Antwort: Blutzuckerwerte im Grenzbereich - was nun?
Liebe Mitglieder,
lange bevor diese Langzeitzuckerwerte auffällig werden, kann man eine zunehmende sogenannte Insulinrezeptorresistenz feststellen.
Das geht mit den etwas teureren Werten Leptin und Adiponektin oder etwas preiswerter und vor allem am aktuellen Zuckerwert orientiert, mit dem C-Peptid, einem Baustein des insulins. So weiß ich, wieviel Insulin notwendig war, um diesen, vielleicht sogar normalen Blutzuckerwert, zu erzeugen.
Wenn ich über Jahrzehnte einen erhöhten Insulinwert erzeuge, um normale Zuckerwerte zu erzielen, habe ich auch einen erhöhten Insulin-Growth-Faktor, also insulinabhängigen Wachstumsfaktor, der zur Bildung von Fettzellen, aber auch zum Wachstum von Gefäßverengungen oder Krebs beitragen kann.
Als Nebeneffekt einer solchen insulinrezeptorresistenz sieht man häufig erhöhte Fettwerte, erhöhte yGT-Werte und oft auch Cholesterinerhöhungen.
Im Ultraschall erkennt man dann die Leberverfettung und es kommen die peinlichen Fragen nach dem Alkohol oder auch nach Medikamenten, die so etwas auslösen können. Die Einnahme könnte sogar 100 Tage zurückliegen.
Was kann man tun ?
Es gilt die Insulinrezeptorresistenz zu vermindern und die Belastung des Körpers mit schnellverfügbaren Kohlenhydraten wie Zucker, Fruchtzucker, Stärke etc. zu vermeiden. Dazu gehört es auch, die Entzündungen, sogenannte silent inflammation, zu reduzieren.
Die Entzündungen entstehen durch vorübergehend erhöhte BZ-Werte. So kann der HBA1C-Wert z. B. nur dann ansteigen, wenn der Zucker unlösbar an das Hb, das Hämoglobin andockt.
Dazu muss der Blutzuckerwert aber mindestens sechs Stunden am Stück über 140 mg/dl angestiegen sein.
Wenn das der Fall ist, entstehen auch sogenannte AGE´s, advanced glycolysation endproducts, die wiederum eine den Acrylamiden (erhitzen von Kohlenhydraten über 170 C°) oder den Benzpyrenen (das Fett tropft beim Grillen in die Glut und der Rauch senkt sich auf das Grillgut nieder) vergleichbare radikalbildende Kraft haben und somit
Gefäßschäden (Arteriosklerose, Bluthochdruck),
Zellwandschäden, Nervenschäden, Cholesterinerhöhung) und auch
Zellkernschäden (Zellzerfall oder Mutationen, Entzündungen, Krebs)
auslösen können.
Auch können Nahrungsmittelunverträglichkeiten vom IgG-Typ dazu beitragen.
Gleiches gilt für eine Leaky gut syndrom des Darm (Durchlässigkeit für Sustanzen in einer Molekülgröße, die allergieauslösend sein kann und auch die Blut-Hirn-Schranke angreifen kann).
Das Thema ist also für so eine kurze Antwort zu groß, aber die wesentlichen Gesundheitsansätze, die man selbst in die Hand nehmen kann, sind erwähnt.
Einen ausführlichen Artikel, in dem ich z. B auch über die hier gesundheitsfördernde Wirkung der Galaktose berichte, habe ich unter folgendem Link online gestellt:
http://www.dr-wiechert.com/artikel/datum/2011/07/24/zusammenfassung-des-vortrags-zum-diabetes-mellitus-der-insulinrezeptorresistenz-und-deren-symptome.html
Viel Spaß bei der Lektüre,
Dr. med. Dirk Wiechert, Bremen und Ritterhude