Wenn man das Wort MMORPG in den Mund nimmt denkt man natürlich sofort an WoW. Bringt man dann aber ein Spiel wie WoW mit einer Gamingsucht in Zusammenhang denken einige, vor allem Eltern, dass der Bub halt eben gern Spielt und wenn es doch zu viel werden sollte, man ja jederzeit den Stecker ziehen kann und dann ist Schluss damit.
Doch kaum jemand setzt sich näher mit den Erfolgs- und Belohnungssystemen der Spieleentwickler von MMORPGs auseinander. Viele vergleichen sie mit irgendwelchen Rundenbasierten Spielen, die alle irgendwann ein Ende haben und begehen dabei einen großen Fehler: Ein MMORPG hat kein Ende.
Einmal damit angefangen, locken so vielseitige Möglichkeiten, sich in der viruellen Spielewelt zu bewegen, Erfolge zu erreichen, sich einen Namen zu machen, jemand zu sein. Ich will diese Spiele und deren Hersteller auf keinen Fall verfluchen, schließlich sollte ja jeder Herr seiner Sinne sein, doch genau das ist der Knackpunkt, wer im realen Leben Probleme hat und die können vielseitig sein:
- Probleme sich in der Gesellschaft frei zu bewegen
- Geldprobleme
- gestörtes Selbstbewusstsein
- innerliche Vereinsamung
- Perspektivlosigkeit/ Arbeitslosigkeit
- Komplexe/ Ängste
- Antriebslosigkeit/ Motivationsprobleme
- oder man fühlt sich einfach nur unwohl in seiner Haut
All diese Gründe können, müssen aber nicht ausschlaggebend dafür sein, dass jemand Onlinespielsüchtig werden kann, denn:
- wer Probleme hat sich in einem sozialen Umfeld aufzuhalten, für den sind völlig annonymisierte Onlinewelten ein gefundenes Fressen
- seinen Geld(Gold)bestand kann man in der WoW gut im Auge behalten, Gold liegt bei den täglichen Aufgaben (Quests) förmlich auf der Straße
- ausgeklügelte Erfogssysteme und die Motivation sich auf dem Spielserver einen Namen zu verschaffen sind Aspekte des Online Rollenspiels, die besonders bei Personen mit geringem Selbstbewusstsein eine sehr große magnetische Anziehung ausstrahlen
- einsam ist man in einer Onlinewelt eigentlich nie und füllt sehr schnell seine Freundesliste und shcließt sich einer Gilde an
- ob man Arbeitslos ist im wahren Leben interessiert keinen, ebenso der gesellschaftliche Stand im realen Leben spielt keine Rolle
- seinen Schwächen und Ängsten lassen sich in der Spielewelt auch viel leicht aus dem Weg gehen als im realen Leben
- für ausreichende Spielmotivation sorgt der Hersteller
- und wer sich unwohl fühlt, weil er fett oder hässlich ist, auch das macht in einer Onlinewelt nichts aus, Raidkollegen nehmen einen so wie man ist und kennen einen nichtmal, obwohl man mehrere Stunden die Woche zusammen spielt, ja oder gar täglich.
Mit dieser etwas längeren Gegenüberstellung will ich einfach nur aufzeigen, dass es in den meisten Fällen andere, bereits sehr ernstzunehmende Probleme im Leben eines Zockers gibt, die aber oft nicht wahr genommen werden und dann wie hier geschildert in einer Onlinegamingsucht enden können.

