schwanger werden mit Glasknochen
Hier werden zwei verschiedene Themen angesprochen - zum einen der Vererbungsgang und zum anderen die Möglichkeit einer Schwangerschaft.
Zum Vererbungsgang: Der Menschen gehört zu diploiden Organismen, das heißt, seine Chromosomen liegen immer in doppelter Kopie vor; also einem Chromosomen vom Vater und einem Chromosomen von der Mutter. Sind diese genetischen Informationen an einem Genlocus, also dem Abschnitt auf einem Chromosomen, der für das jeweilige Merkmal codiert unterschiedlich, bezeichnet man sie als Allele. Wobei es heterozygote (mischerbige) oder homozygote (reinerbige) Allele gibt. Die Allele werden wiederum danach unterschieden, ob sie in einem heterozygoten Zustand oder nur im homozygoten Zustand erkannt werden können. Werden sie bereits im heterozygoten Zustand erkannt, bezeichnet man sie als dominant. Bei der OI handelt es sich um eben so einen dominanten Vererbungsgang, der dann mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an die Nachkommen vererbt werden kann. Der Erbgang ist geschlechtsunabhängig, was bedeutet, dass der Erbgang statistisch zu gleichen Teilen auf beide Geschlechter weitergegeben werden kann, was man auch als autosomal bezeichnet. Es ist also ein autosomal dominanter Erbgang.
Bei dem Thema Schwangerschaft ist unbedingt die klinische Ausprägung der OI zu beachten. Sicherlich wird eine Frau mit OI Typ I oder OI Typ IV, allein schon durch die anatomischen Voraussetzungen, eine ganz andere Schwangerschaft erleben, als eine Frau vom OI Typ III. Je nach schwere der Verlaufsform richtet sich dann auch die medizinische Schwangerschaftsbegleitung und die Art der Geburt (spontan oder per sectio).
Sowohl der kindlicher Herzstillstand, als auch die beiden anderen Vermutungen – um die allererste Frage zu beantworten – sind meines Wissens nach nicht typisch für einen Schwangerschaftsabbruch mit OI. Hier scheint es der Frau wohl so ergangen zu sein, wie vielen anderen Frauen auch, die Schwierigkeiten mit der Schwangerschaft haben, unabhängig von der OI.