Thema: Borderline

Thema: Stresstoleranz

  • Stresstoleranz

    Ich bemerke seit Wochen, dass ich wieder in ein altes Muster zurückfalle. Ich versuche, soviel wie möglich um die Ohren zu haben, um die Tage zu überstehen. Ich weiß jetzt bereits, dass ich überfordert bin, und kann aber nicht dagegen an, mich immer weiter zeitlich und arbeitstechnisch mich zu binden und zu knechten. Im Moment hilft es wohl so einigermaßen. Nur habe ich die Angst, dass wenn ich dann überfordert bin die Kanone wieder nach hinten losgeht, und ich mich schlecht und nutzlos fühle. Kennt von Euch jemand ein ähnliches Verhalten? Und was macht Ihr dagegen....

    Der Harlekin

  • Antwort: Stresstoleranz

    Hallo Harlekin,

    ich glaube, dass ich gut nachvollziehen kann wie es Dir geht. Ich bin leider noch fast täglich in dieser Situation und glaube oft, ohne meinen 120%tigen Einsatz würde nichts funktionieren bzw. würde man mich nicht akzeptieren.

    In meinem Wortschatz fehlt das Wort "nein",immer wenn jemand eine Bitte oder ein Problem hat bin ich zur Stelle,obwohl ich ganz genau weiss(leider kommt es mir immer zu spät in den Kopf)dass es mir nicht weiter hilft. Die Zeit die ich für mich bräuchte um gegen meinen momentanen "Zustand" an zu kämpfen, mich mit mir zu beschäftigen steht dann nicht mehr zur Verfügung.

    Ja, gute Frage: Was kann ich dagegen tun?

    Ich glaube in einer ruhigen Minute, in der ich mich ehrlich mit mir beschäftige, weiss ich ganz genau was zu tun ist z.B. sich bewußt Zeit zu nehmen für sich und die Dinge die mir gut tun, ab und zu mal mehr"nein" sagen und vielleicht auch nur mal einen Gang runterschalten, auch wenn dann mal was liegen bleibt.(Ich fühle mich dann immer unwahrscheinlich schlecht, wenn ich etwas liegen lassen muß.Aber das ist wohl blödsinn.)

    Kopf hoch Funny



  • Antwort: Stresstoleranz

    Kenne ich auch von mir... Grade in der Arbeit (bin nur Leiharbeiter) habe ich bis vor kurzem sehr viel gegeben... Bin länger geblieben, hab mehr gemacht als die anderen bin eingesprungen und und und...

    Mittlerweile bin ich aber an einem Punkt an dem es nicht mehr geht... Ich kann nicht mehr so weitermachen... Die Arbeit macht mir keinen Spass, ich mag die meisten Leute da drinnen nicht, und meine Leistung wird (da ich ja Leiharbeiter bin) als selbstverständlich angesehen... Deshalb kann und wird es so auf Dauer gesehen nicht weitergehen...

  • Antwort: Stresstoleranz

    ich denke, für viele ist in manchen teilen die arbeit einfach auch ablenkung.

    ich kenne das ebenfalls von mir: als ich mal für ein paar wochen an einem anderen ort war, um dort für eine firma zu arbeiten und keine freunde da hatte, war ich eigentlich jeden tag über 12 stunden dort. aber was tun, wenn man keine lust hast nach "hause" zu gehen, wenn einen dort niemand und nix erwartet.

    ich helfe mich mir immer damit, dass ich versuche, mir "zwanghaft" räume zu lassen, in denen ich auch genug zeit haben mich für eine "angenehme" beschäftigung mit mir zu entscheiden.

    mittlerweile plane ich auch zwischen terminen extra stunden ein, in denen ich pause mache und sei, dass ich sie "verschlafe" um dieser welt zu "entkommen".

  • Stresstoleranz

    Danke für Eure Antworten. Funny...eben dieses Herunterschalten und auf mich besinnen bekämpfe ich ja damit. Ich kann so das Kopfkino dass im Moment wieder an ist zumindest zeitweise abzuschalten. Nur irgendwann in nächster Zeit klappt das nicht mehr, wenn ich nicht mehr kann und bin dann dem Kopfkino wieder völlig ausgeliefert. Ich habe Angst davor...

  • Stresstoleranz

    Danke für Eure Antworten. Funny...eben dieses Herunterschalten und auf mich besinnen bekämpfe ich ja damit. Ich kann so das Kopfkino dass im Moment wieder an ist zumindest zeitweise abzuschalten. Nur irgendwann in nächster Zeit klappt das nicht mehr, wenn ich nicht mehr kann und bin dann dem Kopfkino wieder völlig ausgeliefert. Ich habe Angst davor...

  • Antwort: Stresstoleranz

    Hallo Harlekin,

    wer von uns hat keine Angst sich mit sich selbst zu beschäftigen. Aber ich glaube, um jemals aus diesem Kopfkino raus zu kommen, ist es auch wichtig sich mit sich selbst und dem beschissenen Kopfkino zu beschäftigen, vielleicht auch mit Hilfe. Klar es ist schlimm, weil ich dann oft die Stop Taste nicht finde.

    Aber wie kann ich mich verändern und mein Leben etwas lebenswerter machen, wenn ich nur vor mir und meinem Kopfkino weglaufe.

    Ja, ich weiß wie das weh tut und wieviel Agressionen, Wut, Haß, Verzweiflung und Traurigkeit das mit sich bringt.

    Alles liebe Funny

  • Antwort: Stresstoleranz

    Nachtrag:

    Wichtig ist natürlich, dass Du auch Dinge für Dich tust die dir gut tun und Dich vom Kopfkino hin und wieder ablenken!!!

  • Antwort: Stresstoleranz

    Vielleicht kann man ja da auch einen Mittelweg finden? Zwischen den inneren Dämonen, und den äußeren Gefahren...

    Bei zu intensiver Beschäftigung mit ersteren weiß ich dass ich falle, und wenn ich mich zu sehr auf die äußeren Stressfaktoren konzentriere weiß ich dass es mir ebenfalls nicht gut tut... Gerade die Arbeit an sich finde ich sollte nicht zum selbstzweck werden... Denn das ist nie gut...



  • Antwort: Stresstoleranz

    liebe harlekin!

    ich kann dein problem gut nachvollziehen. auch, wenn ich kein kopfkino kenne, vor dem ich weglaufen will, habe ich doch ständig den inneren drang, vor mir selbst wegzulaufen. da ich in der pflege arbeite, wird ja automatisch arbeitswut erwartet..., so finde ich mich ständig in erschöpfungszuständen wieder, die ja auch nicht zu einem besseren inneren gleichgewicht beitragen. an meiner letzten arbeitsstelle habe ich meine stelle auf 75% gekürzt. dort mußte ich aber wegen "durchgeknallter" chefin weg. gerade kann ich es mir finanziell nicht leisten, unter 100% zu arbeiten. ich versuche es mit yoga und finde, daß es für mich das ideale mittel ist, nach der arbeit wieder zu mir und zu kräften zu kommen. leider "fürchte" ich mich oft davor und vermeide meine übungen... warum, weiß ich nicht. auch versuche ich, sooft wie möglich etwas allein, oder mit anderen zu unternehmen, was mir guttut. wichtig ist mir noch, zu sagen, daß es schon erheblich ist, welche arbeit man macht. nach dem motto: wenn ich schon zu viel arbeite, dann wenigstens da, wo mir das umfeld sympathisch ist und die tätigkeit mir erfüllung bringt. wer weiß, wie lange es noch dauert, bis ich es schaffe, besser maß zu halten und nicht immer in extremen zu leben? ich darf auch nicht zu streng mit mir sein, sondern will lieber versuchen, anzunehmen, wie es im moment halt ist. mit dem kopf durch die wand geht da nunmal nicht! und jemand, der immer sofort alles richtig machen kann, ist kein menschliches wesen, sondern ein automat!

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