richtige Ernährung von Kleinkindern

Thema: richtige Ernährung von Kleinkindern

  • richtige Ernährung von Kleinkindern

    Hallo Leute,

    letztens hatte ich eine Diskussion mit meinem Kumpel (alleinerziehender Vater mit vierjähriger Tochter) über die richtige Ernährung von Kleinkindern. Er gab der Kleinen schon im zarten Alter von 2 1/2 Jahren Pommes und anderes Fast-Food. Ich hab' zwar keine wirklich Ahnung von Kindern und deren Ernährung "fühlte" aber, dass das irgendwie nicht so gesund sein kann. Er meinte, das wäre schon okay.

    Jetzt mal meine Frage an euch: Habe ich ein zu krasses Verständnis von Gesundheit und gesunder Ernährung oder macht mein Kumpel etwas falsch?

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    Oh Gott, oh Gott! Das ist jetzt nicht Dein ernst, oder? Pommes, Hamburger und Co. sollten in dem Alter um jeden Preis von Kindern ferngehalten werden. Wenn schon mit 2 1/2 mit diesem Müll (heißt ja auch Junkfood) angefangen wird, wie soll sich das Kind denn dann richtig entwickeln können?

    Du liegst mit Deiner Vermutung, dass das falsch ist, natürlich goldrichtig. Pommes enthalten durch das Fritieren ganz viel Fett, womit man den kleinen Körper nicht unnötig belasten sollte. Vor allem die gesättigten Fettsäuren sind wie Gift für (Kinder)Körper.

    Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sollten auf dem Speiseplan stehen. Sprich mal mit Deinem Kumpel und frag' ihn wie wichtig ihm die Gesundheit seiner Kleinen am Herzen liegt. Dann soll er sich mal ein paar Bücher über kindgerechte Ernährung besorgen. Die gibt es ja zu Hauf. Und im Internet steht bestimmt auch was Nützliches.

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    HA! Ich wusste es doch. Pommes, Hamburger und die vielen Süßigkeiten können für Kleinkinder einfach nicht gesund sein. Ich werde das meinem Kumpel mal gleich mitteilen. Der ist sich wahrscheinlich gar nicht so richtig bewusst, wie viel Schaden er damit bei seiner Tochter anrichten kann.

    Aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht ganz einfach wird, die Ernährung der Kleine so komplett umzustellen, wenn sie einmal Pommes geleckt hat. Wie könnte man denn das am besten angehen? Hat da jemand einen Ratschlag parat?

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    Hmmm, meine ganz persönliche Meinung:

    Niemals durch Wegnehmen (-> "Ab heute gibts keine Pommes mehr - die sind ungesund!")! Erstens macht man sich da unglaubwürdig - denn wieso gabs denn das dann bisher? War da die Gesundheit nicht so wichtig? Wieso dann jetzt plötzlich? Oder wieso bisher nicht? Und zweitens funktioniert das (fast?) nie. In der Natur gibts kein Vakuum - und ebenso gibts sowas auch kaum in der menschlichen Psyche. Man kann also nicht einfach nur was weglassen - das wird selten Erfolg haben. Zumal bei einem Kind.

    Stattdessen durch Dazutun ... also den Speiseplan vielseitiger gestalten - so dass für die Pommes halt automatisch weniger Platz bleibt ... und vor allem durch Abenteuer, Spaß + Entdeckerlust - denn sowas spricht das Kind eher an, als gelehrte Thesen oder so.

    Für ein paar allgemeine Ideen schau mal hier ins Nachbarthema rein: http://www.imedo.de/group/topics/show/59660-diskussion-am-essenstisch

    Meiner Meinung nach ist mit das Schlimmste daran, dass man den Kiddies zu viel Fertig- + Fast-Kram zu futtern gibt - dass man ihren Geschmack damit versaut ... und zwar dauerhaft - und kaum bis nur schwer reparabel ...

    An all diesen Dingen ist jede Menge Glutamat dran. und wer dauernd Fertig-Tomatensauce (MIT Glutamat, Hefe & Co.) isst ... und dann irgendwann mal (weils ja gesünder ist - und die Eltern plötzlich den Gesund-Trip entdeckt haben) "echte" Tomatensauce (OHNE Glutamat, Hefe & Co.) vorgesetzt bekommt ... wird nörgeln, weil diese ja gar nicht richtig nach Tomaten schmecke ... ebenso wird derjenige über ein Tomatenbrot nörgeln - weil ja auch die Tomaten gar nicht richtig nach tomaten schmecken ... weil seine Zunge ja nur den völlig übertriebenen Tomatengeschmack kennt - und mit den natürlicheren, zarteren und dafür aber vielfältigeren Reizen gar nicht mehr umgehen kann. Und genau so ist es auch mit den meisten anderen Lebensmitteln.

    Außerdem erzeugen Glutamat + auch die ganzen Salze am fertigen Zeug eine schier unzähmbare Gier auf mehr und immer noch mehr. Auch deshalb kann man so schlecht aufhören - bevor die Chips-Tüte leer ist. Und auch deshalb sind so viele Kinder, die mit Fertigzeugs ernährt werden, so dick. Nicht nur, weil das Zeug oft sehr kalorienhaltig ist - sondern auch, weil sie kein "normales" (gesundes) Gefühl für Sättigung, Appetit, Hunger, Geschmack und so entwickeln können/konnten. Was sehr bedauerlich ist - weil sich das nur schwer + nur begrenzt nachholen lässt.

    Stattdessen ist doch die Kindheit auch in Sachen Essen, Lebensmittel, Gemüsesorten usw. dazu da, Entdeckungen zu machen, die Sinne zu schulen usw. - doch genau dafür brauchen eben diese Sinne Original-Material ... möglichst oft ... möglichst verschiedenes ... und möglichst ohne Chemie. Oder jedenfalls sollte sie das sein ...

    Bei uns daheim gabs z. B. einmal in der Woche Experimentiertag ... da haben wir z. B. vom Wochenmarkt/Supermarkt/... etwas mitgenommen, was wir noch nicht kannten ... mal eine fremde Obstsorte ... mal eine fremde Käsesorte ... mal ein unbekanntes Gemüse ... oder wir haben uns aus einem Kochbuch mit großen Bildern irgendwas Spannendes UND Fremdes rausgesucht und das zusammen gekocht/gerührt/...

    Manchmal haben wir auch (nach dem Muster der Weinprobe für Große) eine Art Käseprobe, Melonenprobe, Honigprobe, Apfelprobe oder so veranstaltet ... also 3-5 Sorten eines Nahrungsmittels gekauft - und dann daheim verglichen ... wie unterschiedlich sind Farbe, Sensorik, Geruch, Geschmack usw. davon ... dazu gabs dann einfach Butterbrote oder Brot-/Pizzateig in Stangenform gebacken zum Knabbern und gut.

    Ebenso kann man morgens auch mal ausprobieren, womit einem der Naturjoghurt denn so am besten schmeckt ... mit vielleicht etwas Honig oder/und Marmelade, evtl. auch etwas Zimt + Vanillepulver oder so und vor allem einigen Obstsorten (schön zerstückelt oder gar püriert) auf dem Tisch - und dann kann man alles mal löffelweise testen oder so. Vielleicht entsteht so ja sogar für die Großen eine neue Frühstücksliebe?

    Als er bissel größer wurde - haben wir so ähnlich all die spannenden Inhalte meines reichhaltigen Kräuter- und Gewürzregals entdeckt + erkundet. Inzwischen (15) kocht er recht sicher mit dieser Vielfalt - und kennt Gewürze + ihre Verwendung, wo viele Große nicht mal wissen, dass es sowas gibt. sehr gut

    Und natürlich darf man auch mal Pommes essen ... vielleicht ja selbstgemachte ... oder eher Kartoffelstäbchen in der Pfanne gebraten ... oder doch eher als Kartoffelspalten aus dem Backofen - lecker selbst gewürzt ... wenns dazu dann z. B. einen frischen Joghurtdipp + einen bunten Salat gibt, ist da gar nix einzuwenden.

    Anmerkung: Wenn nun einer glaubt, ich hätte offenbar viel Zeit oder so - weit gefehlt. ;-) Ich war die ganze Zeit alleinerziehend mit Vollzeitjob (erst Ausbildung) und ohne Oma oder so. So viel Zeit braucht das alles also gar nicht - nur ein bissel Lust + Kreativität + Planung. sehr gut

    Und ja, auch bei uns gibts Burger - allerdings noch mit viel mehr Spaß als bei McKing & Co. ... weil wir die nämlich Selberbauen ... also steht der Tisch dann voller Platten + Teller mit Salatblättern, Gurken- + Tomatenscheiben, Zwiebelringen, diverse Saucen, Käsescheiben, gebratene Fischstücke + Buletten + Hähnchenfilet oder was auch immer ... und dann darf gestapelt werden. War bei Kindergeburtstagen oder so oft genug DER Hit.

    Wie überhaupt alles, wo die Kinder selbst was kombinieren + mit den Fingern/Händen arbeiten/essen können. Eierkuchenstapel lassen sich z. B. prima mit angerührtem Quark, Apfelkompott, Bolognesesauce, Gemüseragout usw. servieren. Teenies stehen dann mehr auf Wraps + gehäckseltes Zeugs (Salat, Gurke, Tomate, Mais, Käse, Hähnchen, Thunfisch, ...).

    Auch spannend: Das selbstgemachte Knuspermüsli fürs Frühstück. Und für den Süßhunger ruhig mind. einmal die Woche ein süßes Gericht - es gibt doch soooooo viele. Da ist eben dann Obst der Vitaminanteil - dafür gibts eben abends dann Gemüsesalat, -auflauf oder -suppe.

    Wichtig: Essen kann + soll + darf vor allem Spaß machen!!! Es soll die Familie verbinden ... und nicht nur Energieaufnahme - sondern Genuss sein.

    Das jedenfalls wünsche ich allen Kindern + ihren Familien! sehr gut

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    Jawohl - das sind handfeste Tipps. Damit wird er etwas anfangen können, denke ich mal. Pommes auch weiterhin nur eben selbst gemacht und mit vielen anderen Sachen wie leckerem Gemüse. Das klingt gut.

    Das blöde ist ja nur, dass vor allem McDoof eine ziemlich gute Werbestrategie haben, die vor allem auf Kinder ausgerichtet ist. Ich meine, es gibt doch so viele Kinder, die an ihrem Geburtstag nichts lieber machen würden, als in der roten Klopsebraterei zu speisen. Selbst meine Schwester, die ich auf jeden Fall zu den ernährungsbewussteren Menschen zählen würde und die ihren beiden Kindern viel Abwechselung bietet, hatte / hat mit diesem Problem zu kämpfen.

    Hatte Dein Sohn nie diese Phase?

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    Also ich kann das verstehen, dass die Werbung die Kinder manipuliert, aber wen man es ihnen gar nicht erst so angewöhnt, dann ist es doch auch nicht so schlimm, oder? Sicherlich hab ich es früher auch genossen ab und zu mal zu McDonalds zu gehen (als Kind), aber zu Hause hat mir das Essen immer gut geschmeckt bzw. Spaß gemacht, so dass ich keine Probleme damit hatte NICHT zu McD zu gehen (wie Gänseblümin schon sagt, es muss Spaß machen). Der Grund warum Kinder so gerne zu McD gehen ist doch, dass es 1. geschmacklcih sehr sehr intensiv ist, 2. man kann mit den Fingern essen (finden Kinder toll) und 3. es gibt ein Spielzeug.

    Wenn man das Essen zu Hause mit z.B. den tollen Tips von Gänseblümin abwechslungsreich udn spielerisch gestaltet, dann sollte es auch kein Problem sein die Kids von McD "fernzuhalten", denn dann wird das Verlange eh nicht so groß sein.

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    ich finde es generell unverantwortlich kleinen kindern so ein mist zu essen zu geben. das zeigt doch mal wieder das man keine zeit hat bzw sich keine zeit nimmt, um seinem kind etwas gesundes zu essen zu machen.

    wenn man kinder hat, gehört das nunmal dazu! schlimm

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    Ich finde das auch! Kinder brauchen auch ernährungstechnisch viel Zuwendung. Denn was man einmal "erlernt" hat, lässt sich schwer wieder abgewöhnen. Haben sich die Kinder erstmal an die Geschmacksverstärker und die vielen Fette gewöhnt ist es viel viel schwerer das wieder abzustellen! Und Fettleibigkeit im Kindesalter ist wahnsinnig gefährlich, denn das führt zu Bluthochdruck, Diabetes, verfrühte LEberverfettung, Gelenkverschleiß und Arthrose, Herz-Kreisauf-Probleme etc. Und das alles dann schon so mit 20/25!!! Da müssen die Eltern einfach verantwortungbewusst sein auch wenn es "anstrengender" ist das Kind gesund zu ernähren!

  • Antwort: richtige Ernährung von Kleinkindern

    Hmmm, also irgendwie klingt das jetzt so nach Anstrengung, Qual, Verzicht, Krampf + Kampf ...

    Ich persönlich habe das nie so erlebt - sondern im Gegenteil als Genuss, Spaß mit viel Gelassenheit. Hingegen ist Fast-Food für uns einfach nur öde ... manchmal notwendiges Übel - so unterwegs ... oder so. Doch auch da gibts ja Unterschiede ... ein Döner oder ein asiatisches Nudel-/Reisgericht ist dann immer noch besser - als ausgerechnet so ein labbriges Brötchen *schüttel-würg*

    Und was die Werbung und so angeht: Es könnte sein, dass die Kinder da recht unterschiedlich reagieren bzw. damit umgehen. Glaube ich jedenfalls.

    Mein Sohn war generell nie so leicht zu ködern ... hat die meisten Moden im Kindergarten + auf dem Schulhof konsequent gemieden - und seine eigenen kreiert ... und fand McDoof einfach nur öde + langweilig ... da gibts schließlich immer nur dasselbe blöde Zeug ... und die Brötchen so labberig ... und immer schmeckt es gleich ... und selber(mit)machen geht schon gar nicht ... und Geburtstag feiern dort - och nöööö danke, das machen ja schon alle anderen, viel zu unkreativ ... also kurz + gut: Einfach bääähks! sehr gut Mein Sohn hätte sich also fast nix Schlimmeres vorstellen können, als ausgerechnet seinen Geburtstag in so einer Klopsbraterei zu verbringen - das wäre quasi die Höchststrafe gewesen. *grins*

    Sicher, so alle 4-7 Monate hat er sich auch von seinen Kumpels mal überreden lassen - dann hielt die Geschmacks-Enttäuschung wieder ne Weile vor ... sehr gut

    Stattdessen gabs als Geburtstag lieber Wintergrillen + Lagerfeuer ... Fußballspielereien ... Schwimmbadwettkämpfe ... abendlichen Zoobesuch mit Fledermäuse-Begucken ... Schneezoobauen ... usw. ... und später dann Kartbahn, Billard, Soccer-Arena oder so ... ist ja im Januar immer nicht so einfach.

    Und ihn hat im Restaurant auch nie die Kinderkarte interessiert - da stand ja doch immer nur Spaghetti, Fischstäbchen + Grießbrei oder Pommes drauf ... doch er wollte ja auch was thailändisches, mexikanisches, russisches, französisches, indisches, ... - wie Mutti auch. Und Fisch bitteschön nicht nur als Stäbchen - sondern "richtig".

    Aber ich will jetzt keineswegs behaupten, dass das alles mein Werk wäre - und dass die Eltern was falsch gemacht hätten, wenn ein Kind eben anders ist. Auch Kinder haben schließlich nen eigenen Charakter. ;-)

    Aber ich denke, dass in gewissen Grenzen eben auch neue Moden selbst kreiert werden können ... man muss dann eben sehr genau hinschauen + hinspüren, was genau das jeweilige Kind eben dort so anzieht ... ist es das "Mit-den-Fingern-essen" ... ist es der Gruppenzwang ... ist es das Spielzeug dazu ... ist es das "Ungezwungene" (Pappschachtel, Kleckern, ...) ... oder was auch immer ... und wenn man das weiß - kann man sich gezielt Gegenstrategien überlegen ...

    Was ich aber voll unterstreiche + nur wiederholen kann:

    Kinder sind besonders lernfähig + auch lernbegierig ... später jedoch gibt sich das deutlich ... was also Hänschen nicht lernt - fällt Hans dann deutlich schwerer ... auch beim Essen! Und es steht in unserer Verantwortung, unseren Kindern auch möglichst viele Lernmöglichkeiten + möglichst bunte Ess-Lebenswelten zu verschaffen.

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

  • Problem mit einer Freundin bezüglich Ernährung ihres Sohnes

    Hallo,

    ich habe mir fleißig all eure Beiträge durchgelesen... Bin auch absolut davon überzeugt, dass Fastfood, Süßes etc nur in Maßen auf den Speiseplan eines Kleinkindes gehören! Ich habe eine Freundin, die das offensichtlich leider nicht so sieht. Allerdings hat das alles ganz andere Gründe und Ursachen. Wenn ich mal ausholen darf: Ihr Sohn ist etwas älter als meiner, wiegt aber fast nur die Hälfte! Liegt aber daran, dass er bereits im Mutterleib nicht richtig gewachsen ist und einfach ein sehr kleines und zartes Persönchen ist und auch immer bleiben wird. Dafür kann ja niemand was...

    Allerdings hat er in den letzen Monaten nur ca. 300g zugenommen. Mein Problem ist jetzt, dass ich glaube, dass seine Eltern ihn falsch ernähren und ich nicht weiß, wie ich das den beiden bzw. meiner Freundin näher bringen soll...

    Natürlich wird die Ursache überwiegend die sein, dass er halt so klein etc ist, aber ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass die Eltern ihm sein Essverhalten bereits jetzt (er ist ca. 1 1/2 Jahre alt) total falsch anerzogen haben. Denn kein Kind wird geboren und weiß: Hmm, Eis und Kekse sind lecker und frisches Gemüse nicht! Oder seh ich das falsch? Ich meine es ist Aufgabe der Eltern das Kind an gesundes Essen ranzuführen und es beizubehalten. Ich könnte jedes Mal laut losschreien, wenn ich von ihr höre: Ach, er ist so ein Gourmet... Grade noch in diesem Alter ist doch wohl die anfängliche Abneigung bei Lebensmitteln normal. Da muss man doch dran bleiben und es immer wieder mal probieren, ich weiß, dass man im Schnitt 8 Versuche starten muss, bis ein Kind sich an ein Lebensmittel gewöhnt hat...

    In diesem Fall offensichtlich nicht. Wenn er nicht möchte, wirds auch nicht nochmal probiert. Leider!



    Ein Beispiel seines "Essenstages" (wie ich es erlebt habe):

    1. Er kriegt morgens gegen halb acht Milch... Gegen 09.30 h wird versucht ihm Brot zugeben... Will er nicht, also kriegt er nur eine Scheibe Wurst oder Käse so ohne Brot... Auch das will er nicht so recht, also trink er haufenweise "chemieversäuchtes" ACE-Getränk, viel zu viel Zucker. Ist aber süß, schmeckt ihm natürlich toll... Da trinkt er dann auch locker ein ganzes Glas von, dass mir selbst als Erwachsene reichen würde! Bis zum Mittag kriegt er nur Trinken (sonst gern auch Kekse oder anderes süßes Zeug, was er selbstverständlich gerne isst). Mittagessen: Mund zu und gut... 2 Löffelchen, fertig! (Angemerkt: Ein Gericht, dass er eigentlich mag). Da der "Gourmet" nicht möchte, wirds sein gelassen, nix neues probiert oder was auch immer... Stattdessen sagt meine Freundin zu ihm: "Wir gehen ja gleich Eis essen, da kriegst du Eis." In der Eisdiele macht er für das Eis natürlich gerne seinen Mund auf und kriegt auch entsprechend Löffelchen. Auf meinen Hinweis, dass ich das jetzt nicht tun würde, denn das Eis soll doch nicht sein vollwertiges Mittagessen ersetzen, lassen die beiden das auch erst sein, aber ich hab das Gefühl im Kopf ist es nicht wirklich angekommen, was ich denen sagen wollte... Nachmittags kriegt er diesen Hipp Joghurt, Aprikose und zwar nur Aprikose... Immer und immer wieder, Tag für Tag Aprikose, was anderes mag der "Gourmet" ja nicht, dann wird auch nix neues probiert... Mal gibts so ne Art Fruchtzwerg-Teilchen... Ich glaube da hat er dann auch mal andere Geschmacksrichtungen. Bis abends Trinken und Flips! Abends dann zum Abendbrot Toastbrot mit Pflaumenmus (dauernd, jeden Tag!). Was anderes möchte er ja nicht... Das will er nicht richtig essen, also bekommt er noch vom für uns Erwachsene bestellten Essen einen kleinen Pott Gulaschsuppe. Davon isst er natürlich einiges (auch nicht das, was er sollte, aber mehr als mittags). Ist ja auch lecker gewürzt... Bezüglich des enormen Salzgehaltes in dieser Suppe in Verbindung mit Kleinkindern mag ich grad nix sagen!

    Und so geht es laufend... Sie hat mir gegenüber schon selbst erwähnt, dass sie täglich mit ihm zu kämpfen hat, was das Essen betrifft! Wenn ihr euch diesen Tagesablauf anschaut, sagt mir bitte dazu, was ihr glaubt, warum dieser Junge seine Mahlzeiten nicht essen will..



    Meine Theorie ist so: Er hat keine festen Zeiten, außer morgens 07.30h. Alles andere variiert immer, täglich. Das ist meiner Meinung nach nicht grade fördernd für einen geregelten "Essenstag", oder?

    Er wird ständig versucht ihm zwischendurch was zu geben und wenn er das nicht möchte, dann halt Kekse, Flips usw... Dass das definitiv nicht richtig ist, darüber brauchen wir nicht streiten!

    Er weiß doch ganz genau: Wenn ich jetzt den Mund zu mache, gibts gleich lecker Keks... Und seine Geschmacksnerven sind voll auf süß getrimmt! Ein Beispiel dazu:

    Mein Sohn kriegt morgens 1EL Haferflocken, 1 EL Müslimix, 2 EL fettarmen Naturjoghurt, 1 EL O-Saft und täglich frisches anderes Obst mit rein (Banane, Erdbeere, Kiwi, Apfel, Birne usw)... Schmeckt ihm gut. Sie fragte mich einen Morgen, ob ihr Sohn mal probieren dürfte (ich hab mich darüber gefreut, dass sie gefragt hat). Er nahm einen Löffel, spuckte direkt aus und machte ein Gesicht, als hätte er in eine Zitrone gebissen! Ist nicht übertrieben... Der Naturjoghurt ist ja etwas säuerlich, aber das frische Obst gibt genug Süße ab finde ich... Aber das wars dann auch wieder... Er "durfte" nie mehr probieren und sie fragte auch nie was da alles drin ist, wie ich das mache usw... Das hat sich dann sofort für sie erledigt und gut!

    Die Geschmacksnerven werden doch erst an alles gewöhnt, oder?! Für mein Kind ist Obst süß und lecker... Für ihn, na ja... Die Reaktion oben sagt alles.. Er ist so auf süß fixiert, der will nix anderes mehr. Ich wette, wenn er diese überzuckerten Honigpops kriegen würde und dazu noch den ACE-Saft, würde der sein Frühstück essen wie nie...



    Was ich einfach nicht verstehe ist, dass die Eltern das nicht erkennen!!! Man bekommt ein Kind, dann muss man es sich auch mal schwer machen. Es kann und darf einfach nicht alles toootal einfach sein, weil es nur so läuft wie das Kind das möchte!



    Wie kann ich ihr das verständlich machen, ohne sie zu verletzen?? Versteht mich nicht falsch. Ich halte sie nicht für eine schlechte Mutter oder totale Erziehungsversagerin, ich mag sie auch sehr gerne, deshalb fällt es mir wahrscheinlich so schwer ordentlich mal den Mund aufzumachen, weil ich sie nicht verletzen will. Es gibt aber halt so 2 oder 3 Punkte, wo ich denke, dass sie es absolut und schlichtweg falsch handhabt! Der Kleine geht zB immer, und wirklich immer, erst mit den Erwachsenen gegen 22h oder 22.30h ins Bett... Oder auch mal noch später. Dann kann sie morgens länger schlafen. Das findet sie gut, hat sie mir selbst schon gesagt.



    Dass die beiden aber nicht langsam mal was tun macht mich wütend... Ich hatte schon mal gesagt, sie solle sich mal informieren, ob es sowas wie Ernährungsberatung für Kleinkinder gibt, Stellen, die einem helfen bei sowas... Sie erzählte mir darauf hin, sie würde mit ihm mal irgendwo hingehen (ich weiß nicht mehr wie das heißt), sowas wie: er wird hier massiert, dort wird punktuell gedrückt oder so und dann soll der Junge sein Mittagessen aufessen???!! Sie ist so überzeugt davon, weil ihre Schwester mit ihrem Sohn dort war und er mit mal täglich auf die Toilette kann, was vorher nur alle 3 Tage ging...

    Kann ja sein, dass sowas in bestimmten Fällen funktioniert, aber bei ihrem Sohn bin ich überzeugt von, dass es andere Ursachen hat, dass er das nahhafte Essen nicht haben will. Es ist ja nicht so, dass er grundsätzlich nicht essen will, auch süßes nicht, also appetitlos ist durch und durch... Der würde den ganzen Tage essen ohne Pause, wenn er nur laufend seine Kekse und das ganze Zeugs kriegen würde! An die Ursache sollte sie mal gehen...

    Gibt es denn sowas wie Ernährungsberatung für Kleinkinder?? Wo Müttern erklärt wird, wie man es am besten handhabt?? Kann ich ihr da was empfehlen???



    Ich könnte noch ewig weiterschreiben... Das geht mir etwas an die Nieren dieses Thema, ich möchte ihr helfen, denn ich weiß, dass sie ihm vermutlich aus Angst, dass er nicht zunimmt das ganze Zeug gibt. Das ist eine enorme Belastung für sie, das weiß ich! Es ist nicht schön sich laufend von Ärzten anzuhören, dass er aber mehr wiegen müsste oder doppelt so viel wiegen müsste... Aber der richtige Weg ist das nicht!!

    Ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn ihr mir hier ein paar Tips geben könntet...



    LG Liloon



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