Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

Thema: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

  • Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    Hallo zusammen,

    mit folgender Situation wurde ich vor ca. einem Monat "konfrontiert":

    In einer Klinik lernte ich eine 35-jährige lesbische Mitpatientin kennnen, mit der ich mich von Anfang an gut verstanden habe. (Ich selbst bin 21 Jahre alt)

    Irgendwann bekam ich folgende Nachricht von ihr:
    "also ich hab schon so lange einen kinderwunsch u du bist der erste mann mit dem ich mir das vorstellen kann. [..] du kannst dein kind immer sehen. ich wär so glücklich. [..]"

    Es ist so, dass ich selbst schon länger einen Kinderwunsch habe.

    Nun stelle ich mir aber die Frage ob das ganze ethisch und moralisch vertretbar ist.

    Ich weiss, dass ich selbst kein gutes Vorbild für dieses Kind wäre und ich auch am Anfang nicht für das Kind da sein kann. Ich selbst hatte eine sehr schlimme Kindheit, so schlimm, dass ich heute krank bin.

    Was haltet ihr von der ganzes Geschichte?

    Viele liebe Grüße

    Euer Kri

    PS: Ich hoffe ich schreibe im richtigen Forum..

  • Antwort: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    Hallo Kri,

    Deine Frage verwirrt mich etwas. Du hast im Krankenhaus eine Frau kennengelernt, die nach ein paar Tagen Bekanntschaft ein Kind von Dir haben will und Du überlegst ernsthaft, darauf einzugehen, obwohl Du gar nicht für das Kind da sein kannst und selbst eine schlimme Kindheit hattest?

    Die Antwort ist doch ganz eindeutig, oder nicht?

    Willst Du der Person einen Gefallen tun? Geht es Dir um den Verkehr? Worum geht es Dir? Bedenke auch, dass Du unterhaltspflichtig sein wirst.

  • Antwort: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    Ich denke ihr solltet Euch erst näher kennenleren, wie rainer meinte. Wenn Du dann kein Problem damit hast für das Kind nur ein Zeugungsvater zu sein, spricht nichts dagegen. Wenn Du Dir allerdings ein Kind wünschst, dann nehme ich automatisch an, dass Dus auch um Dich haben möchtest. Wenns aber nicht geht und Du lieber eins in einer fremden Beziehung aufwachsen lassen möchtest als garkeins zu haben, dann spricht nichts dagegen. Dieses Kind wird dann eine Familie haben, zu der Du nur als Besucher dazugehörst. Und wenn die Mutter entscheiden sollte, dass Du es nicht mehr sehen darfst? Die wahrscheinlichkeit ist ziemlich gross.

    Wenn Du die Frau besser kennst, kannst Du es entscheiden.

  • Danke

    Hallo ihr zwei..

    erstmal Danke für eure Zeit und eure Antworten.. Ich muss dazu sagen, diese Frau lebt seit 5 Jahren mit einer anderen Frau in einer Beziehung, es ist beider Wunsch ein Kind zu haben..

    Ich würde das (um Gottes Willen) nicht wegen des Verkehrs tun (abgesehen davon wird kein Verkehr stattfinden) sondern weil ich den beiden einen Gefallen tun will.

    Sie boten mir auch an einen Vertrag aufzusetzten der mich von der Unterhaltspflich befreit (wobei ich mit meinem Therapeuten darüber geredet habe und er meinte, dieser Vertrag wäre vor Gericht nicht rechtskräftig, muss mich da nochmals genauer informieren)

    Viele liebe Grüße

    Kri

  • Antwort: Danke

    Da hat Dein Therapeut vollkommen recht. Solche Verträge und Verzichtserklärungen sind, wenn es hart auf hart kommt, so viel wert wie ein Dollar aus Simbabwe - also rein gar nichts. So ganz nebenbei: Simbabwe hat derzeit die höchste Inflation mit über 184 Prozent ... nur so nebenbei!

    Als Samenspender ist man letztlich immer in der schwächeren Position. Auch wenn das anonym abläuft, so kann eine Mutter noch immer Unterhalt einklagen. Ich will jetzt Deiner neuen Bekanntschaft kein absichtlich hinterhältiges Handeln zuschreiben, aber rechtlich hätte sie Dich in der Hand, wenn Du ihr den Gefallen tust. So ist das nun mal heutzutage ...

    Informiere Dich mal noch weiter und fälle dann Deine Entscheidung! Es wäre schön, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst.

    Gibt es sonst noch User, die mit solchen oder ähnlichen Situationen Erfahrungen gemacht haben?



  • Antwort: Danke

    Ich glaub auch nicht, dass der Vertrag rechtskräftig wäre. Wenn das im Gesetz so festgelegt ist mit der Unterhaltspflicht, wird die Klausel nichtig. Und sie könnte ja behaupten in einer emotionlaen Zwangslage gewesen zu sein, weil sie das Kind unbedingt seit Jahren wollte oder was weiss ich. Wie gesagt, wenn Du Vertrauen hast, machs.

  • Antwort: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    ...ist natürlich auch die Frage, ob man das auf Dauer will? Wird einem damit nicht automatisch das Recht eine richtige Vaterschaft genommen? Wäre doch schade, wenn man sich anders entscheidet.

    Hast du denn selber die Möglichkeit, Kri, mit einer Partnerin über so einen Kinderwunsch zu sprechen?

  • Antwort: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    ich würde von sowas auch die finger lassen, wenn du krank bist, werde erstmal gesund und habe dann eigene kinder.

  • Antwort: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    Von der ethischen Position aus ist es denkbar, einem lesbischen Paar bei der Erfüllung des Kinderwunsches zu helfen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass es diesen Kindern auch nicht schlechter geht, als anderen.

    Eine andere Frage ist die, wie es dir dabei geht. Verträge sind in solchen Fällen nicht rechtskräftig. Du könntest also zum Unterhalt herangezogen werden. Daneben solltest du dir sicher sein, dass du mit dieser Situation leben kannst.

  • Antwort: Kinderwunsch - Ethisch/Moralische Frage

    ein Samenspeder, kann doch eigentlich nicht zum Unterhalt gezwungen werden, oder? Man tritt ja alle Rechte aber auch Pflichten mit der Spende ab!

    Wie will man denn diesen anonymen Spender überhaupt finden? Im übrigen kann man einen Mann nciht zu einem genetischen Test zwingen. Der Vater ist der der in der Geburtsurkunde steht, egal ob es der biologische Vater ist oder nicht

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