Antwort: Überlastung
Ja, mir gehts auch so. Ich schaffe manchmal gerade so die Arbeit, Kind und Haushalt, wenn dann noch was dazu kommt, bleibt etwas von der Arbeit oder meistens vom Haushalt auf der Strecke. Kind hat vor allem Priorität, darüber kann meinetwegen die ganze Welt Kopf stehen.
Wo ich selbst bleibe... weiß ich allerdings nicht. Mich stört mein Chaos eigentlich nicht. Auch wenn alles oft vollkommen aussichtslos aussieht, kriege ich es am Ende doch immer irgendwie gerade so hin, darauf kann ich mich verlassen. Ich versuche, mit meinen Kräften zu haushalten, so gut es geht.
Dumm sind nur die Vorträge meiner "allwissenden" Mutter, die damals (angeblich) alles unter einen Hut bekommen hat und nicht verstehen kann, warum ich so "aus der Art schlage". Da kann man wohl so alt werden wie man will, viele Mütter neigen auch noch dazu, selbst ihren 40jährigen Töchtern erklären zu wollen, dass sie ihr Leben nicht im Griff hätten - mal ganz freundlich ausgedrückt.
Deshalb fühle ich mich oft insuffizient, obwohl ich ohne solcherlei Vorwürfe ganz gut ins Gleichgewicht käme mit all meinen Unzulänglichkeiten. Ein Mutterwort hat vermutlich doppelt und dreifaches Gewicht im Unterbewusstsein, da kann man seine Situation noch so differenziert zu betrachten versuchen, - die Vorwürfe sitzen - wie winzige giftige Pfeile und nagen an der mühsam genug errungenen Selbstachtung. Was will und kann man da tun? Immer wieder neu justieren, relativieren, trotzdem an sich glauben und hoffen, dass es reicht...
Naja, dann kommt noch der Druck auf der Arbeit dazu, wo man mit immer wenigen personellen und materiellen Mitteln immer mehr dokumentierte Qualität erbringen soll. WIE soll ich denn mehr als alles geben UND motiviert bleiben, wenn das noch immer nicht genug ist? Wie schütze ich mich vor Resignation und Selbstverachtung, wenn ich überall ungenügend bin?
Stimmt ja nicht ganz, mein Kind liebt mich, wie ich bin und allein dafür könnte ich vor ihr niederknien und vor Dankbarkeit zerfließen. Sie scheint zu spüren, dass ich alles gebe, was ich kann. Schuldgefühle bleiben trotzdem, auch wenn ich solche klein zu halten versuche. Ich habe einfach Angst davor, dass sie aufgrund der Abhängigkeit über Wohl und Wehe, die ja jedes Kind vor seinen Eltern hat, mich so annimmt, wie ich bin, obwohl sie unbewusst leidet.
Ich hoffe, dass ich wenigstens ihr und damit, weil das mein dringenstes Bedürfnis zu sein scheint, auch mir, genüge. Dann wär' es gut.