Herzsportgruppen

Thema: Herzsportgruppen

  • Herzsportgruppen

    Schon in der Reha wurde sie mir von vielen Seiten der Ärzte und Schwestern ans Herz gelegt. Es wäre ganz besonders wichtig, einen Ausdauersport zu betreiben, nach dem Infarkt. Zunächst erscheint es einem nicht logisch, dass man sich mit den Herzschmerzen, um einen Sport bemühen soll, doch Erfahrung spricht eine andere Sprache.

    Heute hatte ich nun meine erste Möglichkeit, an einer solchen Gruppe teil zu nehmen und muß sagen, das ist wirklich eine gute Sache. Eine Ärztin war dabei, die während der ganzen Aktivitäten , Blutdruck u. Puls überwachte. Flotte Musik zu den Übungen, brachten Schwung in die steifen Glieder nach der langen Winter-Zimmerpause. Obwohl ich am Morgen ziemlich trübsinnig und schlaff aufgebrochen bin, mußte ich nach der Stunde feststellen, dass sich die Lebensgeister wieder in den Vordergrund drängten u. ich gewillt war, heute noch einen langen Spaziergang in frischer Luft und Sonnenschein zu machen.

    In den Tagen davor war ich zu Ärzten unterwegs und es wurde noch ein Belastungs-EKG gemacht. Zudem gab es eine Verordnung mit auf den Weg, mit der man bei der Krankenkasse Zuschüsse beantragen kann. Denn was viele nicht wissen, für diese Aktivitäten die man seiner Gesundheit zuführt, muß man längere Zeit nicht alleine aufkommen, sie werden von den Kassen gefördert.

    Für mich war es sehr wertvoll zu erfahren, dass man auch selbst etwas für sein Herz tun kann, das über Tablettennehmen hinausgeht.

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Hallo,

    sehr schön zu lesen, dass Dir der Sport gut tut, Katrinchen47. Ein solcher Erfahrungsbericht von der vordersten Front ist wirklich ganz wertvoll. Daher danke ich Dir im Namen aller imedo-Nutzer. sehr gut

    Wirst Du denn dabei bleiben? Das ist ja immer die Schwierigkeit wie ich finde. Begeistert bin ich auch schnell, aber dann am Ball zu bleiben, ist eine andere Sache. Wie motivierst Du Dich?

    Wer hat noch gute Tipps, die einem helfen, die anfängliche Motivation über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten?

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Also ich habe mal gelesen, dass so eine sportliche Aktivität zur Gewohnheit wird, wenn man sie ........... jetzt lass mich mal ganz scharf nachdenken ............ so rund vier bis sechs Wochen lang macht. Dann entsteht da irgendwie ein Automatismus, der sich dann von selbst trägt. Wenn man z.B. jeden Tag am Abend eine halbe Stunde lang spazieren geht, dann wird das so zur Gewohnheit, dass Du nicht mehr ohne ins Bett willst.

    Versuche es einfach mal, Du wirst schon sehen!

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Georges, meine Motivation ist eigentlich meine Befindlichkeit. Ich wartete schon seit Wochen, dass in dieser Gruppe ein Platz frei wird. So manch einer hört nach der Zeit auf, die die Kasse bezuschusst. Viele machen dann aber auch freiwillig weiter. Zum einen ist es eine nette Gesellschaft mit meist Gleichaltrigen, zum anderen ist es auch ein sozialer Austausch mit Menschen. Das finde ich besonders bei älteren Menschen wichtig, die ja häufig auch schon alleine leben müssen.

    Natürlich spielt die Person, die den Sport abhält auch eine tragende Rolle. So wie ich es erlebt habe, mit Freundlichkeit und Frohsinn, ein wenig musikalische Untermahlung während der Übungen, das schafft schon Stimmung, die froh macht. Wenn ich mit dem Gedanken an einen solchen Termin gehe, dass es mühselige Quälerei ist, dann hat es wohl keinen Erfolg und man gibt sehr schnell wieder auf.

    Für mich ist Motor....dass ich mich wohlfühle dabei, dass ich weiß, ich kann die Krankenkasse dazu einige Zeit heranziehen. (so in etwa für 90 Std.).....und da die Übungen nicht zu anstrengend sind, werde ich wohl auch danach noch weitermachen.

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Diese Sichtweise finde ich voll gut, Katrinchen! Dabei bleiben, weil es einem gut tut - das ist der beste Motivationsgrund. Das wäre ja auch super Motivator für Jüngere, weil Sport immer gut tut, egal in welchem Alter. Aber leider merken die Jüngeren ja immer erst zu spät, dass sie lange Zeit Schindluder mit ihrem Körper getrieben haben. Ich kann so etwas einfach nicht verstehen. Überall liest man, dass man sich bewegen soll, weil das wichtig ist. Aber trotzdem machen so viele Leute nichts. Warum nur?

    Wer hat darauf eine gute Antwort?

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Na also das ist doch jetzt eigentlich ganz klar, oder nicht? Solange es dem Menschen gut geht, macht er nichts. Erst wenn er seine Gesundheit (und die Lebensqualität sowie die Länge seiner Zeit auf Erden) bedroht sieht, wird er aktiv. Das Beispiel Katrinchen zeigt dies doch ganz deutlich. Ich kenne noch so viele andere Leute, die zwar gesund leben wollen, es aber nicht schaffen, Sport zu treiben. Und warum: Weil sie zu bequem sind. Wir sind nun mal so lange bequem bis wir durch Warnsignale unseres Körpers wachgerüttelt werden. G anz einfach! Hat sonst noch jemand andere ERklärungsmodelle?

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Ich würde sagen, es ist von allem etwas dran. Auch in der Rehaklinik gab es Herzpatienten, die weiterrauchten - die das Essen zu wenig fanden - die den Rehasport machten, weil sie mußten. Auch die Trainerin der Herzsportgruppe erzählte, dass viele nur kommen, weil sie "müßten " - sie sind wohl von ihren Ärzten dorthin beordert worden. So kann auch die Trainerin schon im Vorfeld feststellen, wer nach dem Wegfall der Kassenleistung nicht mehr kommt.

    Viele Menschen akzeptieren ihre Krankheit nicht und wollen so tun, als wäre wieder alles normal wie vorher. Dass das ein Trugschluss ist, bemerken sie dann erst, wenn der nächste Infarkt kommt. Dazu kommt noch, dass viele Menschen die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit dem Arzt überlassen. Doch ohne Eigeninitiative geht nichts..... erst wenn der Körper wieder ein Machtwort spricht, kommen evtl. Überlegungen.....

    Im Gegensatz zum Nichtstun, gibt es aber auch das Zuvieltun. In der psychologischen Betreuung während meines Klinikaufenthaltes, mußte ich lernen, dass es auch ein Zuviel gibt. So mußte ich für den Herzsport mein Yoga u. mein Nordic Walking aufgeben. Da ich drei Tage der Woche in Sachen Sport unterwegs bin, bestand die Gefahr, dass es dann in Stress ausartet, der für das Herz genauso schädlich ist, wie Bewegungslosigkeit.

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Ohha! Das ist aber interessant, was Du hier schreibst. Zu viel kann es auch sein? Was ich jetzt aber nicht so ganz verstehe: Hast Du Yoga und Nordic Walking schon vor dem Herzinfarkt gemacht? Das wäre ja echt niederschmetternd, weil Du Dich ja bewegt hast.

    Das würde mich noch mal genauer interessieren.

    Kennt sonst noch jemand jemanden, der trotz Sport einen Herzinfarkt erlitten hat?

  • Antwort: Herzsportgruppen

    Ja, Georges, ich habe das alles vor dem Herzinfarkt gemacht. Habe fettarm gegessen, habe dreimal im Jahr Heilfasten gemacht.... jeder wunderte sich, wie ich an einen Herzinfarkt geriet, bei meinem gesunden Leben. Im Frühjahr war ich noch beim Arzt und habe alles checken lassen. Alle Blutwerte okay, sogar Colesterin.

    Es kam dann aber eine schwierige Zeit für mich. Mein Mann mußte sich einer sehr schweren OP unterziehen. Er bekam eine Bauchaorta - Prothese gesetzt. Dazu mußte der ganze Bauch geöffnet werden....es war wirklich heftig. Ich besuchte ihn jeden Tag und nahm fast 3 Std. Fahrzeit auf mich, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin und zurück, da ich nicht gerne Auto fahre , wegen meiner Augen. Wenn ich dann um halbacht abends wieder zu Hause war, fing noch ein Telefonmarathon an, ich kam einfach nicht zur Ruhe. Was ich jetzt erst in der Reha-Klinik gehört habe, dass extreme Stresssituationen, das Blutfett hochsteigen lassen ( hat nichts mit dem Essen zu tun, es passiert körpergesteuert ) dieses Fett legt sich in den Adern nieder, vrschließt sie nach und nach, und kann so einen Infarkt auslösen. Ich begleitete meinen Mann noch 3 Wochen zur Reha, und genau nach 2 Tagen wieder zu Hause passierte nachts der Infarkt . Stress ist ein großes Risiko für Herzpatienten.

    Früher dachte ich auch, dass Stress nur mit den Nerven zu tun hätte, nun weiß ich, dass es auch unsere Körperchemie durcheinander bringen kann und somit das Herz gefährdet.



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