Erfahrungen mit Neurodermitis

Thema: Erfahrungen mit Neurodermitis

  • Erfahrungen mit Neurodermitis

    An alle Neurodermitis-Geplagten,

    duch diverse Kontakte im persönlichen Umfeld bin ich in letzter Zeit mehrmals auf Neurodermitis gestoßen. Nun möchte ich gern mehr über diese Hautkrankheit erfahren, die die Betroffen ja oft an den Rand der Verzweifelung treibt. Meine Frage an alle Betroffenen: Wann ist Neurodermitis bei euch ausgebrochen? Wie geht ihr mit Neurodermitis um? Wie hat die Krankheit euer Leben verändert?

    Über ein paar sinnige Erfahrungsberichte würd eich mich freuen.

  • Antwort: Erfahrungen mit Neurodermitis

    Ich muss leider sagen das ich Neurodermitis schon seit meiner Geburt habe, also seit fast 20 Jahren und fande es immer unfair das ich es bekommen habe und war immer sehr neidisch auf andere Leute die soo schöne haut haben. Früher hatte ich es fast überall und seit 10 jahren nur noch an den Beinen. Ich traue mich dadurch nicht mal mehr Röcke zu tragen weil es mir peinlich ist und ich früher auch immer geärgert wurde deswegen!

    Mich hat das sehr verletzt und das tut es heute noch!

  • Antwort: Erfahrungen mit Neurodermitis

    Das ist ja mehr als verständlich. Das würde jeden Menschen verletzen, wenn er von anderen geärgert wird. Nur einige zeigen das nicht so offen, denke ich. Menschen können anderen Mitmenschen gegenüber doch so extrem gemein sein. Wahnsinn!

    Welche Medikamente hast Du denn schon so ausprobiert?

  • Antwort: Erfahrungen mit Neurodermitis

    Hallo zusammen,

    ich haeb auch Neurodermitis seid ich lebe. Ich war als kleines Baby viel im Krankenhaus aber wurde damals falsch behandelt. Sie hatten angenommen es wäre die Kreetze.Ich muß sagen meine Eltern haben wirklich alles versucht Keine Kindernahrung sondern alles selber gekocht usw. Sämtliche Salben wurden ausprobiert vor allen Dingen Kortison was ein absoluter Fehler war. Kortison hat zwar alles gelindert aber auch nur so lange bis die Entzugserscheinungen auftauchten. Jedes Mal wenn wir die Salben abgesetzt haben kamen richtige hammer Schübe. Ich rate jeden von Kortison ab ich benutze das schon Jahre nicht mehr. Ich habe Neurodermitis als Kind nicht so heftig gehabt aber dafür umso schlimmer in der Pubertät. Dann haben meine Eltern von einer Hautklinik in Gelsenkirchen gehört und da bin ich dann auch hin. Ich muß dazu sagen ich habe es ganz schlimm im Gesicht gehabt die ganze Haut aufgeplatzt alles vereitert. Es war schlimm für mich aber mein Leben hat sich in der Klinik komplett geändert. Und davon will ich euch erzählen. Diese Klinik ist speziallisiert auf Hautkrankheiten. Das erste was man dort lernt ist das Neurodermitiker einen sehr sauren PH Wert haben. Und in dieser Klinik wurde meine komplett Ernährung umgestellt. Zu einen kein Fleisch wenn dann nur Hähnchen was aber abgekocht wurde. Keine Gewürze kein Nachtschattengemüse. Wir haben dort nur gedünstetes Gemüse bekommen wenig Fleisch. Reis, Kartoffeln und Nudeln. Dadurch wurde der PH Wert enorm basisch also wieder im Normalbereich. Und auch Autogenes Training wurde gemacht. Als ich in die Klinik gegangen bin sah meine Haut aus wie eine Krater Landschaft. Als ich aus der Klinik raus bin hatte ich nichts mehr keine betroffenen Stellen keine Juckreiz mehr als wenn nie was gewesen wäre .Und eins habe ich dort gelernt nicht zu cremen, ich durfte keine Salben anwenden und keine Medikamente. Natürlich war das für mich sehr schwer aber es hat geholfen. Die Haut braucht Luft zu atmen und wenn man sie mit Fettcremen zu kleistert dann wehrt sich die Haut dagegen. Nach dem Klinikaufenthalt habe ich meine Ernährung komplett umgestellt für ein jahr und danach durfte ich wieder normal alles essen. Ich war Jahre beschwerde frei hatte absolut nix. Doch dann habe ich eine neue Antibabypille ausprobiert und das wurde mir zum Verhängnis und die Neuro brach im Gesicht wieder aus. Mittlerweile weiß ich worauf ich achten muß und jetzt habe ich kaum noch Neurodermitis. Kann ganz normal wieder essen nur ich darf es bei Süssigkeiten nicht übertreiben. Das einzige was ich jetzt noch habe ist wenn meine Hände zu viel mit Wasser in Berührung kommen dann werden sie trocken. Ich benutze allerdings Aloe Cremen und seid dem ist das alles kein Problem mehr, die aber natürlich nicht fetten.

    Liebe Grüße Tanja

  • Antwort: Erfahrungen mit Neurodermitis

    Hallo ihr Lieben,


    ich habe die Neurodermitis seit ich 1 1/2 Jahre alt bin. Ich kann mich als Kind nur erinnern, dass die Ärzte vieles ausprobiert haben, mich mit Spritzen, Diäten etc. solange "gequält" haben, bis ich eine richtige Spritzenphobie hatte und dem Arzt durch die ganze Praxis davon gelaufen bin. Der Krankheitsverlauf war ein Auf und Ab. Ich denke, die Betroffenen kennen dieses Problem. Die Kinder im Kindergarten wollten mich nicht anfassen, weil ich ja "eklig" aussah.

    In der Pubertät war das natürlich auch schlimm. Ich bin im Winter mit dicken Pullovern herumgelaufen, was zur Besserung des Ausschlages nicht gerade beitrug. Mit knapp 20 Jahren empfahl mir mein Hautarzt in der Nähe von Frankfurt am Main, dass ich an einer Neurodermitis-Schulung teilnehmen soll. Hier waren verschiedene Themen, wie Ernährung, Umgang in akuten Zeiten, Psychologie angesprochen. Ich habe viele Tips an die Hand bekommen, wie die Stellen während einer Entzündung mit Schwarzen Tee Wickeln zu behandeln etc. Es muss nicht immer gleich Cortison sein. Seit dieser Zeit hat sich der Krankheitsverlauf deutlich verbessert und ich gehe viel gelassener mit diesem Thema um. Klar hat man hier und da mal eine Stelle, die auch von den Mitmenschen wahrgenommen wird, aber man versteckt sich nicht mehr hinter dicken und langärmligen Kleidern.

    Ich wünsche allen hier, dass sie auch einen Weg finden, mit dieser "Plage" umzugehen. Ich bin mir sicher, es gibt für jeden einen guten Plan.

    Liebe Grüße aus Berlin

    Marina

  • Erfahrungen mit Neurodermitis

    Hallo Zusammen,

    auch ich habe die Neuro seit meiner 6. Lebenswoche, inzwischen also 40 Jahre. Meine Kindheit verlebte ich in allen möglichen Kliniken und Kureinrichtungen, immer schön gecremt und meist mit Kortison behandelt. Damals wusste man es einfach nicht besser und Koprison galt noch als das Wundermittel schlechthin. Hat ja auch geholfen, aber im laufe der Jahre brauchte ich immer stärkere Mittel. Man erzählte mir, dass mit der Pubertät oder der Geburt eines Kindes alles besser wird. War aber nicht. Kind ist gottseidank gesund und munter und inzwischen 18 und fast ohne Neuro.

    Vor fast 9 Jahren kam dann der große Zusammenbruch, Neuro von Kopf bis Fuss(alles aufgeplatzt, wund, nässend und schmerzhaft) und auch mit Kortison kaum zu bändigen. Wieder Klinik, diesmal in Neukirchen, bayrischer wald. Dort wird ohne Kortison gearbeitet, aber mir konnt man wohl nicht mehr helfen, also wurde ich mit ACTH- Spritzen behandelt und entlassen. Das ist ein Hormon, das den Körper stimuliert, selbst Kortison zu Produzieren, aber letztendlich eben wieder Kortison. Und kein Arzt wusste wie eine langzeit-Therapie aussieht, ob das überhaupt geht oder welche Nebenwirkungen es gibt.

    Ich hatte Glück und fand einen Arzt, der mir da raus half. Er fragte mich knallhart: "Wie lange wollen Sie noch leben?" Ich wollte! Also weg von allen Medikamenten, den Körper mit Algen entgiften, ganz strenge Diät und die Schübe aushalten, Dauerkrank und Rentenantrag und immer wieder aushalten. Das war super schwer, aber hat sich gelohnt. Die Haut beruhigte sich schließlich, die Schübe kamen seltener und immer weniger stark. Allerdings dauerte es Jahre! Man sollte einen festen Ansprechpartner (Arzt oder Homöopathen) und natürlich eine Familie haben, die das mitmacht. Ich habe das nicht immer gehabt, Freunde und den Ehemann verloren, aber für mein Kind wollte ich gesund sein und es hat geklappt.

    Jetzt geht es mir gut, die Haut sieht fast gesund aus, ist lange nicht mehr so empfindlich. Ich bin weiterhin berentet, aber auch aufgrund von diversen Nahrungsmittelallergien. Aber wenn ich streng auf meine Ernährung achte, kann ich fast so normal leben wie jeder gesunde Mensch und daran hätte damals, vor 9 Jahren keiner mehr geglaubt. Nur ich!

    Lasst Euch nicht unterkriegen und hört auf Euer Bauchgefühl. Es geht alles. Ich helf gern weiter, fragt mich einfach, wenn ihr was wissen wollt.....



    Viele Grüße

    Seni



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