Studie: Neue Antidepressiva haben kaum Wirkung

Thema: Depressionen

Thema: Studie: Neue Antidepressiva haben kaum Wirkung

  • Studie: Neue Antidepressiva haben kaum Wirkung

    Hallo Leute!

    Hab grad eine dpa-Meldung gefunden, die ich euch unbedingt zur Verfügung stellen möchte:

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    London (dpa) - Antidepressiva der neuen Generation haben einer britischen Studie zufolge bei den meisten Patienten kaum eine Wirkung. Sie hätten auf die meisten Menschen mit mittelschweren Depressionen keinen anderen Effekt als das Scheinmedikament Placebo, berichten britische Forscher in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Universität Hull. Wirkung hätten die Medikamente nur bei einer sehr kleinen Gruppe von Patienten, die an schwersten Depressionen litten. Es gebe also kaum Gründe, diese Antidepressiva zu verschreiben.

    «Der Unterschied in der Besserung bei Patienten, die Placebos nehmen und Patienten, die Antidepressiva nehmen, ist nicht sehr groß», sagte Professor Irving Kirsch von der Psychologie-Fakultät in Hull. Die Untersuchung wurde im Fachmagazin «PLoS Medicine» (Public Library of Science Medicine, Bd. 5, e45) veröffentlicht. Die Studie sei eine der gründlichsten über Antidepressiva der neuen Generation, der sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).

    Die Wissenschaftler überprüften für die neue Studie Daten aus 47 veröffentlichten und unveröffentlichten Klinikstudien. Dabei untersuchten sie vier häufig verschriebene Medikamente, die unter anderem die Wirkstoffe Fluoxetin, Venlafaxin und Paroxetin enthielten. Sie betrachteten auch die Studien, die für die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA nötig waren. Selbst Klinikstudien, die auf eine positive Wirkung bei schwerdepressive Patienten hindeuteten, hätten dafür keine klaren Beweise gegeben, erklärten die Wissenschaftler.

    Zwei Hersteller, Eli Lilly und GlaxoSmithKline, wiesen die Ergebnisse der neuen Studie dagegen zurück. Andere Untersuchungen hätten die positive Wirkung der Medikamente gezeigt. Patienten sollten die Einnahme nicht absetzen.

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    Klar, dass die Hersteller solche Ergebnisse zurückweisen, kann ich mir lebhaft vorstellen. ;-)

    Und nein, auch ich möchte nun keineswegs sagen, dass jeder, der solche Mittel nimmt, nun damit aufhören soll. Auf gar keinen Fall!

    Nur ich für mich persönlich fühle mich irgendwie bestätigt. Ich habe einmal ein AD genommen ... auch eines der ganz neuen (allerdings ein SNRI) ... und außer den ganzen schrecklichen Nebenwirkungen + Absetzsymptomen hat es mir GAR NICHTS gebracht. Was mir bestätigt hat, dass diese Mittelchen FÜR MICH keine Lösung sind.

    Für andere aber kann es das dennoch sein - ich weiß. Und das ist völlig in Ordnung so. Aber zumindest mag vielleicht der eine oder andere mit diesem Wissen nochmal genauer prüfen + mit dem Doc reden oder so ... insbesondere, wenn vielleicht ohnehin schon Zweifel an der Wirkung bestehen oder so.

    Auf jeden Fall wünsche ich uns allen, dass wir möglichst nicht in solche Notlagen kommen, über sowas nachdenken zu müssen! Gut

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Citalopram

    Ich bin neu hier und weiß gar nicht ob ich hier richtig bin. Ich habe das Medikament Citalopram verschrieben bekommen. Bisher habe ich mich aber nicht getraut es einzunehmen. Nebenwirkungen wie Gedächtnisstörungen, Angstzustände und Selbstmordversuche schrecken mich etwas ab. Hat sonst jemand Erfahrungen damit? Ich bin total durcheinander und weiß nicht was das Richtige zu tun ist.

    Ich meine ich will ja nicht dass meine Situation noch schlimmer wird. Meine Tochter ist 12 Monate alt und ich will ja besser für sie da sein als bisher und nicht schlechter Sehr schlecht(

  • Antwort: Citalopram

    Hallo anonym!

    Hmmm, also so ganz grundsätzlich würde ich bei einem entsprechenden Vertrauensverhältnis davon ausgehen, dass der Arzt schon weiß, was er tut - und wenn mir mein Hausarzt was verschreibt (im Dezember z. B. Beruhigungstropfen), dann nehme ich das auch (trotz bestehender Suchtgefahr). Weil ich weiß, dass er seine Gründe haben wird und es jetzt eben wirklich mal nötig ist und wir über Nebenwirkungen und Risiken auch reden. Weil ich auch weiß, dass er nicht sofort zum Rezeptblock greift, meine Abneigung gegen Medikamente kennt und insbesondere weiß, dass ich Psychozeugs eigentlich nicht haben will.

    Bei meiner Psychoärztin früher war das etwas anders. Die kannte ich kaum ... hatte wenig Vertrauen zu ihr ... sie hörte auch nie zu, wenn ich ihr was von schwersten Nebenwirkungen erzählte ... usw. - von ihr (oder einem ähnlichen Typ Arzt) würde ich mir so schnell sicher nichts mehr verschreiben lassen.

    Euer Verhältnis kenne ich nicht. Fakt ist jedoch, dass Du offenbar Hilfe brauchst - und das kann manchmal auch ein Medikament sein, dass Dich z. B. soweit stabilisiert, dass eine Arbeit an den eigentlichen Problemen + Ursachen überhaupt erst möglich wird. Und wenn ich persönlich Zweifel an einem Medikament habe - dann sage ich das dem Arzt, von dem ich es bekommen habe. Wenn das nicht klappt, es ein eher unbekannter Facharzt ist und dieser nicht zuhört oder so - dann gehe ich zu meinem Hausarzt und rede mit dem.

    Und genau das würde ich Dir auch empfehlen: Geh zum Arzt und sprich mit ihm. Erzähle ihm von Deinen Bedenken. An der Art, wie er darauf reagiert, wirst Du schon merken, wie gut euer Verhältnis ist. Wenn er darauf eingeht, Dir was dazu erklärt, Dich über Nebenwirkungen und Risiken informiert, Dir dazu erklärt, wie Du diese von Symptomen unterscheiden kannst und vor allem, was Du dann machen sollst usw. und ihr euch dann gemeinsam darauf einigt, dass dennoch jetzt dieses Medikament (oder vielleicht auch ein anderes, wer weiß) nötig ist - dann nimm es aber auch.

    Geht er nicht oder auf blöde Art darauf ein - dann versuche, den Arzt zu wechseln.

    Hmmm, so jedenfalls würde ich das sehen.

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Antwort: Citalopram

    Nachtrag:

    Für mein Verständnis sind solche Psychomedikamente sowas wie Krücken.

    Manchmal braucht man nach einem Beinbruch oder so eben welche - bis man nach und nach dann die Beine wieder belasten kann. Irgendwann gehts dann nur noch mit einer Krücke ... und noch später ganz ohne.

    Wichtig wäre mir als Patientin, dass mir der mittelfristige Weg ebenfalls klar ist ... dass ich weiß, wo es mal hingehen soll - und wozu jetzt das Medikament helfen soll ... auch darüber muss ein guter Arzt also mit seinem Patienten sprechen. Denn Medikamente lösen keine Psychoprobleme - das ist schonmal klar. Aber sie können einem manchmal dabei helfen, dass man sie überhaupt angehen und lösen kann.

  • Antwort: Studie: Neue Antidepressiva haben kaum Wirkung

    Danke. Ich werde auf jeden Fall nochmal mit der Ärztin sprechen.

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