Im Jahre 1976 wird erstmals von einer amerikanischen Patientin eine Kultur von Krebszellen entnommen und weitergezüchtet. Seitdem wird diese Zellreihe aus der Linie MDA-MB-435 in der Erforschung von Brustkrebs weiterverwandt, da man bisher davon ausgegangen war, dass es sich hier um die Zellen eines Brusttumors handelt.
650 wissenschafliche Abhandlungen sind bisher über diese Zellreihe verfasst worden, stets ausgerichtet an dem Forschungsgegenstand "Tumoren der weiblichen Brust".
Im Jahre 2000 hegt erstmals der amerikanische Biologie-Doktorand James Rae den Verdacht, es könne sich auch um andere Zellen handeln. Grund dafür ist ein Bild in der Zeitschrift "Nature Genetics" welches seinen Argwohn weckt.
Sein Verdacht: Hier könnte es sich um völlig andere Krebszellen handeln, als bisher angenommen.
Heute steht fest, dass seine Vermutung damals richtig war, auch wenn der Nachweis sich als ausgesprochen schwer erweisen sollte. Krebszellen sind entartete Zellen und daher ist es nicht einfach, nachzuweisen, welchem Zweck sie früher einmal hätten dienen sollen. Diese Zellen, an denen so eifrig der Brustkrebs erforscht worden war, gehören nicht zu einem Brust- sondern zu einem Hautkrebs, einem Melanom um genau zu sein.
Für die Brustkrebsforschung kommt dies einer mittleren Katastrophe gleich. Fällt sie nun doch mit einem Schlag um Jahrzehnte in ihrer Forschung zurück. Ganz abgesehen von den eigentlichen Opfern dieser folgenschweren Verwechslung, den Frauen. Der Verdacht drängt sich auf, dass ganze Generationen von Brustkrebspatienten vielleicht hätten gerettet werden können, wenn sie nich unwissentlich auf Hautkrebs behandelt worden wären. Auch zukünftige Patientinnen hätten bestimmt wesentlich bessere Überlebenschancen , wenn das Wissen um Brustkrebs sich tatsächlich auf modernsten Stand befände und nicht wieder ganz neu von vorne aufgerollt werden müsste.
Ganz abgesehen von so manchem hochdekorierten Brustkrebsforscher, der nun erschüttert feststellen muss, dass er in Wirklichkeit ein Hautkrebsexperte ist.
Erhöhen Sie Ihre Reichweite und Patientenkontakte.
aber für die Patientinnen kein Nachteil ?
