Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

Thema: Blutdruck

Thema: Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

  • Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

    Hallo zusammen.

    Habe mich vor ca. 1 Monat rein interessenhalber mal bei Imedo registriert ... und nun hat es mich voll erwischt. Habe gerade 2 Wochen Krankenhaus hinter mir ... aber, es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern.

    Nun, erst mal zu mir. Bin seit gestern 50 Jahre jung/alt, 190 cm groß, 120kg schwer, beruflich stark eingespannt mit 14-16 Stunden täglich, rauche, kein Alkohol und wenig Ausgleich in Form von Sport usw. Ich weis, klassisch für das was irgendwann folgen mußte. Man nimmt sich zwar immer vor, etwas zu ändern aber wie es immer so ist, erst, wenn es schon fast zu spät ist.

    Was ist passiert?
    Am Freitag vor Pfingsten bin ich wegen eines Routinechecks (langjährige Rückenschmerzen) bei einem mir bis dahin unbekannten Neurologen gewesen. Riesengemeinschaftspraxis mit insgesamt 4 Ärzten.

    Da ich dort noch nicht war, Voruntersuchung durch die Arzthelferin, Größe, Gewicht, Blutdruck. Plötzlich schaute die mich ganz entsetzt an und fragte, ob ich nichts spüren würde. Ich verneinte. Sie sagte mir, das ich einen Blutdruck von 240/120 hätte und bat mich, wieder im Wartezimmer Platz zu nehmen.

    Nach weiteren 20 Minuten warten rief mich der Arzt ins Sprechzimmer und begann mit der allgemeinen Untersuchung, bei der er auch mehrfach gestört wurde ... sei es durch eine Helferin oder auch Telefonate. Abklopfen, Abhören, Finger zur Nase usw. Am Schluß meinte er dann nur etwas verwundert: Oh ... der Blutdruck ist aber etwas hoch. Verabschiedete mich und wünschte mir ein schönes Wochenende ... das wars.

    Das hat doch was von unterlassener Hilfeleistung ... oder nicht?

    Nun, zunächst dachte ich mir nichts dabei, weil ich den hohen Blutdruck tatsächlich nicht spürte und ging meinem Tagesgeschäft nach. Am späten Nachmittag hatte ich dann die Möglichkeit, bei meiner Schwester den Blutdruck zu messen. Das Messgerät beendete den Vorgang jedesmal mit einem Error ... war so ein automatisches/Digital.

    Nun wurde es mir dann doch langsam mulmig. Am nächsten Morgen zur Apotheke, messen, 218/120. Die Apothekerin guckte mich auch an wie ein Weltwunder und meinte dann, ich solle auf keinen Fall mehr die Feiertage abwarten und sofort zum Notarzt oder in eine Klinik. Ich entschied mich für die Klinik und die ließen dann auch keinen Zweifel daran, das sie mich da nicht mehr rauslassen .... SUPER! Die Schwester meinte wenn ich jetzt ginge wäre das wie Selbstmord.

    Nun haben sie mich dort 2 Wochen auf den Kopf gestellt und zunächst einmal keine organische Ursache für den Hochdruck gefunden. Herz, Lunge, Nieren .... alles ok. Zuerst hatten sie nach Blutuntersuchungen das Hormon Kortisol in Verdacht ... hat sich aber im nachhinein nicht bestätigt. In der ersten Woche hatten sie auch echt Probleme, den Blutdruck unter Kontrolle zu bringen. Momentan muß ich mich mit Tabletten tunen und komme trotzdem nicht auf optimale Werte. Derzeit 160/80, also immer noch erhöht ... zwischendurch auch schonmal 190/110 .... dann etwas Nitro und nach einer Stunde ist er wieder auf 160/80.

    Tja, das ist der Stand der Dinge. Nun muß ich erst mal mit meiner Hausärztin sprechen. Ist so eine 3 in 1 Ärztin. Allgemeinmedizinerin, Heilpraktikerin und Psychotherapeutin. Außerdem hat mir meine Apothekerin einen wohl sehr guten Kardiologen empfohlen. Mal sehen, wie ich das wieder in den Griff bekomme. Sehe das mal als "Wink mit dem Zaunpfahl".

    Aber ... was haltet ihr von dem Arzt, der mich mit 240/120 einfach nach Hause geschickt hat? Eure Meinung würde mich sehr interessieren, denn mit diesem Vorgehen bin ich noch nicht fertig.

    Herzliche Grüße, Uwe

  • Antwort: Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

    Ich finde auch, dass der Neurologe auf Deinen Blutdruck hätte eingehen müssen. Da es nicht sein Fachgebiet ist, hätte er Dir eine Überweisung geben müssen oder wenigstens den Hinweis geben müssen, Deinem erhöhten Blutdruck nachzugehen. Aber, wenn Du eine Hausärztin hast, warum hat DIE es nicht schon vorher gemerkt ? So ein hoher Blutdruck ohne Beschwerden ( Du hast sie ja verneint) kommt auch nicht von Heute auf Morgen und war eigentlich kein "akuter Zustand" Es muss langsam passiert sein, Dein Körper hatte schon Anpassungsvorgänge. Wenn das NICHT so gewesen wäre, hättest Du "ganz schöne" Beschwerden haben müssen.

    Da Dir kein weiterer "Schaden" durch die Nichtbeachtung (Deines Blutdrucks) durch den Neurologen entstanden ist, wird sich da auch nichts weiteres ergeben, wenn Du eine Anzeige machst, denke ich.

  • Antwort: Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

    Den Arzt würde ich mal fragen wo er seine Ausbildung gemacht hat. Das gehört doch zu jeder Ausbildung dazu denke ich und einen Patienten mit so einem Bluthochdruck einfach nach Hause zu schicken ist wohl das letzte was ich je gehört habe. Da fehlen mir die Worte, echt. Allerdings hätte doch dein Hausarzt auch mal den Blutdruck messen müssen, auch wenn du nur wegen einer anderen Sache da hin gehst. Mein Bluthockdruck war nicht so hoch wie Deiner aber auch mit 190/130 habe ich mich manchesmal völlig ok gefühlt. Keine Müdigkeit rein garnichts. Bevor du den Arzt verklagen möchtes, such dir einen Patientenanwalt für sowas.

  • Antwort: Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

    Hallo zusammen.

    Hausarzt? ... negativ, hatte bis dato gar keinen ... habe auch in den letzten 20 Jahren keinen gebraucht.

    Das war jetzt mehr eine Zufallsuntersuchung wegen meiner leichten Rückenbeschwerden, die ich seit einem Jahr von einem Orthopäden behandeln lasse. Der hatte keinen Anlaß, meinen Blutdruck zu messen. Es gibt auch sonst niemanden in der Familie, der ein solches Problem hat. Der Orthopäde meinte halt, ich sollte wegen des Rückens auch mal einen Neurologen aufsuchen. Und so kam es dann zu dieser, sagen wir, Zufallsmessung.

    Die Hausärztin die ich nun habe, wurde mir kurzfristig von einer Bekannten empfohlen. Hatte gestern meinen ersten Termin ... und ... nun das rechte Ohr voller Piercings >>grinns<< Dauerakupunkturnadeln. Schau mer mal. Sie hat mich erst mal eingedeckt, mit allem was ich brauche. Meine Werte liegen derzeit zwischen 148/83 abends und 152/86 am Morgen. Aber wie gesagt, wir sind ja noch am einstellen und mal sehen, was die Akupunktur bringt. Denn dauerhaft die Chemie einwerfen, kann auch nicht gesund sein.

    Und den o.g. Arzt in irgendeiner Form anzuzeigen hat sowieso keinen Sinn ... wie domino1 schon richtig erkannt hat, ist mir durch sein nichthandeln kein direkter Schaden entstanden. Fahrlässig war es in jedem Fall. Nun, da ich jedoch einige regionale Branchenportale und auch Blogs am Niederrhein betreibe, wird es dort zumindest nicht unerwähnt bleiben ;-)

  • Antwort: Mit 240/120 vom Arzt in ein "schönes Wochenende" verabschiedet.

    Hallo,

    solch ein Ärzteverhalten kenne ich auch, leider kein Einzelfall! Passiert mir auch schonmal.

    Weiß jemand, ob man ohne Überweisungsschein zum Kardiologen kann?

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