Leberzirrhose - Selbstmordversuch - Nierenversagen... mein Vater will sterben...

Thema: Alkohol

Thema: Leberzirrhose - Selbstmordversuch - Nierenversagen... mein Vater will sterben...

  • Leberzirrhose - Selbstmordversuch - Nierenversagen... mein Vater will sterben...

    Hallo meine Lieben,

    ich lese schon eine ganze Weile hier mit, aber jetzt muss ich mich auch einmal hier mitteilen... Mein Vater hat letzte Woche versucht, sich mit Schlaftabletten umzubringen...

    Kurz zur Vorgeschichte: Meine Mutter ist 2005 an alkbedingter Zirrhose gestorben - die Krampfadern im Magen sind geplatzt. Bei meinem Vater arbeitet die Leber auch schon nicht mehr, und das seit mehreren Jahren. Eigentlich dürfte er schon garnicht mehr leben, sagen die Ärzte...

    Seit dem Tod meiner Mutter hat er nicht mehr viel Spaß am leben, versuchte es aber trotzdem immer noch positiv zu sehen. Von seinen 3 Kindern bin ich die einzige, die seine Krankheit akzeptiert und zu ihm hält. Mein Bruder und meine Schwester haben den Kontakt abgebrochen.

    Seit Oktober kränkelt er jetzt immer so dahin... mal kam er mit Wasser in Bauch und Lunge ins Krankenhaus, dann haben sie einen 3 cm großen Knoten in der Leber behandelt, ausserdem hat er seit September einen sehr hartnäckigen Husten, der ihn sehr schwächt. Aber alles in allem war er immer noch relativ gut beinand und konnte sich selbst versorgen. Aber er hat den Lebensmut verloren und nahm letzten Montag Tabletten... Der Notarzt hat ihn dann ins Krankenhaus gebracht, zum Magenauspumpen war es aber schon zu spät. Am Dienstag sagten die Ärzte zu mir: Leber kaputt, totales Nierenversagen, geschwächtes Herz... jetzt kann alles ganz schnell gehen... 1-2 Tage, vielleicht auch ein wenig länger. Er müsste an die Dialyse, aber er verweigert alles... er WILL sterben... Also zogen wir ein Hospiz oder eine Palliativstation in Betracht und die Ärzte wollen sich um einen Platz bemühen.

    Und jetzt... es geht ihm täglich besser... er ist zwar etwas schwach auf den Beinen, aber er ist bei klarem Verstand und auch mobil. Sorry, aber ich verstehe das nicht... Die Ärzte sagen, dass bei Nieren- und Organversagen der Patient langsam immer müder wird und nach ein paar Tagen friedlich "einschläft". Doch meinem Vater geht es täglich besser... Ich gönne es ihm ja von Herzen, und vielleicht kann er ja bald wieder heim, aber verstehen kann ich es nicht... Wie kann ein Mensch sich so erholen, bei dem die Leber schon Jahre nicht mehr arbeitet, die Nieren nicht mehr funktionieren, die Milz kaputt ist und das Herz geschwächt... Zudem ist mein Vater Diabetiker und hat ca. 130 Kilo Gewicht... Ich bin ziemlich durcheinander... Wie geht es weiter???? Soll ich mich wirklich um einen Platz im Hospiz oder einer Palliativstation bemühen, wenn es ihm wieder besser geht?

    Sorry, ich muss mich hier mal auslassen... ich bin habe sonst keinen, mit dem ich mich über dieses Thema so unterhalten kann. Könnt ihr mir sagen, wie es weiter geht? Hat mein Vater ohne Dialyse überhaupt eine Chance, weiterzuleben? Wie lange habe ICH denn noch, um mich von ihm zu verabschieden???? Ich besuche ihn jeden Tag, aber es geht mir nicht besonders gut dabei...

    Er verweigert jegliche Behandlung, bekommt wohl nur eine kleine Menge Lesix (oder so ähnlich), um die Urinausscheidung zu erleichtern. Bitte... wer kann mir sagen, wie es weiter geht??? Ich bin psychisch nicht unbedingt die Stabilste (weil selbst private Probleme), komme mit klaren Fakten aber sehr gut zurecht. Nur das auf und ab macht mich echt noch wahnsinnig... Und das vor Weihnachten...

    So, jetzt hab ich mal alles rauslassen... vielleicht ist ja jemand hier, der mir ein paar Tipps geben kann. Ich würde mich sehr freuen, mich mit Gleichgesinnten austauschen zu können.

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