32 Jahre Brustkrebsforschung vergebens

Thema: Krebs

Thema: 32 Jahre Brustkrebsforschung vergebens

  • 32 Jahre Brustkrebsforschung vergebens

    Im Jahre 1976 wird erstmals von einer amerikanischen Patientin eine Kultur von Krebszellen entnommen und weitergezüchtet. Seitdem wird diese Zellreihe aus der Linie MDA-MB-435 in der Erforschung von Brustkrebs weiterverwandt, da man bisher davon ausgegangen war, dass es sich hier um die Zellen eines Brusttumors handelt.
    650 wissenschafliche Abhandlungen sind bisher über diese Zellreihe verfasst worden, stets ausgerichtet an dem Forschungsgegenstand "Tumoren der weiblichen Brust".
    Im Jahre 2000 hegt erstmals der amerikanische Biologie-Doktorand James Rae den Verdacht, es könne sich auch um andere Zellen handeln. Grund dafür ist ein Bild in der Zeitschrift "Nature Genetics" welches seinen Argwohn weckt.
    Sein Verdacht: Hier könnte es sich um völlig andere Krebszellen handeln, als bisher angenommen.

    Heute steht fest, dass seine Vermutung damals richtig war, auch wenn der Nachweis sich als ausgesprochen schwer erweisen sollte. Krebszellen sind entartete Zellen und daher ist es nicht einfach, nachzuweisen, welchem Zweck sie früher einmal hätten dienen sollen. Diese Zellen, an denen so eifrig der Brustkrebs erforscht worden war, gehören nicht zu einem Brust- sondern zu einem Hautkrebs, einem Melanom um genau zu sein.

    Für die Brustkrebsforschung kommt dies einer mittleren Katastrophe gleich. Fällt sie nun doch mit einem Schlag um Jahrzehnte in ihrer Forschung zurück. Ganz abgesehen von den eigentlichen Opfern dieser folgenschweren Verwechslung, den Frauen. Der Verdacht drängt sich auf, dass ganze Generationen von Brustkrebspatienten vielleicht hätten gerettet werden können, wenn sie nich unwissentlich auf Hautkrebs behandelt worden wären. Auch zukünftige Patientinnen hätten bestimmt wesentlich bessere Überlebenschancen , wenn das Wissen um Brustkrebs sich tatsächlich auf modernsten Stand befände und nicht wieder ganz neu von vorne aufgerollt werden müsste.
    Ganz abgesehen von so manchem hochdekorierten Brustkrebsforscher, der nun erschüttert feststellen muss, dass er in Wirklichkeit ein Hautkrebsexperte ist.

  • Antwort: 32 Jahre Brustkrebsforschung vergebens

    Das verstehe ich nicht. Der Krebs ist doch bei den Frauen trotzdem behandelt worden, oder ? Und ein Melanom in der Brust wird doch behandelt, wie ein Melanom ?

    Ist das nicht nur für die Wissenschaft ein Misserfolg und eine "mittlere Katastrophe" ? Gut aber für die Patientinnen kein Nachteil ?

  • Melanom und Mamma-CA

    Hallo domino,

    es ist schon richtig, dass Brustkrebspatientinnen behandelt wurden, die Frage ist nur wie. Beim Melanom (von griech.mela=schwarz) handelt es sich um eine Entartung von Melanozyten, jenen Zellen in Deiner Oberhaut, die Melanin produzieren und ausschütten, wenn die UV-Strahlung zu hoch wird und Deine Haut ihre Schutzbräune benötigt.

    Ein Brustkrebs (Mammakarzinom) besteht aus völlig anderen Zellen. Hierbei handelt es sich um die Entartung jener Zellen, aus denen die Milchdrüsen aufgebaut sind.Man nennt diese Sorte auch Adenokarzinom, also ein Krebs, der nur Drüsen befällt.

    Beide Krebsarten mit ein und den selben Mitteln zu behandeln, verbietet sich daher von selbst. Oder, mit anderen Worten:

    Die Patienten erfuhren anstelle einer optimalen, eine falsche Behandlung. Und das ist, denke ich, schon von Nachteil.

    Liebe Grüße

    Joho

  • Antwort: 32 Jahre Brustkrebsforschung vergebens

    Die Brust besteht doch nicht nur aus Brustdrüsen, sondern auch aus Fettgewebe, Haut, Lymphdrüsen, Milchgängen und Bindegewebe sowie Nerven und Gefäße. Nur Muskeln hat die Brust selbst nicht. Also kann doch von jedem Gewebe eine Entartung ausgehen. Das eigentliche Brustgewebe besteht aus Gängen und Drüsen. Also kann es auch hier 2 Entstehungsarten und Orte geben. Und das ist doch schon ewig bekannt, jedenfalls kenne ich es gar nicht anders.

    In der Brust gibt es also z.B. Lymphome, Fibrosarkome, Angiosarkome, Liposarkome, Plattenepithelcarcinome ( die ja auch zur Haut gehören) und jedes wird auch in der Brust so behandelt, wie die Empfindlichkeit der Zellen sind. Da gibt es doch kein allgemeines Behandlungskonzept für alle gleich ? Und die Tumorarten, die nicht den 2 speziellen Brustgewebetypen zuzuordnen sind, wurden schon immer als Sonderformen gewertet.

    Außerdem wurde das Melanom nicht zu den Hauttumoren im eigentlichen Sinne gerechnet, weil die Melanocyten aus der Neuralleiste entstehen und in verschiedene Gewebe (ins Mesenchym und neurales Gewebe)u.a. auch in die Haut wandern. Ein Melanom gibt es ja u.a. auch im HNO-bereich und im Auge

    Mit anderen Worten: ich verstehe es nach wie vor nicht, warum Patientinnen bis jetzt dabei falsch behandelt worden sein sollen? :-/) denn die regionären Lymphknoten und Abflusswege und Blutwege sind doch an der Brust anatomisch gegeben und somit für alle Tumorarten gleich, also bei der Therapie berücksichtigt worden. Und ein melanom äußelich an der Haut der Brust wurde schon immer als Hauttumot betrachtet und nicht als Mammakarzinom.

    Und wie sehr die Erkenntnis der Untersuchungen Bedeutung für die Praxis hat, ergibt sich auch aus der Häufigkeit des Vorkommen von einem Melanom in der Brust . Da habe ich jetzt keine Zahlen gefunden, so viel ich aber weiß, kommt das äußerst selten vor. ( ich habe überhaupt keine Zahlen dazu gefunden)



  • Antwort: falsch behandelt

    Hallo Domino,

    nach der Antwort habe ich, verständlicherweise, noch ein wenig nach recherchieren müssen. Du nennst da eine ganze Reihe von möglichen Entartungen, das hat mich stutzig gemacht.

    Jedenfalls bin ich von eine Adenokarzinom ausgegangen und habe auch etwas darüber gefunden.

    Der häufigste Brustkrebs ist der Milchgangskrebs (sog. ductales Mammakarzinom) Krebs, der von den Drüsenläppchen ausgeht, wird lobuläres Mammakarzinom genannt

    Quelle: http://www.meb.uni-bonn.de/cancernet/deutsch/brustkrebs.html#5_BESCHREIBUNG

    Aber letzlich geht es ja vielmehr um die Frage: Können Forschungsergebnisse, die über die Entartung von Melanozyten gewonnen wurden, 1 zu 1 übertragen werden auf Histologie und Therapie des Mamma- CAs. Du sagst ja und klingst dabei, als weißt Du, was Du sagst. Mir erscheint das hingegen eher unwahrscheinlich.

    Also habe ich einmal die Chemotherapeutika von beiden Krebsarten miteinander verglichen.

    Chemotherapie

    Metastasierender Brustkrebs sind die Chancen auf Heilung eher gering. Um einer infausten Prognose entgegenzuwirken, wird daher die Erhaltung der Lebensqualität zum Behandlungsschwerpunkt. Dazu wird, nach heutigem Kenntnisstand, vorzugsweise mit Capecitabin behandelt. Es kann oral eingenommen werden und ist vergleichsweise arm an Nebenwirkungen, und der bislang obligatorische Haarausfall kann mit Hilfe dieses Präparates vermieden werden. Darüber hinaus kann Capecitabin problemlos mit zielgerichteten Therapien, wie z.B. Trastuzumab oder Bevacizumab kombiniert werden

    Hormontherapie

    Unter dieser Art von Therapie versteht man eine gegen die Wirkung körpereigener Hormone gerichtete Therapie, also eigentlich eine „Anti-Hormontherapie". Wenn Tests ergeben, daß die Krebszellen Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren besitzen, erhalten Sie möglicherweise eine (Anti-) Hormontherapie.



    Wenn all diese Erkenntnisse aus der Forschung an Melanomzellen stammten, würde mich das sehr wundern. Hier werden nämlich ganz andere Chemothearpeutika eingesetzt.

    Leider sprechen Melanomzellen nur wenig auf diese Präparate an. Daher werden sie gerne kombiniert, um die Ansprechraten zu erhöhen.

    Es gibt mehrere Zytistatika mit einer Aktivität gegen Melanomzellen. So z.B. Dacarbacin, Temozolomid, Vindesin, Fortemustin, Cisplatin, Melphalan und Carmustin. Diese können einzeln als Monotherapie oder in einer Kombination als Polychemotherapie angewandt werden. Die Ansprechrate einer Monotherapie liegt in den vorliegenden Studien nicht über 20%, bei Polychemotherapien bis 30%.

    Die besten Resultate werden mit neuen Kombinationen mit Gewebshormenen (Inferferon, Interleukin-2, Tumornekrosefaktor) erzielt, man spricht dann von sogenannten Chemoimmuntherapien. Die Ansprechraten können damit erhöht werden, jedoch scheint die Überlebenszeit dadurch nicht verlängert zu werden

    Kurzum, wir haben es hier mit zwei völlig unterschiedlichen Therapieformen zu tun, die aus unterschiedlich gewonnenen Erkenntnissen hervor gehen.

    So gesehen hast Du vielleicht sogar recht, wenn Du keine Verschlechterung der Behandlung erkennst, schließlich gibt es eine breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten. Zugleich aber halte ich dagegen, dass die bisherigen Behandlungen nicht optimal gewesen sein können, wenn sie auf Daten basieren, die aus völlig anderen Zellreihen gewonnen worden sind als den erforschten.

    Allein das völlig unterschiedliche Reaktionsverhalten der beiden Krebsarten auf unterschiedliche Substanzen lässt dies doch logisch erscheinen. Wenn Du jahrelang Spanisch lernst und dann feststellst, das war in Wirklichkeit Italienisch, dann kannst Du Dich damit eben nur in Italien, aber weder in Spanien noch in Südamerika unterhalten Gut











  • Antwort: 32 Jahre Brustkrebsforschung vergebens

    Na, Du hast doch nun gefunden, dass Melanome ganz anders behandelt werden als Mammacarzinome. Und so wird es doch auch gemacht und nicht erst seit gestern und heute !?

    Wo liegt also jetzt die Erkenntnis ? Gut

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