Quälende Gedanken
Ich habe dich mit Stolz in mir getragen,
in all den wunderbaren Tagen.
Habe deine Bewegungen in mir verspürt,
welch ein Glücksgefühl hat das in mir geschürt.
Dein Brüderchen freute sich auf dich,
mindestens genauso wie ich.
Er legte deine Hände auf meinen Bauch,
so verspürte er dich auch.
Doch dann kam dieser schrecklicher Dienstag
an den ich am liebsten nicht mehr denken mag.
Der Vorsorgetermin wurde zum schlimmsten Tag in meinem Leben,
um diesen aus meinem Leben zu streichen würde ich alles geben.
Der Ultraschall brachte den unfassbaren Befund,
du starbst in mir und wir wussten nicht den Grund.
Ich schrie vor Verzweiflung laut auf,
und alles nahm schicksalhaft seinen Lauf.
Ich konnte es nicht begreifen,
Du solltest doch gesund in mir reifen.
Ich musste dich normal gebären,
einen Kaiserschnitt taten sie mir verwehren.
Sie fragten mich ob ich dich nachher sehen will,
ich konnte noch nicht, in mir war alles so still.
In der Nacht dann kam das Gefühl,
dass mich mit Sehnsucht zu dir überfiel.
Hätte dich so gerne in den Arm genommen,
doch diese Hoffnung wurde mir von den Ärzten genommen.
Wollte dir in dein Gesichtchen schauen,
mir ein Gedankenbild von dir erbauen.
Quälende Gedanken dich nicht gesehen zu haben,
hinterlassen noch heute in mir nicht heilende Seelennarben.
Ohne dein Brüderchen hätte ich das alles nicht überstanden,
dafür möchte ich ihm von Herzen mit viel Liebe danken.
Du warst und bist eine Bereicherung für unser Leben,
das damals Geschehene lässt uns heute noch erbeben.
Wir schicken dir unsere Liebe in die funkelnde Sternennacht,
und hoffen, dass der Mond euch Sternenkinder gut bewacht.
Schlaf gut mein geliebter Stern,
dein Brüderchen, Papa und ich haben dich so furchtbar gern
Ich vermisse dich total und es tut so weh
Autor: Daniela Getrost
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