Antwort: Tipp der Woche aus „Mehr Power“ > Woche 5: Wie man mit der Angst umgeht und sie überwindet.
Hallo Leute!
Hmmm, da ich im Krankenhaus war, stoße ich jetzt erst auf den Fortgang der Diskussion hier. *umentschuldigungbittendlächel*
Einerseits schließe ich mich dem Tipp an, nach Zahnärzten zu suchen, die konkrete Erfahrungen + Kenntnisse im Umgang mit Angstpatienten haben.
Ergänzend dazu jedoch noch ein paar weitere Tipps:
* wenn die (Schmerz)Behandlung bereits so nötig ist, dass keine "Vorbereitungszeit" mehr bleibt - würde mir persönlich nur ein sofortwirkendes Beruhigungsmittel einfallen, um die Behandlung durchzustehen
* andernfalls ist es mit allen Ängsten so, dass es eine Art Angstgedächtnis gibt - und es somit ganz selbstverständlich nicht von allein besser, sondern eher schlimmer wird, weil immer wieder die Angst steil ansteigt - und man dann aber aussteigt (weggeht, Beruhigungsmittel nimmt, sich ablenkt oder sonstwas); wichtig wäre aber, ebendiesem "Angstgedächtnis" die Möglichkeit zu geben, aktiv umzulernen, was voraussetzen würde, dass man z. B. zum Zahnarzt geht (vielleicht genügt ja bereits das Wartezimmer?), die Angst ganz bewusst wahrnimmt, ebenfalls wahrnimmt, wie sie zunächst schlimmer wird - und dann aber ohne Aussteigen möglichst solange aushält da, bis die Angst wieder abflaut (das KANN z. B. 30-90 min dauern); Hintergrund: zunächst glaubt man ja irgendwie, dass die Angst so schlimm ist, dass man sie nicht aushält, dass irgendwas Schreckliches passiert oder sowas, weshalb man ja meist an dieser Stelle aussteigt - so dass man nie die Chance hat zu erleben, dass/wie die Angst auch wieder weniger wird, wenn nämlich gar nichts Schlimmes geschieht (Stichwort: Angstkurve); beim nächsten Mal wird die Angst vielleicht schon nicht mehr so drastisch steigen - oder zumindest nicht so lange anhalten, es ist ja nun bereits erlebt, dass sie auch wieder sinkt/weggeht; beim dritten oder fünften oder x. Mal kann man dann vielleicht mal auf den Zahnarztstuhl gehen, die Zähne prüfen lassen oder sowas, dann vielleicht mal eine PZR machen lassen, und dann sogar eine "normale" Behandlung machen lassen; dieses Umlernen KANN jedoch einige Wochen/Monate dauern - je nach Angstgrad + sonstiger Stabilität
* allgemein hilfreich können außerdem Techniken zur Entspannung bzw. Selbstberuhigung sein: Autogenes Training, PMR, Achtsamkeitsübungen, entspannende Töne/Klänge/Phantasiereisen/... per Kopfhörer, Imaginationsübungen, ...
Voraussetzung:
Es ist wirklich ein ganz persönlicher und unbedingter Wille, etwas an der Zahnarztangst zu verändern - nicht nur eine vermeintliche Notwendigkeit, Vernunftentscheidung, ein Sollte/Müsste/Könnte/Wäre besser oder sowas. Niemand MUSS nämlich diese Angst bearbeiten - doch wer es angeht, braucht gute + persönliche Gründe dafür, wie bei jeder anderen Angst auch. Sonst schafft man die Mühen nicht.
Auf jeden Fall wünsche ich allen Betroffenen viel Erfolg!
Ich selbst habe übrigens auch arge Angst vorm Zahnarzt - habe jedoch inzwischen einen wirklich guten Zahnarzt gefunden und kann einigermaßen damit umgehen. Und ich habe ganz ähnlich wie oben erwähnt geübt und mich so nach und nach mit diesem Zahnarzt bekannt + vertraut gemacht. Mir war dabei z. B. auch wichtig, mit dem Zahnarzt bestimmte Zeichen (mit einer Hand oder so) zu vereinbaren - um mich nicht mehr so hilflos zu fühlen. Weil man ja mit aufgesperrtem Mund schlecht reden/Bescheid sagen kann, wenn irgendwas ist. So gibts vor allem ein Stopp-Zeichen - wo er sofort aufhört und erstmal fragt, was los ist. Bei schwierigen Behandlungen höre ich meine eigene Musik per Kopfhörer - immer aber läuft eh dezente Hintergrundmusik. Und auch wenn das eine Gemeinschaftspraxis ist - werde ich stets nur von ihm behandelt.
Sonnige Grüße von der Gänseblümin.