Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

Thema: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

  • Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Wegen meiner rheumatischen Erkrankung (Polymyalgia rheumatica) muss ich langfristig Cortison einnehmen. Die Nebenwirkungen von Cortison bei Langzeitanwendung in höherer Dosierung - das sog. Cushing-Syndrom - sind ja berüchtigt.

    Symptomatik des Cushing-Syndroms:

    - Vollmondgesicht (rundliche Schwellung des Gesichts durch eine Störung des Fettstoffwechsels)

    - Stammfettsucht (Tendenz zur Fetteinlagerung am Stamm [Bauch])

    - Stiernacken

    - Diabetes (Zuckerkrankheit)

    - Bluthochdruck

    - Osteoporose (Knochenschwund)

    - Hypogonadismus (Unterfunktion der Keimdrüsen)

    - Hautatrophien, Striae (Dehnungsstreifen)

    - Muskelschwäche und Muskelatrophie

    - Hirsutismus (männlicher Körperhaarwuchs bei Frauen)

    Die Cushing-Schwellendosis (beschreibt die tägliche Erhaltungsdosis, die gerade noch kein Cushing-Syndrom auslösen soll) liegt bei ca. 7,5 mg Prednison.



    Ich musste mit einer täglichen Einnahme von 30 mg beginnen, die ich langsam über Monate hinweg herunterdosieren darf. Schon nach wenigen Wochen zeigten sich leider fast über Nacht einige zum Cushing-Syndrom gehörige Nebenwirkungen des Cortisons bei mir: Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Stiernacken, Muskelschwäche ... und sehr starke Wassereinlagerung im gesamten Körper, die auch mit Wassertabletten nicht in den Griff zu bekommen ist. Mittlerweile bin ich bei 12 mg/Tag und es ist noch keine positive Änderung in Sicht.

    Mich interessieren Eure Erfahrungen mit den Nebenwirkungen des Cortisons.

    - Welche habt ihr an euch erlebt?

    - Bei welcher Dosierung?

    - Wann (bei welcher Dosis) bildeten sich die Erscheinungen wieder zurück?

    - Wie lange dauerte es, bis alles wieder "normal" war? usw.



    Bitte schreibt! Mich machen die körperlichen Veränderungen ganz depressiv! Ich fühle mich aufgequollen und hässlich ...

  • Hallo Tiangara

    Hallo Tiangara,

    ich kann Dir zwar nicht aus einer persönlichen Erfahrung heraus sagen wann die Symptome zurückgehen, aber ich habe mir eben ein paar andere Erfahrungsberichte durchgelesen.

    Es wäre durchaus denkbar, dass sich die Symptome bei einer Umstellung auf ein anderes Präparat verbessern...vielleicht solltest Du diebezüglich einfach Mal Deinen Arzt direkt drauf ansprechen, denn es gibt die verschiedensten Erfahrungen zu den verschiedenen Medikamenten.

    Das mit den Depressionen durch die Nebenwirkungen, eben dass Du Dich unwohl fühlst, kann durchaus auch die Einahme dieser Medikamenten verstärkt werden...vielleicht würde auch hier ein anderes Präparat helfen.

    Verrätst Du mir, wie es Dir jetzt gerade, also 4 Monate nach Deinem Eintrag, geht?...ich würde Dir viel lieber sagen können, wann und wie eine Besserung der Symptome auftritt, aber das ist mir leider nicht möglich...also bleibt mir nur übrig, Dich am Durchhalten zu bekräftigen...gib nicht auf, okey?!

    Liebe Grüsse,

    Frank

  • Antwort: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Lieber Frank,

    herzlichen Dank für deine Antwort. Ja, wie geht es mir mittlerweile?

    Das Cushing-Syndrom hatte voll zugeschlagen. Ich hatte fast alles davon - am schlimmsten waren die Wassereinlagerungen, die im Juli im gesamten Körper so stark waren, dass der Atem im Liegen röchelte und ich mit den Füßen in keinen Schuh mehr reinkam und nur noch mit Flip-Flops rumlaufen konnte. Ich war damals immer noch auf 12,5 mg Cortison und mein Hausarzt meinte, ich solle sofort auf 5 mg reduzieren.

    Das habe ich mich so ohne weiteres aber nicht getraut, denn dann hätte unter aller Garantie die Polymyalgie voll zugeschlagen und die Schmerzen dabei sind echt heftig, man kann sich kaum noch bewegen ...

    Ich hielt Rücksprache mit meinem Rheumatologen, der mir dann, wie du auch erwähnst, ein anderes Medikament empfohlen hat. Dies ist Methotrexat, ein Langzeit-Antirheumatikum. Das Blöde dabei ist, dass es seine Wirkung nur langsam entfaltet. Erste Besserungen spürt man nach 4 - 8 Wochen, ob es wirklich hilft, weiß man erst nach 3 - 4 Monaten. Das Cortison sofort auf 5 mg zu reduzieren, hielt er auch für äußerst bedenklich.

    Also reduzierte ich erstmal auf 10 mg und begann mit den Methotrexat-Spritzen. Die Polymyalgie-Schmerzen nahmen dabei langsam, aber sicher wieder zu. Mittlerweile sind 6 Wochen vergangen und manchmal meine ich, eine mininale Besserung vielleicht zu verspüren. Aber am nächsten Tag ist es dann wieder schlimmer ... Auch die entsprechenden Blutwerte, die ich alle 1 - 2 Wochen kontrollieren lasse, schwanken entsprechend.

    Die Nebenwirkungen des Cortisons sind bei 10 mg langsam ein wenig zurückgegangen. Ich habe 7 Kilo Wasser verloren (es ist aber immer noch genug da).

    Nächste Woche habe ich wieder einen Termin beim Rheumatolgen und hoffe, bis dahin eine etwas eindeutigere Besserung berichten zu können. Wenn das MTX (Methotrexat) hilft, kann ich das Cortison weiter runterdosieren, wenn nicht, muss das MTX noch mit einem 3. Medikamt kombiniert werden, das auch wieder lange dauert, bis es anfängt zu wirken. Ziel beim Cortison sind 5 mg - ganz absetzen kann ich es nicht, da es bei der Polymyalgie nicht ohne geht ...

    Im Moment ist also Warten und Geduld angesagt, was mir beileibe nicht immer leicht fällt!

    Liebe Grüße,

    Tiangara

  • Hallo Tiangara...

    ...erst einmal danke für Deine Nachricht, ich habe mich sehr gefreut, dass Du mir geantwortet hastGut

    Ich hoffe sehr, dass Du diese Woche Deinem Arzt tatsächlich eine Verbesserung mitteilen kannst...dass Dir so langsam die Geduld ausgeht kann ich gut verstehen, denn die Schmerzen und die Nebenwirkungen die ganze Zeit aushalten zu müssen macht das Ganze bestimmt nicht gerade leichter...daher wünsche ich Dir nicht nur eine merkliche Besserung sondern vor allem und auch eine grosse Portion Geduld, damit es für Dich erträglicher wird.

    Ganz liebe Grüsse,

    Frank

  • Antwort: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Hallo Frank,

    danke für deine lieben Wünsche. Ich war heute beim Rheumatologen. Leider wirken die Spritzen bisher (nach 6,5 Wochen) erst minimal. Wegen der Nebenwirkungen des Cortisons soll ich dieses jetzt trotzdem weiter reduzieren - morgen auf 9 mg, in 1 Woche auf 8 mg und dann weiter in Einser-Schritten alle 2 Wochen.

    Dies in der Hoffnung, dass die Spritzen jetzt bald wirken und die Blutwerte und mein Befinden dabei halbwegs akzeptabel bleiben. Ansonsten ist wieder Reduzierungsstopp sowie ggf. noch ein weiteres Medikament einzunehmen.

    Liebe Grüße,

    Tiangara

  • Cortisonnebenwirkungen bei Polymyalgie rheumatica

    Hallo Tiangara,

    bin neu hier und habe Deine Erfahrungen mit der Cortisonbehandlung für PMR interessiert gelesen. Mache zur Zeit gleiches durch.

    Bin seit 1.1.2010 von 100mg auf jetzt 15 mg Prädnisolon runter, muss aber schon wieder seit gestern auf 20 mg hoch weil die Symptome durchkommen. Hatte dazwischen schon 2 x Rückfälle und musste immer wieder erhöhen.

    Leider ist die PMR immer noch sehr selten, so dass man kaum Gleichgesinnte für Erfahrungsaustausch bekommt. Mich würde es brennend interessieren wie Du heute nach weiteren 8 Monaten Deine Therapien verlaufen sind.

    Mit MTX will mein behandelnder Arzt überhaupt nicht ran. Das Cushingsyndrom hat auch mich voll getroffen. Bisher in den 6 Monaten 10 kg zugenommen, wobei das Mondgesicht noch das geringste ist.

    Mich stört vor allem auch die innere Gewichtszunahme die wie Du schreibst beim Abknicken des Kopfes zu diesem Röcheln führt. Ich habe noch nie in meinem Leben geschnarcht, jetzt seit 3 Monaten bin ich dabei nachts den Schwarzwald abzuholzen.

    Wie ist es mit geschwollenen steifen Händen morgens?

    Bitte melde Dich mal für einen Erfahrungsaustausch

    Viele Grüße

    fritzhorst







    L

  • Antwort: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Hallo fritzhorst,

    danke für deine Antwort. Eigentlich schreibe ich überhaupt nicht mehr in Imedo - ich hab einfach keine Zeit mehr ... aber die für mich wirklich wichtigen Foren werden von mir trotzdem von Zeit zu Zeit gecheckt und so habe ich sogleich deine Antwort gefunden. Gut

    Stimmt - die PMR ist so selten, dass man leider kaum auf Leidensgenossen trifft! Ja, wie sieht es zur Zeit bei mir aus? Die MTX-Spritzen haben ein bissel geholfen, aber nicht durchschlagend - die Dosierung war mit anfangs 15 mg (1 Spritze/Woche) zu niedrig. Also wurde schrittweise auf 20 mg erhöht, was auch eine Besserung bewirkte. Die ersten paar Wochen hatte ich dabei an den ersten beiden Tagen nach dem Spritzen mäßige Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen und starke Müdigkeit. Diese haben sich aber mit der Zeit gegeben und heute vertrage ich das Mittel sehr gut. Die Wirkung baut sich nur sehr langsam auf, weshalb sich alles über viele Wochen und Monate hinzog. Ich konnte dann aber doch schrittweise das Cortison reduzieren und bin nun seit 4 Wochen endlich bei den 5 mg/Tag angelangt. In der Zwischenzeit habe ich auch 20 kg an Gewicht abgenommen (Wasser und Fett - alles während der Cortisoneinnahme zugelegt) und fühle mich jetzt wieder ganz passabel. Allerdings gibt es einfach zwischendurch immer wieder Phasen, während denen die PMR wieder etwas durchdrückt, also so ganz zufrieden bin ich noch nicht. Aber im Vergleich zum Beginn der Krankheit geht es jetzt doch recht gut ...

    Allerdings hat das MTX bei vielen Patienten - leider auch bei mir - die Nebenwirkung Haarausfall. Meine Haare sind schon um einiges lichter und ich kann nur hoffen, dass es irgendwann bald stoppt!!

    Was bei mir außerdem erschwerend hinzukommt, ist, dass ich seit knapp 1 Jahr auch noch eine Schleimbeutelentzündung in der rechten Hüfte bekommen habe, der einfach nicht beizukommen ist. Laut meinem Rheumatologen kommt das recht häufig in Gemeinschaft mit der PMR vor. Seit einigen Wochen kam auch noch die linke Hüfte dazu, was mich bewog, mir vom Orthopäden alle paar Wochen doch wieder Cortison spritzen zu lassen. Es wird direkt ins Gelenk gespritzt und wirkt fast ausschließlich örtlich - wirkt sich also auf den restlichen Körper nicht aus. Es ist jetzt ein wenig besser, aber mit dem Gehen habe ich trotzdem noch ziemliche Probleme ...

    Meine Hände waren eigentlich immer in Ordnung. Gewöhnlich spürt man die PMR im Schultergürtel und den Oberarmen sowie im Gesäß und den Oberschenkeln. Wo sind denn deine Schmerzen?

    Nächsten Montag bin ich wieder beim Rheumatologen und bin gespannt, was er so sagen wird ...

    Was hat dein Arzt gegen MTX? Patienten, die es vertragen, können es ohne Schaden jahrelang einnehmen ... Ich hoffe, du hast einen guten Rheumatologen! Denn bei den starken Cortison-Nebenwirkungen sollte man es wirklich so schnell wie möglich reduzieren ... Ich wünsche dir alles Gute! Und lass wieder von dir hören!

    Tiangara

  • Antwort: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Hallo Tiangara,

    vielen Dank für Deine prompte Antwort!

    Das tut wirklich gut sich mit Leidensgenossen austauschen zu können und vor allem Erfahrungsberichte über die wirklich auseinandergehenden Therapieansätze zu hören.

    Meine PMR wird jetzt seit genau 6 Monaten mit Cortison therapiert und bin von 100 mg jetzt auf 15 mg runter mußte letzte Woche aber wieder auf 20 mg rauf weil die typischen Symptome (Morgensteifigkeit mit Schmerzen Unterseite Oberschenkel, Hüft- und Schulterschmerzen, Reduzierung der Beugungswinkel von Knie, Hüfte u. Schultergelenke) durchkamen.

    Offensichtlich war die Reduzierung bei der Tagesdosierung 50 bis 20 mg mit jeweils 5 mg alle 14 Tage und zuletzt ab 20 mg Tagesdosierung mit 2,5 mg alle 14 Tage doch zu schnell gewesen.

    Mein Rheumatologe ( es gibt nur einen in der Gegend und die nächsten haben 3 Monate Termine für Neupatienten und wie kannst Du erkennen ob Du einen guten erwischt hast!?) will vorerst mit MTX noch nicht ran! (Meint erst nach 1 Jahr etc.) Ich soll jetzt die 20 mg teilen also Morgens 15 und abends 5 mg und dann nach 2 Wochen die Entzündungsparameter (CRP und Blutsenkung) kontrollieren.

    Vorsorglich nehme ich seit Anfang des Jahres täglich 1000 IE Vitamin D3 (Osteovit bei Schlecker) sowie CalciumD3 von Stada und Tomcardin complex (Kalium, Magnesium) um Ostereoporose sowie Gelenkkopferweichungen durch Cortison zu vermeiden. Obwohl mein Arzt dies verharmlost und Gegensteuerungen erst nach 1 Jahr Cortisongebrauch wir notwendig sieht

    So auch die möglichen Nebenwirkungen des Cortisons auf Augeninndruck und seine Folgen (grüner Star) Zufällig einer Augenarztkonsultation vor 4 Wochen wurde festgestellt, das der Augeninndruck von normal 16 auf 38 angestiegen war und ich die ersten Einblutungen in der Netzhaut hatte mit grauem Seeschleier. Mit Betablockertropfen 2x tägl ins Auge ist der Augeninndruck wieder auf 16 zurück und die Sehstörungen bilden sich wieder zurück.

    Andere Nebenwirkungen des Cortisons Richtung Diabetes kontrollier ich selber (Teststreifen) und strenger Diät hinsichtlich Zucker und weißes Mehl.

    Ebenso lasse ich die Blutfettwerte jetzt bei den Entzündungswerten mitmessen, weil die unter Cortison ebenfalls leicht angestiegen sind. 'Auch hier versuche ich durch vermeidung von viel rotem Fleisch und tierischen Fetten den Wert niedrig zu halten.

    Toll finde ich Deine Gewichtsreduzierung!! - Da gehört sicher auch viel Disziplin dazu, Respekt. Da kämpfe ich noch mit mir, manchmal gelingt es mir einige Tage, dann wieder unterliege ich einer Fressattacke.

    Was ich nicht Einschätzen kann ist der Einfluss von sportlichen Aktivitäten auf den Cortisonlevel. Ich habe den Eindruck wenn ich mal intensiver Nordic walking, schneller Spaziergang oder Radltour über Berge mache, dass das Cortison schneller verbraucht wird und ich wieder in einen Rückfall komme.

    Würde mich interessieren was Du als Ursache für Deine Rückfälle vermutest.

    Wünsche Dir weiterhin alles Gute, habe mich sehr gefreut über Deine Antwort. Wenn Du noch ein anderes Forum kennst wo sich PMR-Patienten austauschen, bitte ich dies mir mitzuteilen!

    Viele liebe Grüße

    fritzhorst













  • Antwort: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Hallo fritzhorst,

    leider kenne ich auch kein anderes Forum, in dem PMR-Patienten schreiben. Ich fand zwar an diversen Stellen ein paar ältere Beiträge, aber anscheinend gucken die damaligen Schreiber jetzt nicht mehr dort rein.

    Dein Bericht war für mich sehr interessant, weil ich doch so einige Parallelen bei uns erkennen konnte. Aber zunächst mal: Nordic Walking, Radtour (und gar über Berge!) oder so was liegt bei mir ja überhaupt gaaar nicht drin! Ich bin schon gottfroh, wenn ich es schaffe, in gemächlichem Tempo 1/2 Stunde spazieren zu gehen. Ich habe einfach viel zu starke Schmerzen in der Hüfte und an manchen Tagen sind meine Oberschenkel wie Blei und ich kriege kaum die Füße vom Boden ...

    Wahrscheinlich musstest du mit 100 mg Cortison starten, weil deine Schläfenarterie betroffen war? Ich begann mit 25 mg, was sich als zu niedrig herausstellte, und ging dann auf 30 mg. Alle 14 Tage die Entzündungswerte im Blut kontrollieren, und nur wenn sie fast im Normbereich lagen UND ich kaum Beschwerden hatte, reduzierte ich das Cortison. Im Bereich zwischen 20 und 30 mg in - wie du auch schreibst - 5-er Schritten, im Bereich zwischen 10 und 20 mg in 2,5-er Schritten und unter 10 mg in 1-er Schritten. Bei mir klappte das Reduzieren ganz gut, bis ich bei 12,5 mg/Tag angelangt war. Ab da hatte ich Probleme. Mein Arzt meinte, manche schaffen es auch gar nicht weiter runter, als bis 8 - 10 mg/Tag. Ich vermute, das liegt daran, dass eben die Nebennierenrinde teilweise die körpereigene Produktion des Cortisols einstellt.

    Deine Beobachtung, dass das Cortison bei größerer körperlicher Anstrengung sich schneller "verbraucht", kann ich bestätigen. Habe schon von einer anderen Patientin gehört, dass sie bei größerer Anstrengung das Cortison vorübergehend erhöhen soll. MEIN Arzt hat das allerdings nicht empfohlen. Aber jetzt, wo ich quasi mit Cortison für meine Verhältnisse leicht "unterversorgt" bin, fällt es mir auch extrem auf: Bewege ich mich an einem Tag sehr viel, dann geht's mir am nächsten prompt um einiges schlechter!

    Calcium und Vitamin D3 habe ich auch von Beginn an verschrieben bekommen, allerdings muss ich gestehen, dass ich da ein wenig nachlässig bin und es nur hin und wieder einnehme. Mein Orthopäde hat allerdings gesagt, dass ich glücklicherweise enorm stabile Knochen habe und wahrscheinlich jahrelang hochdosiertes Cortison einnehmen könnte, ohne dass es meinen Knochen etwas anhaben würde (wenigstens ETWAS Gutes bei der ganzen Geschichte).

    Beim Augenarzt bin ich auch gewesen und der Augeninnendruck war gerade noch normal, also mit 17/18 im Grenzbereich. Kontrolle nach 6 Monaten: unverändert - deshalb nächste Kontrolle erst in 1 Jahr.

    Bezüglich dem MTX: Natürlich versucht man zunächst, die PMR mit Cortison unter Kontrolle zu bringen. Es ist einfach das Mittel der Wahl, es wirkt am allerbesten. Erst nachdem ich gar nicht mehr weiter reduzieren konnte und außerdem die enormen Nebenwirkungen durch das Cortison hatte, stieg mein Arzt mit MTX ein - das war ca. ein dreiviertel Jahr nach Therapiebeginn mit Cortison.

    Das Cortison zu teilen, ist übrigens eine ganz gute Idee. Bei mir war das auch der Fall: Als ich die ersten Probleme beim Reduzieren bekam, sagte mein Arzt, ich solle die Dosis aufteilen - ca. 2/3 morgens und 1/3 abends einnehmen. Das hat sich bei mir als recht hilfreich erwiesen.

    Die Blutfettwerte sind bei mir auch zu hoch, haben sich aber durch die Gewichtsreduzierung etwas gebessert. Rotes Fleisch esse ich sowieso kaum.

    Darf ich dich mal fragen, wie alt du bist (wundere mich ein wenig über deine sportlichen Aktivitäten). Ich bin 55 und eigentlich noch sehr jung für eine PMR, die gewöhnlich eher erst ab Mitte 60 und später beginnt ...

    Am vergangenen Montag war ich ja wieder mal beim Rheumatologen. Er hat sich alles angehört und das Ende vom Lied war, dass ich im Moment genau so weiter machen soll/muss wie gehabt. Das Cortison erhöhen geht nicht - und mit dem MTX bin ich auch schon am "Anschlag". Also gibt es nur noch die Hoffnung, dass die PMR sich im Laufe der weiteren Therapie von selbst "beruhigen" wird ... Leider geht es wohl einfach nicht, mich durch Medikamente schmerzfrei zu bekommen ...

    Ich danke dir für deine lieben Wünsche und wünsche dir ebenfalls recht gute und baldige Besserung.

    Liebe Grüße,

    Tiangara

  • Antwort: Cortison Nebenwirkungen - Eure Erfahrungen?

    Hallo Tiangara,

    ich danke Dir für Deine ausführlichen Informationen. Es tut wirklich gut sich mit einem aktiven Leidensgefährten auszutauschen. Denn wie Du sagst, sind alle übrigen Kommentare älter und nicht mehr aktiv.

    Es überrascht die Übereinstimmung unserer beider Erfahrungen bezüglich der gleichen Symptome. Ich bin jetzt, nach 7 Tagen mit der Teilung 15mg am Morgen und 5 mg am Abend super zufrieden. All meine typischen PMR Beschwerden (Muskel- und Beugunsbeschwerden sind wieder weg) aber auch die morgendlichen dicken, steifen Hände und über den Tag Krämpfe in den HÄnden, und Füßen wenn ich im Garten mit Schaufel etc. aktiv war, sind kaum wahrnehmbar. Und ich hatte es schon wie von Fa. Merck (Cortisonhersteller) vermerkt wird, auf Entzugserscheinungen durch das reduzierte Cortison, geschrieben. Die sollen leider ähnliche Symptome wie die PMR machen!!!! - Verrückt gell!

    Mich überrascht, dass Du so geschwächt bist, warst Du vor der PMR fitter? Du bist im Vergleich zu mir ein junges M ädchen!

    Ich habe vor 1/2 Jahr die PMR mit 69 Jahren bekommen, das ist genau der Altersdurchschnitt wo man sich sowas einfängt. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie bei 'Dir, - leider!!

    Also bei mir hat sich die PMR auf meine Kondition kaum ausgewirkt, dh. ich habe bis vor wenigen Jahren aktiv Tennis gespielt und ständig für Kraft- und Fittness gesorgt.

    War jetzt im Frühjahr 2x 1 Woche beim Alpin Skifahren und alles geht eigentlich so wie früher. Bin vor 14 Tagen von einer Motorradtour in Sardinien zurückgekommen und habe alles gut überstanden, aber danach kam mit 15 mg Corti der Einbruch und deshalb die erwähnte Erhöhung.

    Ich mach allerdings all meine Trainingseinheiten so wie früher weiter, auch wenn es schwerer fällt als früher! Gemäß dem Wahlspruch: Use it or loose it! - Wer rastet der rostet, denn in meinem Alter oder bei zu viel Untätigkeit, kann man verlorene Muskelmasse nicht mehr so schnell aufbauen.

    Eigentlich merke ich das Nachlassen der Kraft unter PMR nur beim Kauen!! - Also ein zähes Schnitzel oder Steak da lassen gegenüber früher bald die Kaukräfte nach und ich muss ständig eine Pause beim Essen einlegen, deshalb bestelle ich sowas garnicht oder koche sowas garnicht.

    Ja unsere PMR kann uns noch Jahre beschäftigen oder wie man manchmal liest für immer. Aber ich denke man muß sich sagen, es hätte schlimmer kommen können. Es gibt andere Autoimmunkrankheiten, da gibts noch nichts richtiges dagegen. Dafür ist unserer Cortison noch ein Segen.

    Leider hat nach meinen Recherchen die Medizin zum heutigen Zeitpunkt nur Cortison und die Antisupressiva wie das MTX etc anzubieten. Ich habe im Internet einige KOntakte von Naturheilärzten gefunden, die versuchen zusätzlich das Autoimmunsystem durch bestimmte Nahrungsauswahl oder -ergänzungsprodukte zu stimmulieren. Auch habe ich Unterlagen gefunden, wie sich der bevorzugte Personenkreis für PMR zusammensetzt und welche psychischen oder physischen Voraussetzungen überwiegend bei diesem Personenkreis gefunden wurden.

    Vielleicht ist das für uns auch ein Ansatzpunkt dieses typische Verhalten zu meiden, um unseren alten Regelkreis für die Nebennierenrinde zur Produktion des körpereigenen Cortisons wieder anzuwerfen.

    Wenn es Dich interessiert kann ich Dir die Unterlagen per email zusenden. Dann sende mir Deine Email an meine: graf.schreiber@t-online.de .

    Ich danke Dir nochmal für Deine ausführlichen Informationen und es würde mich freuen mich weiter diesbezüglich austauschen zu können, wünsche Dir vorerst weiterhin alles Gute !

    fritzhorst







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