstwas ... das ist für meine Begriffe schon Missbrauch - denn da fängt Sucht an ... oder KANN zumindest anfangen.
Und unter solchen Umständen ist Genuss auch ohnehin schwierig - weil echter Genuss ja auch Zeit + Offenheit + Achtsamkeit + Begrenzung + Bewusstheit usw. braucht. Finde ich jedenfalls.
Zum Thema Genuss hab ich übrigens einiges in meiner einen Gruppe (-> http://www.imedo.de/group/overview/index/389-zufriedenheit-glueck-geniessen ) geschrieben ... und zwar hier in dem Forum "Genuss-Schule": http://www.imedo.de/group/topics/list/1486 Speziell die Genuss-Regel 5 (-> "Weniger ist mehr") tangiert wohl dieses Thema hier. Vielleicht schaut ihr ja mal dort rein?
Ich habe jedenfalls mithilfe dieser Regeln + Etappen das Genießen erst vor nicht allzulanger Zeit ganz neu gelernt. Und gerade Menschen, die mit Sucht oder so zu tun haben, können vermutlich auch sehr davon profitieren, das Genießen (wieder) zu lernen. Also: Ihr seid herzlich eingeladen!
Sonnige Grüße von der Gänseblümin.
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Antwort zu Antwort: Genuss und Mißbrauch
Hallo allerseits!!
Die meisten kennen mich vl nicht manche vl aber doch, und ich bin leider süchtig und nahm bzw. nehme Drogen diverser Art.
Ich muss "Gänsebblümchen ein riesiges Lob aussprechen das Sie genau weiss wie weit sie gehen kannoder darf. Es sind ihr de konsequentzen anscheinend bewusst-Hut ab! Es gibt bei Drogen leider keinen Beipackzettel!
Ich kenne leider nicht Euer Thema,und hoffe ich hab Euch nicht gestört, musste das aber unbedigt hier deponieren. Ihr könnt mich auch gerne was über Drogen fragen, nur nicht genieren,ich bin nicht bissig.
Also anständig und vorallem "sauber" bleiben Leute...Grüsse aus Wien Patient84
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geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (24.02.2008 06:53)Antwort zu Antwort: Genuss und Mißbrauch
Lieber Patient!Ich bin auch nicht damit geboren oder so. Es war ein Lernprozess - und der war oft nicht einfach.
Ich selbst hab früher oft das Thema Essen oder auch Nicht-Essen "benutzt" (= missbraucht). Da es ganz früher (also die ersten 15 Lebensjahre daheim bei Mutter) Essen immer nur als Belohnung gab, wenn sie wenigstens einigermaßen zufrieden mit mir war - war Essen für mich das wichtigste Beruhigungsmittel (in den Jahren 16 bis etwa 20/24). Denn solange es nochwas Essbares für mich gab - konnte ja alles nicht so schlimm sein. Andersrum hab ich mich auch oft mit Nicht-Essen gestraft, wenn ich den Eindruck hatte, versagt zu haben - genau wie Mutter das früher oft tat.
Als ich so 20-24 Jahre war, hab ich von den schlimmsten Sachen dann die Kurve bekommen ... also dieses absolute Fehlverhalten im Bezug aufs Thema Essen ... meine ganzen Ängste + Zwänge ... usw. Und da ist mir auch bewusst geworden, wie oft ich schon knapp dran vorbeigeschlittert bin, evtl. einen Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch zu entwickeln - und dass ich in all diesen "unbewusst gelebten + sehr kaputten Jahren" einige Schutzengel hatte.
Nun bin ich 35. In aller Regel läuft es ganz gut - aber die alten Reflexe und Tendenzen gibt es nach wie vor. Auch die Tendenzen z. B. zum Alkoholmissbrauch. Also trinke ich nur selten was und nehme auch nur selten/wenig Medikamente (also von dem Zeug mit Abhängigkeitspotenzial), um mich nicht in Gefahr oder in Versuchung zu bringen - und den Alkohol nur, wenn ich es wirklich genieße(n kann) und niemals als Funktion oder so; die Medikamente nur in absoluten Not- und Einzelfällen und klar zeitlich abgegrenzt. Und immer zur Fastenzeit trinke/esse ich die 40 Tage gar nichts mit Alkohol, nichtmal Rumaroma irgendwo dran.
Ich habe einfach Angst davor, evtl. süchtig zu werden - und diese Angst schützt mich offenbar. Und dass ich im Freundeskreis dann oft die Einzige bin, die nach Wasser oder Saft oder so fragt - stört mich wenig. Da ich selten Alkohol trinke - vertrage ich auch entsprechend wenig, werde bei mehr als einem Glas sofort hundemüde und schlafe ein. Und das akzeptieren die meisten dann doch als Grund.
Seltsam aber, dass man als Nicht-Trinker oft einen Grund parat haben muss, wieso man NICHT mittrinkt ... *grübel* ... und am besten sowas wie "schwanger" ... oder "ich nehm grad Tabletten, da geht das nicht" ... alles andere wird dann schon gern mal belächelt oder so. *kopfschüttel*
Gerade dieses Klima ist es sicher AUCH, was es Trinkern so einfach macht zu trinken - und so schwer, es nicht zu tun. Vermute ich mal so.
Sonnige Grüße von der Gänseblümin.
Ursprüngliche Nachricht von Patient84
Ich muss "Gänsebblümchen ein riesiges Lob aussprechen das Sie genau weiss wie weit sie gehen kannoder darf. Es sind ihr de konsequentzen anscheinend bewusst-Hut ab! Es gibt bei Drogen leider keinen Beipackzettel!
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Hallo!
Zunächst beantworte ich Deine Frage Sunshine: Ich hab soziemlich ales genommen was ich bekommen konnte und bin jetzt auf Morphin(Substitol, heisst das Medikament)-dieses macht mich aber auch "schwerst"-abhängig. Morphium sucht ist dazu noch eine der stäörksten, dann nehme ich Benzodiazepine(Schlafmittel), und es ist kein Geiheimnis das och kiffe, wobei mir Ganja bei weitem lieber als Dope ist.Alkohol trinke ich keinen-Silvester zum Anstossen und evtl zum Geburtstag ein kleines Bier-das ist aber schon das jährliche maximum.
Ich finde Gänseblümchens Angst gerechtfertigt, denn wenn man da einmal drinnen ist kommt man soschnell nicht mehr hinaus-besonders nicht wenn man wie ich alleine ist. Also von mir aus probiert alles aus, aber lasst danach die Finger davon!Ausserdem denke ich das Gänseblümchen so ähnlich wie ihre Mutter reagiert, weil Sie die selben gene haben.-oder hab ich das was falsch verstanden?!?!
Wollte niemanden zunahe tretten, falls ich das getan habe tut es mir sehr leid.
LG...Patient84
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Ich persönlich habs ja mal gemerkt mit Alkohol--aber mit dem vollen Bewusstsein-oh jetzt wird es langsam gefährlich!!Das lag daran dasich aus Liebeskummer aus Bock trank!!!Und ich glaube hätte ich weitergemacht wäre das bei mir auch zur Sucht geworden--erstens denke ich das man -wenn man-aus solchen Gründen trinkt die Psyche eine grosse Rolle spielt--und dadurch sich im Hirn das festsetzt--und später natürlich auch der körperliche Entug eine Rolle dabei ist nicht mehr aufzuhören-weil es einem halt schlecht geht!!!Bei Drogen-denke ich mal das gleiche Spiel--solange man aus reinem Genuss mal was nimmt--geht es wohl--aber wenn man dann aus Kummer oder auch weil der Körper erste Entzugsanzeichen meldet--dann gehts nicht mehr!!!Oder man schafft es sofort aufzuhören!!
Genuss ist eben ab und zu-mit dem vollen Bewusstsein Etwas zu geniessen!!Das heisst doch nicht zu übertreiben-ich geniesse 2 Glas WEIN-aber ich geniesse nicht mehr wenn ich weitersauf.....Dann ist es reines Schietegal und wenn ich 1 rauche unddann aufhöre geniesse ich den Effekt--raucheich immer weiter-tja -ich finde da geniesse ich nichts mehr sondern hänge in einer Ecke rum......l.G
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geschrieben von Chrisi vor mehr als 4 Jahren (24.02.2008 18:19) -
geschrieben von keinkonsum vor mehr als 4 Jahren (24.02.2008 20:14)Antwort zu Antwort: Genuss und Mißbrauch
liebe Gaensebluemin</font>,
bomben beiträge von dir. finde ich voll gut und du schreibst mir und auch sicherlich anderen auch aus der seele.wenn ich einmal die woche in die sauna gehe kann ich geniessen, wenn ich jeden tag in die sauna gehe nicht mehr?oder auch sonnenbank?kann ich nur in maßen geniessen. ist dann genuss nur von kurzer dauer?ähnlich dem Gück?
ich bin jetzt einige zeit clean und trinke kein alkohol, finde auch blöde das ich mich in manchen situationen dafür erklären muss warum das so ist. ist doch eigentlich die frage warum soviele alkohol trinken und nicht warum ich nicht.
lieber gruss patrick

