Thema: Schwanger und Angst

  • Schwanger und Angst

    Hallo,

    ich bin auf dieser Seite gelandet, weil ich dachte Gleichgesinnte zu finden. Leider scheint mein Problem so schwerwigend und abartig zu sein, dass ich bisher keinen Erfolg hatte. Doch vielleicht erzähle ich erst einmal worum es eigentlich geht;



    Ich bin seit ca. 4 Wochen schwanger, was uns (meinen Mann und mich) sehr freut. Leider war ich alles andere als gesundheitsbewusst in den letzten Monaten und Wochen, was mich extrem stark belastet. Durch das Ende meines Referendariats (Lehrer BBS) hatte ich viel Stress und es ging mir alles andere als gut. Geprägt waren die letzten beiden Jahre durch Fehlernährung und zuviel Alkohol (an den Wochenenden, was schlimm genug ist). An Schwangerwerden dachte ich null - wobei ich sagen muss; ich bin mit meinen jetzigen Mann bereits seit 17 Jahren zusammen und wir hatten bisher immerwieder erfolglos probiert ein Baby zu bekommen. Vor 14 Tagen habe ich nun meine letzten Prüfungen bestanden, was ich natürlich entsprechend begossen habe - an beiden Tagen! Dumm, nicht!?! Zusätzlich habe ich auch noch je eine ASS genommen, man willja am nächsten Tag fit sein und sich nichts nachsagen lassen. Da war ich bereits schwanger und die Eizelle war schon an (meine) die Blutzufuhr angeschlossen. Ich könnte mir die Situation jetzt schönreden und sagen; es waren ja nur ein paar Gläser Wein bzw. Sekt und ein, zwei Bier, doch jeder hier weiß, dass es keinen Unterschied macht. Die Dosis macht das Gift und dem Promillespiegel ist wohl egal ob er von einem Schnaps oder mehreren Bier verursacht wird. Seitdem ich den positiven Schwangerschaftstest habe, hat sich die Situation natürlich geändert. Kein Alkohl mehr - wäre ja auch noch schöner. Doch die Angst bleibt. Mit meiner Frauenärztin habe ich geredet, zum Glück hat sie Verständnis (sie denkt auch, dass erst durch das Bestehen der Prüfung und mit dem damit abfallenden Stress, eine Schwangerschaft erst möglich wurde, da sie ja auch von den vorherigen Problemen von meinem Mann und mir wusste). Trotzdem mache ich mir Vorwürfe und mir bleibt nur abzuwarten. Noch liegen zwei Monate vor mir, die bereits über das ja oder nein der Schwangerschaft entscheiden werden. Danach kann man sagen, ob und was eventuell schief läuft bei der Entwicklung des Kindes. Hier hoffte ich eventuell Frauen zu finden, die eine ähnliche Dummheit begangen haben. Eventuell gibt es auch einen Experten oder einen Arzt, der Erfahrungen in solch einen Fall machen konnte. Eine Garantie, dass das Baby gesund sein wird, gibt es nicht und bin für das Geschehene nun mal selber verantwortlich, doch zu wissen, dass ich nicht ganz allein bin, würde mir schon helfen und mir meine Angst etwas nehmen.

    Viele Grüße C.



  • Schwanger und Angst

    Hallo Castro1,

    bei mir war es ähnlich. Ich hatte auch getrunken und wusste nicht das ich Schwanger war. Ich hatte einen SSTest gemacht und der war positiv. Ala ich dann zum FA gegangen bin. Konnte er das noch nicht sehen also wurde mir dann Blut abgenommen. Eine Woche später habe ich dann einen Anruf bekommen das ich in der 5 Woche Schwanger sei. Da hatte ich mir dann auch Vorwürfe gemacht. Hane aber dann meine Frauenärztin gefragt ob das jetzt Probleme geben könnte bei der Entwicklung des Babys. Aber sie meinte das dass nicht schlimm sei am Anfang also in den ersten ca.3-5 Wochen da das Embrjo noch am Anfang ist. Wenn man am Anfang der Schwangerschaft ganz ganz viel getrunken hat hört die Eizelle wohl auf dem Embrjo die Stoffe und Blut zu geben die es zum heranwachsen braucht. Die Behinderungen kommen wohl etwas später meinte meine FA.

    Deine Jamy

  • Antwort: Schwanger und Angst

    ja da hattes du wohl glück!
    Woher hättest du es auch wissen sollen dass du schwanger bist, ansonsten hättest du wohl kaum getrunken, oder?

    Ganz früher war noch nicht mal klar dass Rauchen in der schangerschaft gefährlich ist, und es gab einige Damen die rauchten... schrecklich wenn man sich das heute vorstellt

  • Antwort: Schwanger und Angst

    Hallo Castro1!

    Soweit ich weiß, kommen die Behinderungen auch erst später und vor allem durch einen regelmäßigen Genuss, oder?

    Lass Dich nicht entmutigen - ich denke, es geht einigen so, wie Dir, aber wenn Du sonst körperlich gesund bist, dann gib nicht auf!

    Dreht sich deine Angst auch um eine evtl. Abtreibung bei einer früh feststellbaren Behinderung?

  • Antwort: Schwanger und Angst

    Hallo Jamy,

    vielen Dank für Deine Nachricht! Deine Erfahrung hilft mir wirklich sehr mit der Ungewissheit klar zu kommen. Es ist schön zu wissen, dass man mit seinen Ängsten und Sorgen nicht allein ist. Am Mittwoch habe ich meinen nächsten Arzttermin - für mich scheint bisher zum Glück alles normal. Ich hoffe mein Gefühl bestätigt sich am Mittwoch. Bisher traue ich mich noch nicht recht, mich zu zu freuen. Doch ich denke und wünsche mir, dass sich dass ändern wird. Du hast mir Mut gemacht! Danke dafür!

    Alles Gute für Dich und Deine Familie!!!

    Vielleicht bis bald

    Castro 1



  • Antwort: Schwanger und Angst

    Danke für Deine Nachricht! Deine Meinung deckt sich mit dem, was ich mir auch sage. Wissenschaftliche Erkenntnisse scheinen einen nicht immer weiter zu helfen. Früher hätte man sich keine Gedanken gemacht. Jetzt sitze ich aber hier und weiß leider zuviel. Hochtrabend gesprochen ist das Fazit wohl, dass einen das Leben keine Eigenverantwortung abnimmt. Schon bevor ich von der Schwangerschaft wusste, hatte ich keinen Appetit mehr auf Bier (was wirklich seltsam war, da ich sehr gern Bier trank), auch so ein Punkt, weshalb ich vorsorglich den Schwangerschaftstest gemacht habe. Man sollte auf seine Gefühle hören und nicht tun, was man immer tut oder etwas tun, von dem man glaubt, dass die anderen in bestimmten Situationen von einem erwarten. Von dem her ist meine jetzige Situation - egal was nun noch passieren wird - wohl auch eine Chance für mich nachzudenken. Es ist schon eigenartig, wie gut unser Körper und unser Gehirn funktioniert und unsere Gedanken unbewusst gesteuert werden. Schlimm, wenn man sich - aus den Glauben heraus, etwas tun zu wollen - gegen diese Gefühle entscheidet.

    Danke für Deinen Zuspruch! Alles Gute für Dich!

  • Antwort: Schwanger und Angst

    Hallo,

    danke für Deinen Zuspruch! Ich weiß nicht, ob es die Angst vor einer eventuellen Abtreibung ist. Ich denke aber eher nicht, da mein Mann und ich uns darüber bereits aus anderen Gründen auseinander setzen mussten (er hat eine schwere genetisch bedingte Organerkrankung bei der keine Transplantation möglich ist, diese wird an die Kinder weitergegeben. Allerdings variiert die Ausprägung der Erkrankung. Betroffene können 100 Jahre alt werden oder im Extremfall, sterben die Kinder bereits im Mutterleib an Nierenversagen.) Aus diesem Grund haben wir uns damit (als wir vor einigen Jahren bereits geplant ein Baby haben wollten) auseinander gesetzt. Der Unterschied für mich ist aber folgender; Für die Erkrankung könnte ich nichts, das Schicksal entscheidet hier, wie stark und ob das Kind behindert sein wird (ich muss auch ehrlich sagen, dass ich in diesem Fall ein nicht allein lebensfähiges Kind wahrscheinlich abtreiben würde - ich weiß, dass klingt hart). In meiner derzeitigen Situation bin ich aber allein verantwortlich, wenn eine Behinderung auftritt. Ich habe dem Kind eine zusätzliche Belastung aufgebürdet; Erbkrankheit + Leichtsinn. Diese Dummheit macht mich wütend auf mich selbst. Ich will doch Kinder haben. Da habe ich die Chance und mache so einen Mist! Am Mittwoch gehe ich mit meinem Mann zum Arzt. Bisher scheint alles OK zu sein. Ich habe bisher immer sehr viel Glück im Leben gehabt. Eigentlich bin ich ein wahrer Glückspilz. Doch die Erfahrung zeigt mir auch, dass sowas nicht ewig anhält. Nun habe ich Angst, dass meine Glücksstähne gerade jetzt reißt, da ich so leichtsinnig und unüberlegt war. Ich möchte mich mit den ganzen Selbstzweifeln wahrscheinlich selbst bestrafen. Doch vielleicht wird auch alles gut. Die Unterstützung von Dir und den anderen Schreiber(innen) hilft mir dabei einen klareren Kopf zu bekommen. Dafür vielen Dank!

    Vielleicht bis bald und danke fürs Zuhören bzw. Lesen ;-)

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