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Behandlungsmöglichkeiten
Thema: Behandlungsmöglichkeiten
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geschrieben von lebensfroh vor mehr als 3 Jahren (26.11.2008 17:05)Stichworte (Tags):
Behandlung, Erbkrankheit, Glasknochen, Osteogenesis imperfecta, Therapie
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geschrieben von joernschulz vor mehr als 3 Jahren (26.11.2008 17:25)Antwort zu Behandlungsmöglichkeiten
Wie Du es schon selbst ganz richtig geschrieben hast, ist Osteogenesis imperfecta eine erblich bedingte Krankheit. Da defekte Gene an der Fehlentwicklung der Knochen Schuld sind, kann nur symptomatisch behandelt werden. Im Klartext heißt das: Gegen brüchige Knochen lässt sich z.B. ein Marknagel einsetzen.
Außerdem ist die Physiotherapie ein ganz gängiges Mittel, um die Muskulatur fit zu halten. Regulärer Sport wie ihn Nicht-Betroffene machen können, kommt für Patienten mit Glasknochen kaum in Frage.
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Antwort zu Antwort: Behandlungsmöglichkeiten
Gibt es da nicht Medikamente oder so etwas, die den Körper helfen das Kollagen zu produzieren und auf die richtige Stelle im Knochen zu legen? Oder sowas in der Art?
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geschrieben von Germano vor mehr als 3 Jahren (29.11.2008 00:49)Antwort zu Antwort: Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt mittlerweile drei Säulen der Therapie, neben der Marknagelung, und der Physiotherapie kommt noch die Bispohophonattherapie hinzu!
Damit kann die Kochendichte erhöht werden, und die Frakturrate sinkt, das bedeutet so viel, dass die Knochen nicht mehr ganz so schnell brechen.
Diese Therapieform wurde Anfang der 90er zum ersten Mal eingesetzt, aber mittlerweile gehört sie zur Standardtherapie
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geschrieben von Georges vor mehr als 3 Jahren (01.12.2008 10:30)Antwort zu Antwort: Behandlungsmöglichkeiten
Das gute an der Bisphosphonattherapie ist auch, dass kaum mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. Ab und zu kann es zu einer Senkung des Kalziumspiegels kommen, was wiederum zu Krämpfen und Benommenheit führen kann. Auch Kopfschmerzen sind möglich. Daher wird bei einer Bisphosphonattherapie die ergänzende Einnahme von Vitamin D und Kalzium-Brausetabletten empfohlen.
Die Bisphosphonattherapie wird ja auch bei diversen Krebsarten eingesetzt, um befallene Knochen stabiler zu machen.
Kennst sonst noch jemand Behandlungsmöglichkeiten von Glasknochen?
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geschrieben von kleinerrainer vor mehr als 3 Jahren (01.12.2008 10:39)Antwort zu Antwort: Behandlungsmöglichkeiten
Sehr richtig, was ihr da schreibst! Die Bisphosphonattherapie ist wirklich eine der Standardtherepien bei gläsernen Knochen. Sie wird übrigens auch zu Tumortherapie bei z.B. einem Plasmozytom eingesetzt.
Ich glaube, die gängigsten Behandlungsformen bei gläsernen Knochen wurden hier schon genannt. Die Marknagelung, die Physiotherapie und die Bisphosphonattherapie.
Wenn jemand von euch noch andere Therapien kennt, würde ich mich freuen, hier darüber lesen zu können.
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Es ist richtig, die Bisphosphonattherapie ist eine der Behandlungssäulen in der OI Therapie. Aus der Praxis sei hierzu aber noch angemerkt - die Bisphosphonattherapie bei OI wurde zum ersten Mal auf dem Internationalen Wissenschaftlichen Kongresse zur OI 1996 vorgestellt. Seit dem wurden weltweit diverse wissenschaftliche OI-Studien mit verschiedenen Bisphosphonaten durchgeführt, die alle - ausnahmslos den Erfolg der Therapie belegen. Da aber in Deutschland keines der Bisphosphonate direkt für OI zugelassen ist, weil so eine Zulassung sehr teuer ist und sich im Verhältnis zum Umsatz durch die wenigen Betroffenen (4-7 Fälle pro 100.000 Einwohner) nicht rechnet, man spricht dann von sogenannten Off-label, ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen nicht immer ohne Widerspruchverfahren möglich.
Und noch zwei Ergänzungen: Kalziumbrausetabletten werden nur selten bei einer Bisphosphonat-Therapie gegeben, da das Kalzium in der Regel in der Nahrung eigentlich ausreichend ist. Wird das Bisphosphonat nicht als Infusion sondern in Tablettenform gegeben und dazu Kalzium, muss dieses unbedingt zeitlich versetzt eingenommen werden, da es sonst im Magen zu einer Reaktion kommt, die die Wirkung des Bisphosphonates aufhebt.
Und der Klarheit willen sollte noch gesagt werden, dass Bisphosphonate zwar auch in der Tumortherapie eingesetzt werden, aber nicht gegen den Tumor selbst, sondern natürlich um die Nebenwirkung der Chemotherapie auf den Knochen zu kompensieren.
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geschrieben von kleinerrainer vor mehr als 3 Jahren (08.12.2008 12:35)Antwort zu Behandlungsmöglichkeiten der OI
Das habe ich mich jetzt noch gefragt. Wie kommt es eigentlich, dass Bisphosphonate bei Krebs und bei OI eingesetzt werden? Dann ist es also so, dass die Bisphosphonate bei einer Krebstherapie gar nicht gegen den eigentlich Krebs vorgehen, sondern nur den Knochen schützen sollen? Ist das so richtig?
Haben diese Bisphosphonate auch Nebenwirkungen?
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Ja, so ist es - die Bisphosphonate werden bei einer Krebsbehandlung eingesetzt, um das Gleichgewicht des Knochenstoffwechsels wieder herzustellen. Krebszellen haben einen hohen Stoffwechsel und die Stoffe der Chemotherapie richten sich daher vorwiegend auf Zellen mit einem hohen Stoffwechsel. Leider haben aber andere Zellen im Körper einen hohen Stoffwechsel, w.z.B. Osteoblasten (also die aufbauenden Knochenzellen) oder Haarzellen. An den Haarzellen sieht man das, was man bei den Knochenzellen nicht sehen kann. Sie sterben zunächst ab und dem Patienten fallen darum die Haare aus. Die Knochenzellen produzieren hingegen keinen Knochen mehr. Aber die Osteoklasten, die eigentlich abbauende Enzyme sind, bleiben erhalten und bauen den Knochen weiter ab. Das Gleichgewicht ist also gestört und die Nettobilanz negativ. Daher werden nun durch das Bisphosphonat auch diese Knochen abbauenden Zellen gehemmt, wodurch sich die Nettobilanz wieder angleicht. Daher verwendet man die Bisphosphonate auch in der Tumorbehandlung.
Das Bisphosphonat selbst ist ein Stoff, mit dem einzig und allein der Knochen etwas anfangen kann, was bedeutet, dass der Stoff z.B. nicht in anderen Geweben wie Muskulatur oder Parenchym eingelagert werden kann. Auch wird es nicht weiter verstoffwechselt und kann so also nicht in andere Stoffwechelwege wie z.B. dem Fett-, Eiweiß- oder Zuckerstoffwechsel eingreifen. Insofern hat es keine Nebenwirkungen.
Jedoch werden während der Infusion immer wieder fieberartige Zustände und heftige Muskelschmerzen beschrieben, ähnlich wie die Symptome einer Grippe. Diese werden fachlich gesehen aber nicht zu den Nebenwirkungen gezählt, sondern sind so genannte Sofortreaktionen, die gleich nachlassen, nachdem die Therapie beendet wird.
Allerdings gab es vor ca. zwei Jahren eine Veröffentlichung, nach der es zu Kiefernekrosen unter Bisphosphonattherapie gekommen sein soll, so dass der implantierte Zahnersatz sich plötzlich lockerte. Da dies aber nur von einer kleinen Gruppe beschrieben wurde, kann man es nicht direkt zu den Nebenwirkungen zählen.






