Obwohl es schon lange vorbei ist, kommen die Erinnerungen immer wieder hoch. Immer noch werde ich mehrmals im Monat durch meine Alpträume wach. Noch immer habe Angst vor oder bei Auseinandersetzungen.
Aber vielleicht erstmal meine Geschichte. Nachdem meine erste kurze Ehe gescheitert war, wir waren beide viel zu jung und unreif, stand ich mit meinem Baby allein da. Ich nahm einen Ortswechsel vor, wollte völlig neu beginnen. Aber so ganz allein, keine erwachsene Person mit derich reden konnte, begann ich zu vereinsamen. Deshalb hatte H. dann leichtes Spiel, über meinen Sohn gewann er mein Vertrauen, wir verbrachten viel Zeit zusammen. Seine Eifersucht amüsierte mich, zeigte sie mir doch wieviel ich ihm wert war. Nachdem unsere Tochter geboren war, heirateten wir. Mein größter Fehler im Leben. Schon der Hochzeitstag hinterließ eine bleibende Erinnerung. Er viel zu viel getrunken, forderte sein Recht. Meine Weigerung überging er, ich hätte die Pflicht als Ehefrau, und er nahm sich sein Recht. Am nächsten Morgen dann große Entschuldigung, und das Versprechen es passiert nie wieder. Ich dumme Kuh habe ihm geglaubt, anstatt ganz schnell weg zu laufen. In den folgenden 12 Jahren immer wieder Prügel und pysische wie psychische Gewalt. Recht schnell hatte er mich völlig isoliert. Ich war seinen Übergriffen hilflos ausgeliefert. Nach ungefähr sieben Jahren versuchte ich ein Flucht. Doch ich geriet an ein Frauenhaus, welches mir nicht helfen sondern mich noch mehr verletzen wollte. Die verlangten allen Ernstes das ich meine Kinder in Heim gebe damit sie mir helfen können, sie wären nicht auf soviele Kinder eingerichtet. Ich bin dann völlig verzweifelt zurück, das letzte was ich wollte war meine Kinder weg geben. Den Absprung schaffte ich nachdem er mich so schwer verletzt hatte das ich ärztlich Hilfe brauchte. Per einstweiliger Verfügung hatte ich halbwegs Ruhe, denn vor der Polizei hatte er Respekt, seitdem ermal eine Nacht zur Ausnüchterung dort war.
Am schlimmsten ist die mangelnde Akzeptanz von anderen. Immer wieder zu hören stell dich nicht so an. Oder so schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein.
Bemerkungen wie man bist du wieder launisch, lach doch mal, ich weiß gar nicht warum du sagst es geht dir nicht gut tun weh.
Ich möchte so gerne wieder unbefangen auf Menschen zu gehen können, möchte so gern wieder Vertrauen können. Es gibt nur zwei Menschen denen ich blind vertraue, dies sind mein heutiger Mann und eine Freundin. Selbst bei meinen Kindern bin ich misstrauisch. Kontakt zu Eltern oder Familie überhaupt habe ich keinen, sie können mit mir und meinen Problemen nicht umgehen.
In der Reha habe ich zwar gelernt mit Triggern besser um zu gehen, doch sie ziehen mich trotzdem nach wie vor immer wieder runter.
Wie ergeht es Euch? Habt ihr Menschen die hinter Euch stehen, die ich so akzeptieren wie ihr seid?

