Hi,
wie viele Betroffene sicherlich wissen, war die Ursache für Stottern lange Zeit ungeklärt. Der Volksmund behauptete nicht selten, Stottern entstünde aus Angst oder hänge mit anderen psychischen Ursachen zusammen. Das ist definitiv falsch. Psychische Erscheinungen können lediglich die Folge von Stottern sein, jedoch keinesfalls die Ursache, zumindest nicht bei chronischem Stottern.
Nach langen Studien haben amerikanische und britische Forscher mittlerweile ziemlich sicher eine neurologische Fehlfunktion im Sprachzentrum als Ursache ausgemacht. Auf dieser Basis erscheint es lohnenswert, auch über Medikamente nachzudenken, die Abhilfe schaffen könnten.
So forscht der selbst betroffene amerikanische Psychiater Dr. Maguire bereits seit Jahren an einer Pille gegen das Stottern, ihr Name: Pagoclone. Zur Zeit wird das Medikament in Phase IIb getestet (ein Medikament muss die Phase III bestanden haben, um herausgegeben werden zu dürfen). An groß angelegten Studien, verteilt durch viele US-Bundesstaaten, nehmen einige tausend betroffene Probanden aus den USA und Kanada teil. Die Ergebnisse sind dabei verblüffend. So soll sich bei deutlich mehr als der Hälfte bereits jetzt völlige Symptomfreiheit eingestellt haben.
Probanden äußern sich in amerikanischen Stotter-Foren etwa wie folgt:
"I already started Pagaclone(nearly 1 month) and having +ve results. Blocks are rare and gone. Building up self confidence. I am sure that there is definitely good science behind this. God Bless those scientist who discovered it."
http://www.stutteringforum.com/forums/showpost.php?p=35551&postcount=9
Und hier ist die Homepage der Studie, die von verschiedenen Kliniken und Universitäten durchgeführt wird: /online2.americanmediconnect.com/Stuttering_Study/default.aspx">http
/online2.americanmediconnect.com/Stuttering_Study/default.aspx
Wenn alles gut läuft, wird Pagoclone etwa 2011 auf den Markt kommen und kann auch von jedem deutschen Arzt verschrieben werden. Das Medikament ist übrigens nebenwirkungslos. Lediglich in den ersten Tagen wurde von Schwindel, leichter Übelkeit und Müdigkeit berichtet. Dies verfliegt aber, sobald sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.
Abschließend möchte ich bekräftigen, dass dies kein Allheilmittel wird und dass es aller Wahrscheinlichkeit nach eine Minderheit von Stotterern geben wird, die nicht auf dieses Medikament anspringen werden. Man sollte also nicht in Euphorie verfallen, sondern sich realistische Hoffnungen machen. Jedoch ist es ein Meilenstein in der Forschung und womöglich die Hilfe für tausende Leidende.
Gerade für Betroffene, die sich zur Zeit überlegen, eine Stottertherapie in Angriff zu nehmen, die nicht von der Krankenkasse übernommen wird, kann Pagoclone ein guter Grund sein, erst einmal abzuwarten.
Neue Entwicklungen werde ich hier an dieser Stelle dann veröffentlichen.

