Antwort: ich und ms
Es ist nun 14 Jahre (Okt.1995) her, das ich die Diagnose MS bekam. Eine Welt brach in mir zusammen und unwahrscheinlich viele Fragen quälten mich, OHNE das mir irgend wer klare Antworten geben konnte. Die einzige "Antwort" gab mir damals meine Frau ... sie ließ sich scheiden. Ein halbes Jahr später war ich zur Diagnosebestädigung erneut im KH und wurde gleich auf Beta-Interferon eingestellt. Viele viele Monate gingen ins Land, bis ich mich selbst in den Ar... getreten hab. Stellte mir die Frage, ob ich weiterso dahinvegetieren oder LEBEN will. Heute bin ich froh das ich mich für LEBEN entschieden habe. Monate lang hab ich die verschiedenen MS-Foren(Hamster, Igeli, MS-Gateway, MS-Lebensbaum ...) förmlich gefressen. Die persönliche Einstellung zu meiner MS hatte sich ganz positiv entwickelt, so daß ich mich auch mal traute, Beiträge selbst zu verfassen und zu posten. Im Laufe der Jahre konnten viele MS-Patienten auch von meinen Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ, viel für sich oder ihre Angehörigen mitnehmen. 9 Jahre zählte ich zu den Beta-Junkys;-), bis mir das Betaferon den gewohnten Effekt nichtmehr bieten/geben konnte. Also ging es für mich eine Stufe höher ... MITOXANTRON ... (eine teuflische[!!!] Chemotherapie) die mir wahrlich schon in Lebensdosen vorgezählt war. Alle 3 Monate, eine Dosis und maximal 10 Infusionen sollte ich erhalten. Nach 4x Chemo bekam ich einen sooo dermaßen heftigen Schub (wahnsinnige Doppelbilder, Drehschwindel aber vom Feinsten, Berührungsschmerz auch wenn es nur ein Haar war ...) das ich jede weitere Chemo einfach abgelehnt habe. Sämtliche Ärzte, Chefärzte von einigen KH´s in denen ichhäufig "Gast" war, Neurologen, Neuropsychologen ... alles drehten am Rad und konnten mich nicht verstehen. Doch immerhin bitteschön geht es hier um meinen Körper und da entscheide ICH, mit welchem Zeug´s der "versaut" wird. Meine Gehstrecke wurde so nach und nach auch immer kürzer, aber schon vor dem Mitox, so daß ich heute ab und zu mal auf meinen AOK-Chopper*herzhaftlach* angewiesen bin ... na und??? ... dank dem Rolli bin ich schneller wie jeder Fußgänger :-o) :-o) :-o) Solltet ihr mich jetzt nach meinen anderen Ausfällen fragen wollen, ja ich hab da so einige im "Angebot", doch da müßte ich erstmal gaaanz dolle drüber nachdenken. WIESO fragt ihr? Ist doch ganz einfach, wenn ich über meine Ausfälle nachdenke, mir den Kopf zermartere, spätestens ab diesem Moment trauere ich dem hinterher, was nichtmehr so funktioniert wie vor paar Jahren. Mit sowas fang ich garnicht erst an, dazu ist mir allein schon die Zeit viel zu schade!!! Ich hab Meine Sache ... Na und!!!
HINFALLEN IST KEINE SCHANDE, SOLANGE MAN WIEDER AUFSTEHT!
VG Lutz