Hallo,
vor 2 1/2 Monaten wurde mein Daumen teilamputiert. Dabei wurden etwa 2 cm Gewebe umgeschlagen und an anderer Stelle transplantiert. Nun fühle ich alles - und noch viel mehr. Das Berühren des Stumpfes von oben nehme ich oben UND unten wahr, die Spitze ist überempfindlich, auch sonst sind die Empfindungen viel zu stark, ich spüre den ganzen Daumen, habe oft Juckreiz, insbesondere an nicht mehr vorhandenen Stellen wie etwa dem Fingernagel oder der Fingerkuppe.
So von der Form her hätte ich keine Probleme mit dem Daumen, auch die eingeschränkte Beweglichkeit wäre im Prinzip ausreichend. Nur was nützt mir ein geretteter Daumen, wenn ich den nicht benutzen kann, weil jede Berührung starke Schmerzen verursacht?
Eine medikamentöse Schmerztherapie ist nicht möglich, da ich an einer Anomalie leide und die meisten Narkose-, Betäubungs- und Schmerzmittel bei mir ebenso wie z. B. Schlafmittel u. ä. kaum oder überhaupt nicht wirken. Viele dieser Stoffe wirken bei mir sogar paradox.
Wie schnell lernt das Gehirn, welche Signale wirklich gebraucht werden? Eigentlich ist der Daumen inzwischen ganz gut verheilt, wäre er nicht so extrem berührungsempfindlich, wäre es nur ein minimales ästhetisches Problem, so habe ich momentan nur 9 brauchbare und einen "Not"-Finger!
Ich habe übrigens von Anfang an - teilweise mit heftigen Schmerzen - den Daumen möglichst normal benutzt, um die Desensibilisierung zu fördern. Dennoch ist seit mehr als sechs Wochen keinerlei Veränderung feststellbar.
Was erwartet mich?
Gruß vom neuen mit ohne Daumen

