Internist / Betriebsarzt Dr. Wolfgang Kerling
Facharzt für Innere Medizin, Betriebsmedizin
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Was ist der DRK-Hausnotruf ?
Der DRK-HausNotruf ist eine präventive Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahme, die allen Menschen mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko ein weitestgehend selbständiges und unabhängiges Leben in der eigenen Wohnung ermöglicht. Ältere, behinderte oder kranke Menschen und auch Risikopatienten kommen oft noch gut in der eigenen Wohnung zurecht, müssen aber damit rechnen, dass sie jederzeit auf schnelle Hilfe angewiesen sein können. Die Möglichkeit, durch einen Sturz oder einen Schwächeanfall plötzlich hilflos und dann alleine zu sein, ist eine schwere Belastung. Hier hilft der DRK-Hausnotruf. In einem Notfall kann über ein fest installiertes Teilnehmergerät und einen tragbaren Sender sofort direkter Kontakt zur DRK-Zentrale hergestellt werden, die dann unverzüglich bedarfsgerechte Hilfe einleitet. Der Teilnehmer hat in einem Notfall die Sicherheit, nicht alleine zu sein. Und das rund um die Uhr.
Wer braucht den DRK-Hausnotruf?
Ältere Menschen
Viele ältere Menschen leben immer oder zeitweilig alleine. Doch mit dem Alter steigt auch das gesundheitliche Sicherheitsbedürfnis. Ältere Menschen sollten rechtzeitig Vorsorge treffen für die Zeit, in der sie auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sein könnten. Ein Sturz im Badezimmer oder ein Schwächeanfall kann schnell zu einer Situation führen, in der sofortige Hilfe nötig ist. Im Alltag ist dann jedoch nicht immer jemand erreichbar, der sofort helfen kann. Der DRK-Hausnotruf gibt die Sicherheit, rund um die Uhr einen Ansprechpartner in Notsituationen zu haben und ist so eine Möglichkeit für ältere Menschen, Vorsorge zu treffen, ohne die eigene Selbständigkeit und Unabhängigkeit aufzugeben.
Behinderte Menschen
Selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung leben zu können, ist für behinderte Menschen von besonders großen Bedeutung. Der Alltag in den eigenen vier Wänden ist eine großen Herausforderung für sie, birgt aber auch sehr viel Gefahren. Der DRK-Hausnotruf ermöglicht ihnen diese Selbständigkeit, indem er die Sicherheit gibt, von jedem Punkt der Wohnung aus Unterstützung anfordern zu können. Selbst wenn der Teilnehmer in einem Notfall nicht mehr in der Lage sein sollte zu sprechen, kann die DRK-Hausnotruf Zentrale ihn identifizieren und notwendige Hilfsmaßnahmen einleiten. Der DRK-Hausnotruf ist eine wichtige Sicherheitsausstattung einer behindertengerechten Wohnung, die Entscheidung für ein selbstbestimmtes Leben erleichtert.
Kranke Menschen und Risikopatienten
Menschen, die mit einer Krankheit leben, wissen, dass leicht eine Situation eintreten kann, in der sie auf schnelle und fachkundige Hilfe angewiesen sein könnten. Dies gilt insbesondere auch für Risikopatienten, wie zum Beispiel Menschen mit Herz-Rhythmus-Störungen oder Kreislaufschwäche, Bypass-Patienten, Infarktgefährdete und Diabetiker. Besonders wenn sie alleine leben, brauchen sie ein Höchstmaß an Sicherheit, um ihr Lebenskonzept trotz der Krankheit umsetzen zu können. Der DRK-Hausnotruf gibt ihnen die Sicherheit, dass im Notfall unverzüglich fachkundige Helfer geschickt werden, die bereits über die Krankengeschichte und eventuell notwendige Medikamente informiert sind und sofort die richtigen Maßnahmen einleiten können.
Angehörige und Freunde
Durch Berufstätigkeit, Aufgaben in der eigenen Familie oder zu weiter Entfernung ist es Angehörigen im Alltag oft nicht möglich, immer präsent zu sein. Der DRK-Hausnotruf gibt Ihnen das beruhigende Gefühl, in akuten Hilfssituationen schnell und erreichbar zu sein, und darüber hinaus die Sicherheit, dass alles notwendige unternommen wird, selbst wenn sie einmal nicht erreichbar sein sollten. Auch pflegende Angehörige können nicht immer rund um die Uhr verfügbar sein. Der DRK-Hausnotruf kann eine Entlastung für sie sein, indem er die Sicherheit gibt, dass auch bei einer vorübergehenden Abwesenheit des Pflegenden im Notfall alle Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.
Wie funktioniert der DRK-Hausnotruf ?
Das Hausnotruf-System des DRK besteht aus einem Teilnehmergerät (siehe Abb.), das in der Wohnung an das Telefonnetz angeschlossen wird und aus einem kleinen unabhängigen Sender, den der Teilnehmer als Armband oder Clip am Körper trägt und der auf Druck oder Zug reagiert. Der Teilnehmer kann mit dem tragbaren Sender von jedem Punkt aus der Wohnung aus das Teilnehmergerät aktivieren. Es ist mit einem Lautsprecher und einem hochempfindlichen Mikrofon ausgestattet und ermöglicht so einen freien Sprechkontakt in der ganzen Wohnung. Wird der Alarm ausgelöst, hört die DRK-Hausnotrufzentrale über das Mikrofon jedes Geräusch in der Wohnung, wie etwa Schreie, Hilferufe oder auch nur Bewegungsgeräusche. Über den Lautsprecher kann sie sofort direkten Sprechkontakt mit dem Teilnehmer aufnehmen. Auch wenn dieser nicht mehr in der Lage sein sollte zu sprechen, weiß die Zentrale sofort, wer den Notruf ausgelöst hat. Eine EDV-Anlage wertet automatisch die Kennung aus und erstellt ein Datenblatt, das alle notwendigen Daten des Teilnehmers, wie zum Beispiel das Krankheitsbild, die Krankengeschichte, notwendige Medikamente, die Adresse des Hausarztes und eine Liste der zu alarmierenden Vertrauenspersonen enthält.

Hausnotrufgerät Neo mit Funksender welcher wahlweise am Handgelenk oder um den Hals getragen werden kann.
Was passiert im Notfall ?
Die DRK-Hausnotrufzentrale ist rund um die Uhr mit medizinisch und psychologisch ausgebildetem Personal besetzt, das in der Lage ist, nach Auswertung des Datenblattes und der aktuellen Angaben über die Sprechverbindung, die Situation richtig einzuschätzen und die notwendige Hilfe einzuleiten. Bei jedem Notruf wird zunächst eine vom Teilnehmer genannte Vertrauensperson benachrichtigt, die wenn möglich, über einen Wohnungsschlüssel verfügt. Je nach Situation kann sie entweder selber Hilfe leisten oder, wenn nötig, dem Arzt oder Rettungsdienst die Tür öffnen. Kann keine der genannten Vertrauenspersonen erreicht werden, wird der Rettungsdienst benachrichtigt, der gegebenenfalls mit einem dort hinterlegten Wohnungsschlüssel den Helfern die Wohnung öffnet. Die Sprechverbindung zwischen der Zentrale und dem Teilnehmer bleibt solange bestehen, bis die Hilfskräfte eingetroffen sind.
Welche Voraussetzungen braucht ein Teilnehmer ?
Wer am DRK-Hausnotruf teilnehmen will, braucht lediglich einen ganz normalen Telefonanschluß und die Bereitschaft, einer oder mehreren Vertrauenspersonen wie Nachbarn, Angehörigen oder Freunden und gegebenenfalls der zuständigen Rettungswache je einen Wohnungsschlüssel zu überlassen. Das Deutsche Rote Kreuz garantiert dafür, dass sowohl die Wohnungsschlüssel als auch alle Daten des Teilnehmers so sicher aufbewahrt werden, dass ein Missbrauch ausgeschlossen werden kann.
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Schlaganfall
Die Tage danach
An die Akutbehandlung eines Schlaganfalls schließt sich die Rehabilitation an.
Darunter versteht man grundsätzlich alle Maßnahmen, die die Krankheitsfolgen nach einem Schlaganfall mindern und der Wiedereingliederung eines behinderten Menschen dienen. Damit zählt die medikamentöse Behandlung und das Wiedererlernen von bestimmten Bewegungen genauso zum Rehabilitationsprozess wie eineangemessene, behindertengerechte Wohnung.
Die Rehabilitation, kurz auch Reha genannt, findet meistens in einem speziell ausgestatteten Krankenhaus, einer Reha-Klinik, statt. Es gibt aber auch ambulante Einrichtungen und Tageskliniken. Ein häufig gebrauchter Begriff für die Rehabilitation ist Anschlussheilbehandlung, kurz AHB.
In den Wochen und Monaten nach einem Schlaganfall kommt es in aller Regel zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. In manchen Fällen sind die Betroffenen nach einiger Zeit sogar völlig beschwerdefrei. Doch geht dies nicht ohne die Mitarbeit der Patienten.
Das Gehirn hat quasi vergessen wie zum Beispiel bestimmte Bewegungen durchgeführt werden oder wie sich ein gesunder Arm anfühlt. Daher muss ein Betroffener wieder neu erlernen, was er vor seinem Schlaganfall als selbstverständlich ansah. Das kostet natürlich viel Mühe und Geduld.
Die Bewegungen müssen wieder und wieder richtig ausgeführt werden, damit das Gehirn und die Muskeln sie neu lernen können. Außerdem ist es wichtig, die Muskulatur zu stärken. Ein schwacher Muskel wehrt sich nicht entschieden genug gegen eine Lähmung.
Je nach Grad der Beeinträchtigung verbringen die Patienten vier bis sechs Wochen in der Reha. Schwerstpflegebedürftige kommen vom Krankenhaus direkt in eine Pflegeeinrichtung.
Je früher die Rehabilitation beginnt, umso besser. Ob eine Langzeitrehabilitation erforderlich ist, hängt vom Ausmaß der erlittenen Nervenschäden ab. Einige Patienten erholen sich rasch wieder vollständig, andere benötigen zum Teil Monate und Jahre, bis sie ihren Alltag wieder selbst in den Griff bekommen.
Die Familie sollte frühzeitig in die therapeutische Arbeit einbezogen werden.
Die Rehabilitation endet, wenn keine weiteren Fortschritte mehr erzielt werden können oder der Aufwand dem zu erwartenden Nutzen nicht mehr entspricht. Für manche Schlaganfallpatienten kann es etwa wichtiger sein, etwas früher an den Arbeitsplatz zurückzukehren, als noch geringe Fortschritte etwa beim Gedächtnistraining zu erzielen.
Für ältere Menschen kann es besser sein, den freigewordenen Platz im Pflegeheim der Wahl anzunehmen, als die eigene Aussprache noch etwas zu verbessern.
Die Entscheidungen müssen auf die spezielle Situation des Betroffenen abgestimmt werden. Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, müssen oft jahrelang Rehabilitationsmaßnahmen durchführen, um wieder ein unabhängiges Leben führen zu können. Das erfordert von ihnen eine dauernde Anstrengung, bei der sie täglich aufs Neue herausgefordert werden.
Prinzipiell ist auch die so genannte teilstationäre Rehabilitation möglich, bei der der Patient tagsüber in einer Therapieeinrichtung behandelt wird und am Abend nach Hause zurückkehrt. Einrichtungen, diesolche Verfahren anbieten, heißen Tageskliniken.
Im Gegensatz zur normalen Krankenhausbehandlung wird die Rehabilitation bei Berufstätigen nicht von der Krankenkasse, sondern vom Rentenversicherungsträger bezahlt, so von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) oder von der Landesversicherungsanstalt (LVA). Nur bei Rentnern zahlt auch die Krankenkasse für die Rehabilitation.
Vor allem drei Behandlungsformen tragen dazu bei, dass sich Körper und Kopf wieder erholen können: Krankengymnastik, auch Physiotherapie genannt, die Ergotherapie und die Sprach- beziehungsweise Logotherapie.
Die Ergotherapie trainiert Tätigkeiten des täglichen Lebens wie Essen, Kochen, Anziehen oder ähnliches. Alle drei Behandlungsformen reizen das Gehirn, sich den neuen Herausforderungen anzupassen. Das Gehirn des Erwachsenen verfügt nämlich über eine erstaunliche Plastizität. Das bedeutet, dass es sich umformen kann, um so den veränderten Bedingungen nach einem Schlaganfall gerecht zu werden und die zugrunde gegangenen Nervenzellen zu ersetzen.
Eine solche Umformung braucht aber viel Zeit und noch mehr Geduld. Zeit, weil für den Körper alles wieder neu ist und mit fortschreitendem Alter das Neulernen nicht mehr so schnell geht, wie bei einem Kind. Geduld, weil ein Betroffener sich noch genau an das Vorher erinnern kann und oft nicht versteht, warum einfache Bewegungen so schwer zu lernen sein sollen. Aber gerade darum muss ein Betroffener die Übungen alleine fortführen, um die Erfolgsaussichten zu verbessern.
Ein Schlaganfall hat nicht nur Auswirkungen auf körperliche Funktionen, er verändert auch die Gefühlswelt. Das kann für den Betroffenen, aber auch für die Menschen um ihn herum schwierig sein. Doch viele dieser Probleme lassen sich überwinden.
Wichtig ist auch die psychische Unterstützung durch Freunde und Verwandte, damit der Patient wieder Mut und Zuversicht gewinnt.
Autor(en): Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Peter Erik Felzer
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Krankengymnastik/ Schlaganfall
Das aus dem Griechischen kommende Wort Gymnastik bedeutet nichts anderes als Bewegungsübung. Die Krankengymnastik ist also eine Bewegungsübung für Kranke, um diese wieder zu mobilisieren.
Ähnliches vollbringt die Physiotherapie.
Bewegungsübungen stehen bei Schlaganfall-Patienten schon unmittelbar nach dem schweren Ereignis auf der Tagesordnung, unabhängig davon, ob etwa nur ein Arm leicht beeinträchtig ist oder eine halbseitige Lähmung vorliegt.
Training der Muskulatur und der Beweglichkeit der Gelenke sowie das Gleichgewicht halten stehen an erster Stelle.
Zu Beginn der Krankengymnastik wird, in Zusammenarbeit mit der Krankenschwester erlernt, wie ein Betroffener richtig liegt, um Muskelspannungen zu verringern und ein Durchliegen zu verhindern. Alle wichtigen Dinge wie Nachttisch oder Fernbedienung sollten auf der geschädigten Seite des Patienten liegen, um diese frühzeitig zu trainieren.
Der nächste Schritt ist das selbständige Umlagern und dann das Aufsetzen auf dem Bettrand. Das erfordert schon eine Menge Übung.
Es folgt das Erlernen des kontrollierten Sitzens auf dem Bettrand. Das ist dort besonders schwer, weil die Sitzfläche sehr unsicher ist. Darum ist ein Stuhl oder ein Hocker für das kontrollierte Sitzen besser geeignet. Dabei muss ein Stuhl die richtige Höhe haben.
Richtig ist eine aufrechte Körperhaltung, bei der die Hüftgelenke im rechten Winkel gebeugt sind, die Oberschenkel waagerecht aufgestellt sind und die Knie ebenfalls im rechten Winkel gebeugt sind. Die Füße müssen beide fest nebeneinander auf dem Boden aufgesetzt sein.
Der Betroffene hat Angst, auf seine betroffene Seite zu fallen, weil er da hilflos ist. Darum verlagert er das Körpergewicht auf die gesunde Seite. Das ist aber für die Wiedererlangung der Körperhaltung und des Gleichgewichtes nicht sinnvoll. Es wird zuerst die korrekte Haltung im Sitzen mit Hilfe des Krankengymnasten erlernt und geübt.
Auch das wechselseitige Übereinanderschlagen der Beine ist Bestandteil dieser Übung, ebenso wie das wechselseitige Vorwärtsbewegen des Beckens. Hierdurch soll das Gefühl für das Gleichgewicht gefördert werden.
In den nächsten Schritten lernen Betroffene das Aufstehen, Stehen und Gehen.
Es gibt verschiedene krankengymnastische Schulen wie Bobath, Vojta oder Brunnstrom, die verschiedene Schwerpunkte setzen. Die Krankengymnastik nach einem Schlaganfall macht sich verschiedene Methoden zu Nutze. Sie umfasst auch die Elektrotherapie. Strom animiert in Kombination mit gymnastischen Übungen die gelähmten Muskelgruppen dazu sich zu bewegen.
In den gelähmten Bereichen können Tage und Wochen nach einem Schlaganfall Muskelverkrampfungen auftreten.
Zunächst stellt sich nach einem Schlaganfall eine schlaffe Lähmung ein. Darauf folgt aber eine Zunahme der Spannung im Muskel, die man als Spastik bezeichnet. Diese Spannungszunahme führt dazu, dass der Muskel einer Bewegung Widerstand entgegen setzt.
Meistens ist die Spastik im Liegen kurzfristig geringer, steigt dann aber wieder an. Bei richtig und regelmäßig durchgeführten Bewegungen verringert sich die Spastik aber auf Dauer.
Die Krankengymnastik setzt gezielte Dehnübungen gegen die Spastik ein. Spezielle Schienen unterstützen diese Dehnung. Auch Wärme und Kälteanwendungen können die Spannung in der Muskulatur lösen helfen.
Bestimmte Medikamente und die Injektion von Botulinumtoxin, einem Nervengift, wirken ebenfalls gegen die Spastik.
Auch gegen Gleichgewichts- und Gefühlsstörungen helfen gymnastische Übungen.
Die Übungen führen die Patienten immer wieder an ihre Leistungsgrenzen.
Das schildert auch der Schlaganfall-Patient Benjamin Franz auf seiner Website www.benjamin-franz.de. „Standardübungen reichen nicht mehr aus und es wird improvisiert. Ein Beispiel: In der Sporthalle werden Matten ausgelegt. Meine Aufgabe besteht darin, so schnell wie möglich eine Serie von Rollen (Purzelbäumen) vorwärts und rückwärts wieder in den Stand zu absolvieren. Das fordert höchste Koordination des gesamten Bewegungsapparat, was dann später an den nass geschwitzten Sportklamotten deutlich zu sehen ist.“
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Ergotherapie/Schlaganfall
Bei der Ergotherapie stehen die Funktionen des täglichen Lebens wie Körperpflege, WC- und Badbenutzung, An- und Auskleiden, Aufgaben im Haushalt und bei der Freizeitgestaltung im Mittelpunkt.
Die Erkrankten erlernen diese Aufgaben in Teilschritten mit dem Ziel, am alltäglichen Leben wieder aktiv und selbstbestimmt teilzunehmen.
Sie lernen beispielsweise, wieder mit Messer, Gabel und Löffel zu essen. Oder einen Stift mit der linken Hand zu benutzen, da der Schlaganfall die bisherige rechte Schreibhand lahm gelegt hat.
Auch wenn die kleinen Handgriffe eine Selbstverständlichkeit für den Gesunden sind, bedeuten sie für den Schlaganfall-Patienten einen großen Schritt in die Unabhängigkeit.
Immer wieder besteht die große Versuchung, das gesunde Bein, die gesunde Hand, den gesunden Arm zu benutzen und das gelähmte Körperteil links liegen zu lassen. Doch hier gibt es Kniffe und Tricks, um die betroffenen Regionen nicht auf die Ersatzbank zu setzen, sondern immer wieder ins Spiel zu bringen.
Der Schlaganfall-Patient Benjamin Franz: „Weil es oft einfach mit links schneller geht als mit rechts, hat mir meine Ergotherapeutin Olivia Mitterer eine Gipsschiene für die linke Hand angefertigt, damit ich dazu gezwungen werde, mit rechts zu hantieren.“
Verschiedene Therapieformen arbeiten ganz bewusst mit dieser Methode. So entwickelte etwa Prof. Edward Taub von der University Birmingham in Alabama ein spezielles Verhaltenstraining, das die Beweglichkeit des Armes und der Hand gezielt anspricht.
Dabei wird der gesunde Arm während der meist ambulanten Intensivtherapie mit einer Schiene am Rumpf fixiert. Ein drei- bis sechsstündiges, tägliches Training zwingt nun die beeinträchtigte Körperseite dazu, gemeinsam mit dem Therapeuten verschiedene Übungen mit je zehnfacher Wiederholung durchzuführen.
„Für die Taub'sche Bewegungstherapie muss man enorm viel Ehrgeiz mitbringen und viel Ausdauer haben - aber es lohnt sich“, berichtete Dieter Gratzel, der nach seinem Schlaganfall von der Therapiemethode profitierte. Grundsatz: Den betroffenen Arm einzusetzen, wann immer es möglich ist, auch wenn es schwer fällt! Gratzel: „Die Woche hat 168 Stunden - was kann da ein Stündchen Krankengymnastik schon nützen, wenn der Arm die ‚restlichen’ 167 Stunden stillgelegt wird?!“
Üben, üben, üben und nicht die Flinte ins Korn werfen, nicht aufgeben, wenn es nicht gleich klappt! Experten empfehlen, Verwandte und Freunde in die Übungen einzubeziehen. Es wird dadurch nicht so langweilig und andere verstehen besser, welche Schwierigkeiten Schlaganfall-Patienten beim Verrichten alltäglicher Dinge haben.
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Sprachtherapie/Schlaganfall
Lähmungen und sich nicht mehr richtig bewegen können, das gehört zu den schwerwiegenden Folgen eines Schlaganfalls.
„Aber was viel schlimmer war, ich konnte nicht mehr sprechen. Ich konnte klar denken, aber über die Lippen kam nur unverständliches Zeug“, berichtet der Schlaganfallpatient Uwe Grefe in seinem Buch „3+4=8 - Vergraben und verschüttet sind meine Worte!“, das im Steiner-Verlag erschienen ist.
Diesen Zustand bezeichnen Mediziner mit Aphasie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Verlust der Sprache“.
„Die Sprache zu verlieren ist genauso grausam wie eine Isolationshaft“, beschreibt Altbundespräsident Roman Herzog in einem Grußwort die Folgen der Aphasie. „Sich nicht mehr mit eigenen Worten verständigen zu können, berührt die persönliche Würde. Nicht nur derjenige, der von dieser Sprachstörung betroffen ist, sondern auch Familienangehörige und Freunde stehen hilflos vor dieser Erkrankung.“
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"3+4=8"/Schlaganfall
„Der Aphasiker war auf diesen Schicksalsschlag nicht im geringsten vorbereitet“, erklärt Aphasieexpertin Dr. Luise Lutz. „Er weiß nichts über Heilungsmöglichkeiten, und er muss diese quälende Bestandsaufnahme ohne Sprache durchstehen, ohne sich Rat holen zu können.“
Die Krankheit trifft den ganzen Bereich der Sprache. Nicht nur reden fällt schwer, sondern auch verstehen, lesen und schreiben.
Uwe Grefe, der mit seinem Buch „3+4=8“ seine Erfahrungen mit der Aphasieschildert, weiß heute natürlich, dass dieses Ergebnis falsch ist. Doch vor einigen Jahren konnte er nicht einmal die einfachsten mathematischen Aufgaben lösen.
Vielen Patienten fällt es schwer, sich spontan zu äußern, wenn man sie anspricht. Manche sprechen nur Silben, die sie aneinander reihen. Andere reden sehr langsam und es gelingt ihnen nur mit Mühe, Wörterzu bilden. Einige finden nicht die passenden Worte.
Manchmal sprechen Betroffene sogar flüssig, verwechseln jedoch Laute und Wörter. Sie meinen „rechts“, sagen aber „links“, vertauschen „ja“ und „nein“. Fehler in Satzbau und Grammatik treten sehr häufig auf. Es gibt Patienten, die sich immer wieder mit denselben Lauten und Worten äußern, ohne dies verhindern zu können.
Obwohl Grefe fast wieder normal sprechen kann, passiert es ihm auch heute noch, dass Leute am Telefon denken, er sei betrunken. „Das ist nur eine der negativen Erfahrungen, die jeder Aphasiker tagtäglich macht. Da muss man einfach darüberstehen und es verdrängen. Man kann und muss damit leben.“
Der Bundesverband Aphasie warnt davor, die Krankheit mit geistiger Behinderung oder psychischer Störung gleichzusetzen. „Aphasie verändert die sprachliche Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit zu Denken bleibt vollkommen erhalten.“
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Eine Herausforderung
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe empfiehlt, die Aphasie schon in den ersten Tagen nach der Krankheitsdiagnose zu behandeln. Und das bedeutet Sprachtherapie und immer wieder Sprachtherapie.
In der Akutphase findet sie drei bis fünfmal pro Woche statt, langfristig ein- bis zweimal. Sie dauert manchmal einige Monate und manchmal mehrere Jahre.
Ein so genannter Logopäde, ein Spezialist auf dem Gebiet der Sprachheilkunde, stellt zunächst das noch vorhandene Sprachvermögen fest und richtet seine Therapie danach aus. Er übt beispielsweise Alltagssituationen wie Einkaufen gehen und Telefonieren. Oder es gibt Schreibübungen oder Spiele mit Wortkarten.
Zudem verbessert Gehirnjogging den Heilungsprozess: Spiele und Quiz-Aufgaben kurbeln bei dem Hirnleistungstraining Gedächtnis und Denken an. Viele dieser Spiele gibt es als interaktive Computerprogramme. Die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle, da die von ihnen ausgehenden Reize die Betroffenen besonders stark zum Sprechen animieren.
Experten empfehlen, dass zum Beispiel der Lebenspartner an den Therapiesitzungen teilnimmt. Es hat sich auch erwiesen, dass Aphasiker mit Kindern oder Enkeln mehr sprechen als mit Ärzten oder dem Pflegepersonal. Auch Medien und Computerprogramme unterstützen die logopädische Therapie. Die anfallenden Kosten tragen in der Regel die Krankenkassen.
Psychologische Betreuung und sozialpädagogische Beratung finden Patienten zum Beispiel in speziellen Aphasiker-Zentren. Einfach gestaltet sich die logopädische Therapie allerdings nicht. Von den Therapeuten fordert sie umfassende Kenntnisse. Patienten und ihre Angehörigen benötigen Willensstärke und Durchhaltevermögen.
„Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an meinen behandelnden Arzt im Krankenhaus denke“, schildert Grefe.
„Ich wollte nicht mehr leben. Ich war doch ein Krüppel. Mein Arm und das Bein funktionierten nicht mehr, ich konnte nicht mehr sprechen. Er aber hat mich aufgebaut, mir gesagt, dass ich abwarten muss, dass es auch bestimmt besser wird. Er hat fast zwei Stunden auf mich eingeredet. Das hat mir Mut gemacht.“
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Operation/Schlaganfall

In bestimmten Fällen hilft auch eine Operation, einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen.
Verengungen an den Halsschlagadern lassen sich, wie bereits erwähnt, beseitigen. Ein Operateur öffnet das Halsgefäß und löst die Verengung heraus. Danach erweitert er das Gefäß und verschließt es mit einer Naht.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie macht diese Operation unter folgenden Bedingungen Sinn:
Eine völlig verschlossene Halsschlagader lässt sich nicht mehr operieren.
Als Hauptkomplikation tritt in ein bis drei Prozent der Fälle ein Schlaganfall auf, obwohl er eigentlich verhindert werden sollte. In der Summe verhindert die Operation bei 60 von 100 Patienten, dass sie einen neuen Schlaganfall erleiden.
Experten diskutieren zurzeit, ob es sich lohnt, die Halsschlagader auszudehnen. Ärzte führen hierfür einen Katheter mit einem Ballon ein. Das Verfahren trägt den Namen Dilatation. Über einen dünnen Schlauch pumpen sie Flüssigkeit in den Ballon, die diesen ausdehnt und die Ader erweitert. Um einen erneuten Engpass zu verhindern, führt man zusätzlich einen Stent ein. Das ist ein Drahtgeflecht, das das Gefäß offen hält.
Bei bestimmten Herzgefäßen gehört dieses Verfahren zum Klinikalltag.
Anders sieht es bei den Halsschlagadern aus. Hier befindet es sich noch im Experimentalstadium. Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor. Zudem wissen die Mediziner noch nicht, ob eine Dilatation Vorteile gegenüber einer Operation bietet.
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Drei mal Blut: Druck, Fette & Zucker
Erhöhte Blutdruck-, Blutfett- und Blutzucker-Werte erhöhen das Schlaganfall-Risiko. Nicht nur für den ersten, sondern auch für den zweiten oder gar dritten.
Laut Schätzungen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe könnten jedes Jahr 50 000 bis 60 000 Schlaganfälle vermieden werden, wenn Patienten ihren Hochdruck behandeln ließen. Das entspricht einem
Viertel aller Schlaganfälle.
Es gibt zahlreiche Medikamente, die den Druck wieder in normale Bahnen bringen. Im Allgemeinen vertragen die Patienten die Präparate gut. Aufgrund der Vielfalt der Präparate lässt sich ein Medikament auch leicht wechseln, wenn man es nicht verträgt.
Auch Kombinationspräparate gibt es auf dem Markt. Diese Tabletten enthalten zwei blutdrucksenkende Wirkstoffe. Diese muss man teilweise nur noch einmal am Tag einnehmen.
Andere Medikamente hemmen die Cholesterinproduktion im Körper und fördern die Ausscheidung über die Galle. Die Präparate heißen Lipidsenker oder Statine. Auch hier besteht die Möglichkeit, bei Nebenwirkungen das Präparat zu wechseln.
Ein gut eingestellter Blutzucker und gegebenenfalls die Gabe von Insulin vermindern ebenfalls das Risiko, erneut einen Schlaganfall zu erleiden.
Oft können Betroffene sich selbst dieses Hormon verabreichen und auch die Blutzuckerwerte zu Hause kontrollieren.
Experten empfehlen auch, sich ausgewogen zu ernähren, Übergewicht zu vermeiden, körperlich aktiv zu werden und die Finger von den Zigaretten zu lassen. Es lohnt sich: Denn dies hält auch Blutdruck, Blutfette und Blutdruck in Schach.
Internist / Betriebsarzt Dr. Wolfgang Kerling
Facharzt für Innere Medizin, Betriebsmedizin
Prof. Dr. med. Andres Ceballos-Baumann
Facharzt für Neurologie
Fachärztin f. Allgemeinmedizin, Akupunktur
Fachärztin für Neurologie, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Erhöhen Sie Ihre Reichweite und Patientenkontakte.

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