Meine Geschichte beginnt 2006.
Ich war 14 Jahre alt geworden. Schon damals hatte ich Gedanken an den Tod, schrieb Geschichten, in denen die Hautperson ( die meistens ich war), vergewaltigt wurde oder sich umbrachte. Ich weiß bis heute nicht,warum ich diese Dinge schrieb, denn ich kann mich nicht daran erinnern, im Kleinkindalter vergewaltigt worden zu sein. Wie gesagt, hatte ich oft Gedanken wie "Was wäre, wenn ich jetzt vom Hochhaus springe?", "Würde Mama mich vermissen?". Meine Mutter ist selbst stark depressiv und hat sich geritzt. Früher hab ich es oft miterlebt, wie sie es getan hat. (Mein Vater ist übrigens früher oft gewalttätig gewesen, Alkoholiker halt).
Im Sommer 2006 ritzte ich mich das erste Mal. Ich weiß nicht,wieso. Es war nur ein kleiner Kratzer, nicht weiter schlimm. Es blutete nicht mal richtig.Ich dachte, es war eine einmalige Sache.
Doch ich tat es wieder. Und wieder. Und wieder. Und es wurde immer ein bisschen tiefer. Ein bisschen blutiger.
Früher empfand ich es als Strafe, wenn es Mama wegen mir wieder schelcht ging. Ich ahtte immer Schuldgefühle. Jedesmal,wenn sie einen Depressionsschub hatte (fast jeden Tag), sagte sie Sachen zu mir, die mich tief verletzten. Dann ging ich uimmer ins Zimmer und bestrafte mich, weil sie mir mit diesen Dingen ein solches Schuldgefühl gemacht hatte.
Ende 2006 schleppte Mama mich zur AWO, weil "etwas mit mir nicht stimme". Ich machte drei Monate lang eine Therapie,die ich dann aber abbrach,als ich Kai kennen lernte.
Kai war mein erster richtiger Freund. Nur leider war er Alkoholiker. Er nahm mich oft mit zum Parkhaus, wo wir dann Alkohol tranken. Es gefiel mir, einerseits fühlte ich mich das erste Mal dazugehörig, andererseits konnte ich mich so betäuben.
Das Ritzen wurde jedoch schlimmer. Vor allem nach dieser Nacht, in der Kai mir etwas antat,worüber ich bis heute nicht reden kann. Schreiben geht,aber Reden nicht, ich schäme mich zu sehr.
Er vergewaltigte mich.
Ich war noch zwei Monate mit ihm zusammen, trotz dieser Sache. Ich traute mich nicht, Schluss zu machen, weil er mich auch so manchmal schlug.
Irgendwann schaffte ich es. An jenem Abend stand er besoffen vor der Haustür, trat fast die Tür ein. Mama war nicht da. Meine Brüder weinten.
Im November 2007 dann mein erster Selbstmordversuch. Pulsadern.
Schließlich meldete meine Mutter mich in einer Psychiatrie an, in der ich von März 08-März 09 Therapie machte.
Danach kam ich in eine WG nach Flesnburg, 200 KM entfernt von Mama und meinen Geschwistern.
Dort fing es erst richtig an, im Oktober 09. Ich bekam Panikattacken,sah Gestalten,die mich umbringen wollten und mich auslachten.Das Ritzen wurde so tief,dass es eigentlich hätte genäht werden müssen,doch ich sagte niemandem etwas.
Irgendwann erzählte ich meiner Betreuerin von den Gestalten und meinen Stimmungsschwankungen, die meistens meinem Freund sehr zu schaffen machten. Es war ein Kreislauf,jeden Tag aggressiv-leer-traurig. Und meine Aggressionen bekam meistens er ab. Er war schließlich ein Mann, mein Freund, er könnte mich genauso verletzen wie Kai damals.
Meine Betreuerin schleppte mich zum Psychiater, der mich gleich in eine Klinik überwies.
Dort sagte man allerdings, ich sei keine Gefahr für mich selbst, da ich die Selbstverletzungen verschwieg.
Ich bekam Antidepressiva (nehm ich immer noch).
Mittlerweile habe ich keine Halluzinationen mehr, zumindest nicht JEDEN Tag.
Meine Stimmungsschwankungen sind auch nicht mehr alluzu schlimm. Sie beschränken sich auf wütend und leer. Ich bin sehr leicht zu reizen, wenn einer etwas falsches sagt,bzw mein Freund, bin ich ihm gegenüber unheimlich aggressiv. Ich kann dann auch nciht immer reden,weil ich das Gefühl habe, sonst zu platzen.
Und an manchen Tagen ist da nur Schmerz. Ich weiß nicht,woher er kommt. Er ist einfach da und tut weh.
Anfang Januar wurden meine Suizidgedanken wieder schlimmer. Ich schleppe mich nur noch von Tag zu tag. Ich versuche immer, das Selbstverletzen aufzuschieben, mich abzulenken, bis ich irgendwann platze und mich so tief ritze,dass es das Muskelgewebe, oder das Fettgewebe trifft.
Meine Betreuerin merkt von alledem nichts. Sie sagt, ich hätte Fortschritte gemacht. Wenn sie wüsste.





