meine Hilflosigkeit als angehörige

Thema: Alkohol

Thema: meine Hilflosigkeit als angehörige

  • meine Hilflosigkeit als angehörige

    Mein Mann hat vor etwas mehr als 2 jahren die diagnose leberzirrhose bekommen. er geht deswegen nicht mehr zum arzt, weil dieser ihm nicht mehr wirklich helfen kann. ins krankenhaus schon gar nicht, war er bisher 2mal, hat aber sehr schlechte Erfahrungen gemacht. außerdem hat er diabetis, davon bereits einen zeh abgenommen und akkut eine entzündung - die er aber behandeln lässt - vom Hautarzt und tägliches verbinden von mir.

    Sein zustand im moment: er hat so viel wasser im bauch, das ich meine, er müsste platzen, kann nicht mehr lange sitzen, laufen fällt ihm schwer, liegen kann er auch nicht richtig, wegen des dicken bauches und er hat rückenschmerzen. Atemnot, blut im stuhl............

    es ist furchtbar schwer, das alles mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können, einfach zuzusehen, wie es ihm jeden tag schlechter geht.

    deshalb versuche ich es mal hier, mit allen diesen erlebnissen fertig zu werden.



    vielleicht kann ich ja auch anderen betroffenen helfen damit, dass sie nicht alleine sind, ich werde hier - wann immer es mir möglich ist - so eine art tagebuch führen.



    bis dann und liebe grüsse an alle bisher unbekannten





  • Antwort: meine Hilflosigkeit als angehörige

    Hallo rvh,

    das ist schlimm. Ich selbst habe Bauchwassersucht. Bedingt durch Leberzirrhose. Muß heute noch Wassertabletten nehmen, da meine Leber Stück für Stück den Geist aufgibt, durch die Zirrhose. Nun ist es nicht so, dass ich mich krank fühle. Im Gegenteil, meine Leberzirrhose bekam ich durch meinen langjährigen Alkoholkonsum. Nun, seit ich dem Alkohol "tschüß" gesagt habe, lebe ich ganz gut, auch mit Leberzirrhose. Jetzt zu Deinem Partner: Er muß dringend ins Krankenhaus, damit das Wasser aus dem Körper kommt. Wenn es erstmal bis zum Herzen geht, dann kann es zu spät sein.

    Und glaube mir, ich kenne das auch von meinem Partner. Arzt, noch schlimmer Klinik, immer ein Winden, um nicht da hin zu gehen. Es helfen keine guten Worte noch schimpfen. Der Partner merkt dann auch nicht, wie Du Dich sorgst. Bei mir wird immer gesagt: Mach Dir keine Sorgen um mich. Ich krieg das schon hin. Er ißt auch sehr wenig, schläft meist und wenn er sich nur ein wenig aufregt, bei noch so einer Kleinigkeit, bringt er das gegessene und getrunken auch sofort wieder weg. Ich weiß jetzt nicht, ob es bei Deinem Partner auch ein Alkoholproblem gibt. Ich kann mich so gut in Dich hineinversetzten, weil ich im Moment genau das gleiche mitmache. Nur sein Bauch ist noch nicht so dick. Ich könnte stundenlang über die Sache schreiben. Mit dem Partner reden - nix, geht einfach nicht. Also, alles in sich hineinfressen oder eben niederschreiben. Das hilft mir ein bisschen.

    Ich hoffe, Du hast noch weiter die Kraft und ich hoffe noch mehr, dass Dein Partner doch noch den Weg zum Arzt bzw. Klinik schafft. Einfach mal in das nächste Krankenhaus mit ihm als Notfall. Wenn er denn mitmacht. Oder den Krankenwagen rufen - nur fährt er dann mit? Habe ich auch schon alles ausprobiert, manchmal mit Erfolg. Allerdings wollten die Sanitäter dann schon mal mich mitnehemen, weil ich so fertig war. Und bei mir ist die Gefahr groß, dass ich auch wieder anfange zu trinken. Momentan allerdings, eckelt es mich. Und wenn ich ihn dann so anssehe, bhuuu, so sehe ich dann auch aus wenn ich wieder anfangen würde. Und das will ich nicht.

    So, jetzt hast Du es geschafft, dass ich mir alles von der Seele rede, dabei geht es doch um Dich. Vielleicht hilft es ein klitzekleines bisschen, wenn Du liest, dass Du nicht alleine mit solch einem großen Problem bist.

    Machs gut und vielleicht meldest Du Dich mal bei mir.

    Liebe Grüsse

    Ulli

  • Antwort: meine Hilflosigkeit als angehörige

    Hallo, ja es nicht einfach wenn kein Lebenswille mehr da ist.Wenn er Atemnot hat,dann beim Arzt ein Rezept für ein Sauerstoffgerät holen und zu Hause Sauerstoff geben.Wenn es eine zu grosse Belastung ist,bei einer Hospizgruppe oder Sitzwachengruppe anfragen ob sie mal für eine Weile kommen,die kommen wenn man mit der Belastung nicht mehr fertig wird.Man kann auch einen Pflegedienst kommen lassen,das entlastet auch. Wünsche viel Kraft für die weitere Zeit.

  • Antwort: meine Hilflosigkeit als angehörige

    liebe(r) Ulli,

    mir ist bewusst, dass jeder tag mit meinem partner der letzte sein kann.

    so lange er noch bei verstand ist, geht er weder ins krankenhaus - da kann ich die feuerwehr oder den rettungsdienst rufen so viel ich will - wenn er selbst es ablehnt, nehmen die ihn auch nicht mit.

    Mein partner merkt sehr wohl, dass ich mir sorgen mache, es wäre ihm am liebsten ich würde von seinen schmerzen usw. nichts mitbekommen.

    das schreiben hilft mir sehr und dass du dein herz ausschüttest ist völlig in ordnung. es tut manchmal einfach gut, zu wissen nicht alleine zu sein.

    Alkohol war mal ein problem bei ihm, das ist aber schon lange her.



    liebe grüsse rvh



  • Antwort: meine Hilflosigkeit als angehörige

    hallo strachri,

    bei welchem arzt soll ich denn bitte ein Sauerstoffgerät holen, er geht doch nur noch zum hautarzt.

    .. die Belastung ist schon sehr gross, aber er lässt doch fremde hilfe gar nicht mehr zu.

    trotzdem danke liebe grüsse rvh

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen