Antwort: Kinder heut zu tage mit Alkohol.
95 % jener Fälle mit denen Du in Berührung kommst, sind NICHT 95 % der Gesamtbetroffenen, @ Lanny, soviel ist nun auch klar! Wenn eine Studie z. B. lediglich die Gepflogenheiten in Hartz IV Familien behandelt, bedeutet das keinesfalls, dass dieses Problem überwiegend Hartz IV Familien betrifft! Aussagen solcher Studien verzerren ganz gefährlich das Bild!
Zu leicht vermitteln sie genau das, was hier und jetzt wieder passiert! In den oberen Schichten KANN und WIRD auch gar nicht derartig kontrolliert werden! Denn eins ist mal klar, die so genannten oberen 10 000 stehen kontrollmäßig wesentlich mehr außen vor, was sicher nicht bedeutet, dass deren Suchtprobleme weniger oder kleiner sind! Sie bleiben eher mehr im Verborgenen, da diese Betroffenen erst einmal über eigene Finanzierungen Mittel und Wege finden KÖNNEN, sie haben das Geld dafür und somit ganz andere Möglichkeiten! Trotzdem ist längst bekannt, dass in keiner Weise das eigentliche Problem, nämlich die SUCHT, um die es ja letztlich geht, in diesen Kreisen geringfügiger vorhanden ist! Auch hier hat Viktoria sehr Recht: Champagner ist genau so sprittig wie Fusel! Sucht bleibt also Sucht, egal auf welchem Niveau! Dort betroffene Kids werden allerdings in vielen Fällen in ganz anderen Einrichtungen behandelt, als das Klientel, mit dem Du täglich zu tun hast! Und in diesen Kliniken wird privat bezahlt! Weil das Geld dafür PRIVAT da ist! (Genau wie in dem Beispiel mit den Zähnen, das finde ich hier sehr treffed! Bereits heute kann man den Status eines Menschen häufig daran schon erkennen!) Das ist der einzige Unterschied, den ich wirklich sehen kann! Ob´s besser ausgeht für die betroffen Kids, bleibt fraglich, denn hier dürfte die Dunkelziffer, auch was Rückfälle betrifft, noch wesentlich höher sein! Weil tatsächlich besser totgeschwiegen werden kann/bzw. wird! Es kommt also lediglich weniger an die Öffentlichkeit! Oder meinst Du, ein Herr Mißfelder würde Dir z. B. wirklich ehrlich die Frage nach seinen Trinkgewohnheiten oder denen seiner Familie beantworten? Worum geht es denn eigentlich? Darum, eine große Menschengruppe immer mehr zu entmündigen und blosszustellen (und Gutscheine, die dieser Politiker auch vorgeschlagen hat, sind ganz sicher ein weiterer Schritt in diese Richtung! Denn sie fördern weiter eine SICHTBARE Ausgrenzung!)? Und es trifft alle Sozialgeldempfänger! 95 % hört sich erst einmal so an, als sei der größte Teil der Hartz IV Empfänger Säufer! Von 10 Familien jener Hartz IV Empfänger, die ich kenne, führen dagegen weit mehr als 90 % erst einmal ein sehr ordentliches Leben, lieber Lanny! Sie versuchen mit dem bisschen Geld, dass sie zur Verfügung haben, das Beste aus einer Situation zu machen, in die sie überwiegend schuldlos geraten sind! Ich kenne Eltern, die verzichten selbst auf ALLES, damit sie ihre Kids satt bekommen und möglichst unbeschadet durch die Schule (in erster Linie meine ich damit, sie versuchen, sie vor Ausgrenzung zu bewahren, weil sie eben viel zu oft nicht das haben, was sie brauchen, weil einfach DAS GELD NICHT DA IST!) Probleme gibt es überall, nur hat es niemanden interessiert, solange viele Menschen eben noch nicht in die Sozialgeldfalle geraten waren! Zuviel Alkohol ist immer schlecht!!!! Jedoch jede Flasche Bier, die in diesen Haushalten auf den Tisch kommt, zeugt noch nicht davon, dass dort nur Säufer leben! Die findet man nämlich definitiv nicht nur bei Hartz IV-Empfängern! Und trotzdem gibt es immer noch Stimmen, die gerade diese Menschengruppe förmlich „entmündigt“ sehen möchten – so verstehe ich es, wenn Du sagst „…ihnen 100 € mehr in die Hand drücken!“ Was ist denn das wieder für eine Aussage? Sollte eine Hartz-Familie mit 2 Erwachsenen für 10 € montl, Alkohol kaufen, ist das für Dich bereits "alles versaufen“?? Möchtest Du ihnen das Glas Wein zum Weihnachtsessen auch noch wegnehmen, Lanny? Während es egal ist, dass andere ganze Wagen voll alkoholischer Getränke zu jeglichen Feiertagen oder Grillfesten etc. aus den Supermärkten karren, ihren Glühwein schlürfen, ihren Kakao mit Schuss oder was weiß ich nicht und das niemanden interessiert, solange sie das selbst bezahlen können? Wer so denkt, hat das Kernproblem wirklich nicht verstanden, tut mir leid! In welchem der beiden Beispiele ist die Suchtgefahr wohl größer?
Absolut sogar stimme ich mit Viktoria überein, was ihre Vorschläge betrifft! Ich würde zusätzlich noch Pflicht-Elternabende in den Schulen begrüßen, außerdem viel mehr Betreuungsplätze für die Kids, deren beide Eltern arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt der Familien zu sichern! Auch hier liegt eine große Gefahr, zu wenig Aufsicht, das sagte ich schon! Was mit Hartz IV ja nun gar nichts zu tun hat! Ein Riesen-Niedriglohnsektor sorgt heute dafür, dass Kinder viel zu oft sich selbst überlassen werden (müssen?). Es gibt viele Gründe, die gefährdend sind, Hartz IV ist m. E. n. lediglich ein Bruchteil davon! Und eines ist mal sicher: allein der Tatbestand, dass es Menschen gibt, die heute schuldlos und zwangsläufig auf Hartz IV oder sonstige Sozialgelder angewiesen sind, macht sie noch lange nicht zu "Untermenschen"! Nur werden sie immer verschärfter so behandelt! Was Viktoria auch sehr gut beschreibt: Die Suchtbehandlungen für sozial schwache Menschen werden bereits aufs Drastischste reduziert....
Nun, der Herr Mißfelder sprach ja bereits alten Menschen neue Hüftgelenke ab - was will man von dem auch anderes erwarten!