Angehörige von Herzinfarktpatienten

Thema: Angehörige von Herzinfarktpatienten

  • Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Mein Freund ( 28) wurde vor kurzem mit der Diagnose Hinterwandinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert. Bei der Ballondilitation mussten ihm 6 Stants "eingebaut" werden. Für mich brach eine Welt zusammen und ich habe seitdem solche Angst um ihn. Nun ist er seit gestern wieder zu Hause und das macht alles nur noch schlimmer. Ständig versuche ich ihn zu bemuttern und er wehrt sich natürlich. Ich habe unglaubliche Angst, dass er es nicht schafft seine Gewohnheiten zu ändern. Problem ist aber, dass es in unserem Umfeld zum Beispiel nur Raucher gibt. Und ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Soll ich ganz streng sein und konsequent, aber ich kann ich ja nicht für immer seine Oberaufseherin spielen?Ich kann ihm doch nicht den Umgang mit seinen Freunden verbieten? Auf der anderen Seite, einfach zuschauen, wie er in alte Verhaltensmuster verfällt kann ich doch auch nicht?

    Es ist alles im Moment einfach ganz schrecklich für mich. Habe das Gefühl mein komplettes Leben hat sich verändert.

    Danke fürs "Zulesen"



  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Ist der Infarkt stressbedingt? Wobei, das ist glaube ich jeder Infarkt. Rauchen ist da sicher ganz schlecht und dass sich Männer nicht gerne helfen lassen, ist leider oft so. Hoffe es wird besser und er lebt bewusster.

    Grüße
    Sebastian

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    was heißt stressbedingt. So den riesen Stress hat er jetzt auch nicht. Wenns daher kommen würde, hätte ich als LAA im ersten Jahr eher einen Infarkt haben müssen.

    Ich habe einfach unheimlich Panik und kann nichts dagegen tun. Es hilft kein reden, kein Tagebuchschreiben, kein Internetchat...

    Hab das Gefühl ich leide viel mehr unter dieser ganzen Situation als er. Ich schlafe kaum noch, ess nur unter Zwang. Übel einfach!

    Danke



  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Hallo,

    ich kenne dieses Gefühl zu gut!Mein Freund ist 35 und hatte vor 3 Wochen einen Herzinfarkt, bekam 2Stents eingesetzt. Ich habe genauso Angst wie du ihn zu sehr zu bevormunden. Ich gebe mir Mühe ihn wieder sein Leben leben zu lassen und ändere was ich ändern kann. Wenn ich koche gibts halt cholesterinarmes Essen, was er übrigens garnicht schlecht findet, mit dem Rauchen hab ich so gut wie aufgehört und er automatisch auch und wenn er mal statt einer Zigarette Zwei raucht, dann sag ich auch Nichts. Wenn ich versuche Ihn zu etwas zu Überreden, was er nicht will, renn ich eh vor die Wand, es muss ihm bewusst werden, dass es um seinen Körper geht und das kann dauern. Ich habe immer Angst um ihn, die ich so auch kaum in den Griff bekomme, das braucht sicher Zeit.......

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Hallo,

    wie seit ihr denn vorher mit euren partnern umgegangen?
    kam denn der infarkt immer plötzlich oder wusstet ihr schon vorher, dass er zu einer risikogruppe gehört oder bluthochdruck hatte oder öfter mal schmerzen in der brust hatte?

    mich würde das interessieren, weil ich das bei meiner mutter nicht soweit kommen lassen möchte, sie sich aber nicht immer und überall natürlich helfen lassen möchte...

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    also, ich muss gestehen, dass ich nach dem ersten herzinfarkt von meinem vater auf jedenfall anders mit ihm umgegangen bin.

    schließlich stand er da, doof gesagt, an der schwelle zum tod, und wenn man das einfach mal realisiert hat, dann begegnet man dem betroffenen schon anders.

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Das tut mir leid wegen deinem papa...

    gab ess denn davor keine anzeichen für einen drohenden herzinfarkt bei ihm?

    bei meiner mutter spricht einfach so viel dafür, aber ich will sie ja auch nicht ständig belasten... eine belastete psyche kann nämlich auch das herzinfarktrisiko beeinflussen und da will ich der letzte sein, der durch das ständige rummeckern die eigene mutter traurig macht und gar in einen herzinfarkt regelrecht reintreibt... Sehr schlecht

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    glaube das wichtigste ist das die person realisiert, dass etwas in ihrem leben falsch läuft oder gelaufen ist! das ist die halbe miete! ich kann verstehen das angehörige anders mit der jeweiligen person umgehen! meine oma selber hat krebs und ich vermeide diskussionen oder streits mit ihr... einfach weil ich mich nicht mehr mit einer 80 jährigen frau anlegen will und man weiss nie wie lange es noch geht und im streit auseinander zu gehen ist für mich das schlimmste.

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Hallo muggal1!



    Das ist bei Angehörigen von Menschen, denen Schlimmes wiederfahren ist, völlig normal. Das mag sich jetzt merkwürdig anhören aber ielleicht gibt es an diesem Krankenhaus eine Art Selbshilfegruppe für Angehörige, zu der Du gehen könntest. Alternativ wäre das Gespräch mit dem behandelnden Arzt Deines Freundes oder einem Psychologen angeraten.



    Schöne Grüße

    f1

  • Antwort: Angehörige von Herzinfarktpatienten

    Also wenn es für einen angehörigen auch eine extrem schwere situation ist mit der sie nicht zurechtkommen, dann sollte vielleicht bevor man das gespräch mit einem psychologen oder den behandelnden arzt sucht, mit den betroffenen selbst reden. denn für sie ist es denke ich auch gut sich aussprechen zu können oder zu wissen, dass jemand an sie denkt...

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen